Vorgestellt: „Partner für den Wandel - Stimmen gegen den Hunger”

(c) GIZ/Ralf Rühmeier
Bei der G20-Konferenz in Berlin präsentierte ein Teil der Autoren ihr Buch. (c) GIZ/Ralf Rühmeier

Wie können wir den Hunger bekämpfen? Das neue Buch „Partner für den Wandel - Stimmen gegen den Hunger”, herausgegeben vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zeigt Lösungen auf.

 

Einerseits haben fast 800 Millionen Menschen auf der Welt täglich nicht genug zu essen und Mangelernährung ist noch immer die Haupttodesursache bei Kindern. Andererseits leiden rund 600 Millionen Menschen weltweit an extremem Übergewicht. „Ist das nicht zynisch?“, gibt Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller bei der Vorstellung des Buchs “Partner für den Wandel - Stimmen gegen den Hunger” im Rahmen der G20-Konferenz „EINEWELT ohne Hunger ist möglich“ zu bedenken.

 

Macht es nicht stutzig, dass siebzig Prozent aller unterernährten und hungernden Menschen in Ländern mit einem Nahrungsmittelüberschuss leben? Wie kann es sein, dass Kleinbauernbetriebe über achtzig Prozent der Nahrungsmittel in Entwicklungsländern liefern, sie aber zugleich einen Großteil der ärmsten und hungrigsten Menschen ausmachen? Wie kann der bestehende Hunger rascher überwunden und das Menschenrecht auf Nahrung umgesetzt werden, ohne die Umwelt zu belasten? Welchen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung der Welternährung können der ökologische Landbau und neue Agrartechnologien leisten?  

Es sind jene Fragen, die in dem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung herausgegebenen Buch diskutiert werden. Entstanden ist eine Sammlung von Beiträgen aus der Regierung und Zivilgesellschaft, Stimmen aus der Wissenschaft und Praxis. Die Autoren, allesamt ausgewiesene Experten, leisten mit ihrem Buch jedoch nicht nur eine Zustandsbeschreibung und Analyse, sondern entwickeln vor allem Lösungsansätze und illustrieren Beispiele.

 

(c) Dorothea Hohengarten / GIZ
Frauen können im Kampf gegen Mangelernährung zur größten Hoffnung werden, glaubt Dr. Akinwumi Adesina.

Dr. Akinwumi Adesina, Präsident der multilateralen Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) greift in seinem Beitrag auf, wie Frauen im Kampf gegen Mangelernährung zur größten Chance werden können. Dr. Agnes M. Kalibata, Präsidentin der Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA), fordert, Hunger und Armut an der Wurzel bekämpfen: durch Investitionen im ländlichen Raum. Und Melinda Gates rückt in den Vordergrund, wie Innovationen dazu beitragen, die Mangelernährung zu überwinden.

(c) Dorothea Hohengarten / GIZ
Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, fordert Investitionen im ländlichen Raum.

„Das Deprimierende daran, wenn man sich länger mit dem Thema beschäftigt: Hunger ist kein schwer lösbares Problem. Wir wissen eigentlich genau, was getan werden kann und muss.“

 

„Wir Autoren bringen unsere ganz verschiedenen Sichtweisen ein, was in Afrika, Asien Lateinamerika getan werden muss, um das Problem zu lösen und den Hunger zu bekämpfen“, beschreibt Bärbel Dieckmann. „Das Deprimierende daran, wenn man sich länger mit dem Thema beschäftigt: Hunger ist kein schwer lösbares Problem. Wir wissen eigentlich genau, was getan werden kann und muss.“ Die Präsidentin der Welthungerhilfe, machte bei der Präsentation des Buchs auf dem Podium die größten Missstände deutlich: „Drei von vier Hungernden leben noch immer im ländlichen Raum, genau dort, wo die Nahrungsmittel produziert werden. Sie sind inzwischen stark betroffen vom Klimawandel, von Krieg. Das heißt, wir benötigen dringend Investitionen in den ländlichen Raum, eine verbesserte Infrastruktur, die Energieversorgung.“ Dieckmanns wichtigste Forderung ist es darum: „Wir müssen die Lebensbedingungen insgesamt, auch in den ländlichen Regionen, verbessern. Wir kennen diese Diskussion aus Europa, aus Deutschland."

 

(c) Dorothea Hohengarten / GIZ
Buchvorstellung

„Hunger ist ein komplexes Problem, aber eines ist klar: Das Potenzial des Planeten Erde an Boden, Wasser und Pflanzen ist vorhanden“, betont Dr. Gerd Müller. „Klar ist außerdem: Die wichtigste Ursache für Hunger und Mangelernährung ist Armut.“

 

Allen Beiträgen gemeinsam ist der Appell, den Hunger bis 2030 zu besiegen: „Wir wissen, was zu tun ist, jetzt geht es darum, es auch zu machen“, ist das Fazit, dass Bundesentwicklungsminister Müller zieht. Den Hunger zu überwinden und die Welternährung langfristig zu sichern, so sein Plädoyer, ist eine globale Aufgabe, die alle Länder in Nord und Süd, Politik und Gesellschaft, Produzenten und Konsumenten sowie die internationale Gemeinschaft zur zentralen Aufgabe machen müssen.

 

 

Ein Teil des Buches „Partner für den Wandel - Stimmen gegen den Hunger“ ist online als PDF verfügbar.

Das komplette Buch kann kostenfrei unter diesem Link bestellt werden.

Zurück zur Übersicht