Entwicklung durch Süßkartoffeln

Kleinbauern in Kenia reicht ihre Ernte für kaum mehr als die eigene Ernährung. Die Umstellung auf ertragreiche Feldfrüchte wie die orangefarbene Süßkartoffel kann das Leben einer ganzen Region verändern.

 

Ich bin ein Alternativtext
Das Angebot an Süßkartoffeln hat sich für die Frauen im County Kakamega, Kenia, um die orangefarbenen, viel nahrhafteren erweitert. Alle Fotos: (c) Jörg Böthling

Projektträger

Grüne Innovationszentren Kenia

Ziele

Einkommenssteigerung um 30 Prozent in 50.000 in kleinbäuerlichen Betrieben

Beschäftigungssteigerung durch 900 neue Arbeitsplätze

Steigerung der Flächenproduktivität um 30 Prozent

Aus- und Weiterbildung für 50.000 Kleinbauern

Geplantes Budget

14 Millionen Euro

Früher baute Muchele die weiße, fasrige Süßkartoffel an. So wie ihre Mutter und Großmutter das bereits getan hatten. Die Stecklinge dafür erhielt sie umsonst von Nachbarn – und leider gleich sämtliche Pflanzenkrankheiten und Schädlinge dazu. Außerdem pflanzte sie auf ihrem 0,8 Hektar großen Feld im Westen von Kenia Mais und Zuckerrohr an, gemeinsam mit ihrem Mann Adriano. Auch die Kinder halfen mit, sobald sie von der Schule nach Hause kamen. Die zwölfköpfige Familie führte ein karges Leben. Sie lebte von dem, was sie erntete. Für weitere Lebensmittel reichten die Erträge kaum, geschweige denn für Schulgebühren, Kleider oder Medikamente.

 

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Auch Kleinbäuerin Florence Mayeku baut orangefarbene Süsskartoffel an.

Die Verbesserung kam 2010, als Muchele bei einer Dorfversammlung CREADIS kennenlernte. Eine lokale Hilfsorganisation, die unter anderem die ländliche Bevölkerung an neue Gemüse- und Getreidesorten heranführt und sie im Anbau, der Weiterverarbeitung und der Vermarktung ihrer Produkte schult. Josephine ist eine fröhliche, zupackende Frau, die schnell verstand, was man ihr in einem Training vermittelte: Die in Kenia bisher wenig verbreitete orangefarbene Süßkartoffel reift viel schneller und hat einen besseren Ertrag, der Marktpreis ist höher, man kann auch die Laubblätter und die Sprossstecklinge verkaufen. Verglichen mit der lokal weit verbreiteten weißen Sorte ist die Süßkartoffel außerdem eine richtige Nährstoff-Bombe. Die orangene Farbe kommt nicht von ungefähr: Grund ist der hohe Vitamin-A-Gehalt.  Muchele erinnert sich: „Zuerst waren mein Mann und die Kinder kritisch. Aber als sie erstmal probiert hatten, wie lecker die neue Süßkartoffel schmeckt, waren sie begeistert.”

 

In die Zukunft investiert

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Der Vitamin-A-Gehalt von orangefarbenen Süßkartoffeln ist deutlich höher.

Muchele wagte einen Versuch. Die Stecklinge kaufte sie günstig von CREADIS. Schon bei der ersten Ernte erhielt sie statt zehn ganze zwanzig Säcke, wobei sie jeden Sack für den doppelten Preis im Vergleich zur weißen Süßkartoffel verkaufen konnte. Dazu kam der Verkauf der Stecklinge. Im folgenden Jahr vergrößerte sie die Anbaufläche und konnte mit den Erlösen eine Milchkuh kaufen – für eine Kleinbäuerin wie sie ist eine Kuh eine Kapitalanlage und Bereicherung des Speisezettels zugleich. Das Leben von Mucheles Familie hat sich seither verbessert: statt Gras deckt nun Wellblech die Lehmhütte und muss nicht ständig erneuert werden; die Schulgebühren ihrer beiden Enkelkinder und ihrer fünf eigenen Kinder, die noch zur Schule gehen, sind fürs ganze Jahr im voraus bezahlt; wird ein Familienmitglied krank, kann Muchele Medikamente kaufen. Ihr nächstes Projekt: ein Haus aus Stein! Josephine Muchele hat viele Ideen und Pläne für weitere Geschäfte, die sie mit den Erlösen aus dem Verkauf von Süßkartoffeln finanzieren kann. Und sie hat einen Traum: „Ich möchte auch für meine Kinder ein Stück Land kaufen, damit sie genau wie ich die neue Süßkartoffel anbauen können!“

 

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