Bessere berufliche Bildung für Landwirte

An Berufsschulen in Äthiopien lernen Bauern, ihr Land nachhaltig zu nutzen. Die Lehrpläne werden auf den Klinawandel und Dürren zugeschhnitten.

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Äthiopische Bauern in Mertule Mariam erhalten Tipps zur nachhaltigen Landnutzung. (c) Andre‘ Hähnke/ IAK

Projektname

Berufliche Bildung und Qualifizierung in der Landwirtschaft (BBQL)

Zielgruppe

 

Landwirtschaftliche Berufschulen in Äthiopien

Laufzeit

2015 bis 2017

Implementierungspartner

IAK Agrar Consulting GmbH, Ambero Consulting GmbH, Planco Consulting Gmb

Partner vor Ort 

Ministry of Agriculture

Träger

GIZ

Budget

rund zwei Millionen Euro

Land

Äthiopien/Ostafrika

Der Agrarsektor ist der wichtigste Wirtschaftszweig in Äthiopien: Der Lebensunterhalt von 80 Prozent der Bevölkerung ist von der Landwirtschaft abhängig. Obwohl die Nahrungsmittelproduktion in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat, sind noch immer große Teile der Bevölkerung dauerhaft unterernährt. Die extreme Dürre des letzten Jahres hat die Ernährungssituation für die ländliche Bevölkerung Äthiopiens gravierend verschlechtert. Im fruchtbaren Hochland leiden Kleinbauern unter schwachen Ernten. Noch stärker betroffen ist das ohnehin trockenere Tiefland, wo bereits Hunderttausende Ziegen, Schafe und Rinder verendet sind, die die Lebensgrundlage der dort lebenden Pastoralisten bildeten, nomadisch oder halbnomadisch lebende Viehhirten.

 

Die landwirtschaftliche Unternehmensberatung IAK Agrar Consulting will die Produktivität von Kleinbauern und Hirten steigern und gleichzeitig deren Anpassungsfähigkeit an extreme Trockenzeiten erhöhen. Diese treten in Äthiopien regelmäßig auf und werden durch den Klimawandel noch verstärkt. Dabei wird der negative Effekt extremer Wetterereignisse durch unangepasste Bewirtschaftungsmethoden von landwirtschaftlichen Nutzflächen und Weideland insbesondere im dicht besiedelten Hochland deutlich verschärft.

 

Fünf Berufsschulen setzen auf die modernen Lehrpläne

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Landwirte lernen an der Berufsschule in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. (c) Andre‘ Hähnke/ IAK

Kleinbauern im Hochland besitzen in der Regel keine landwirtschaftliche Ausbildung. Ihre Kenntnisse zu nachhaltiger Landbewirtschaftung sind unzureichend. Zwar existiert in Äthiopien seit einigen Jahren ein staatlich gefördertes System landwirtschaftlicher Berater, der sogenannten Development Agents, die vor allem Kleinbauern und auch Hirten dabei unterstützen, ihre Arbeit produktiver und nachhaltiger zu machen. Doch diese Beratungsdienste sind unzureichend ausgestattet und die Lehrinhalte oft nicht auf die Herausforderungen des Klimawandels abgestimmt.

 

Das Projekt „Berufliche Bildung und Qualifizierung in der Landwirtschaft“, kurz BBQL, will modernes Wissen über nachhaltige Landnutzung und an den Klimawandel und Dürren angepasstes Weidemanagement in Äthiopiens Berufsbildung integrieren. Gemeinsam mit fünf landwirtschaftlichen Berufsschulen (ATVET Colleges) in fünf verschiedenen Regionen verbessern deutsche und äthiopische Experten das System in der landwirtschaftlichen Berufsausbildung in Äthiopien. Berufsbilder und Lehrinhalte werden modernisiert und an die regionalen sozio-ökonomischen und klimatischen Gegebenheiten angepasst, Ziel des Vorhabens ist die langfristige Sicherstellung eines hochwertigen Angebotes an praxis- und bedarfsorientierter beruflicher Bildung durch die ATVET Colleges. Für die trockenen Tieflandgebiete gab es bisher noch überhaupt keine einheitlichen Lehrpläne, sodass dort eingesetzte landwirtschaftliche Berater bisher oft besser über den Pflanzenbau im Hochland Bescheid wussten, als über nachhaltiges Weidemanagement.

  

„Die neuen Lehrpläne enthalten neue Themen, wie Ernährung und biologische, klimaangepasste Landwirtschaft“

 

„Die neuen Lehrpläne enthalten einige neue Themen, die in den alten Lehrplänen nicht oder kaum angesprochen wurden, wie etwa Ernährung und biologische und klimaangepasste Landwirtschaft“, erklärt Wuletaw Mekuria, Langzeitexperte am Mertulemariam ATVET College. „Mit den neuen Lehrplänen werden die Development Agents darin ausgebildet, den Kleinbauern beizubringen, wie sie produktiver werden und gleichzeitig ressourcenschonend arbeiten.“

Dass das kein Widerspruch sein muss, zeigt er mit einem konkreten Beispiel: So können Bauern etwa durch das Pflanzen von Obstbäumen unmittelbar ihre Ernährung verbessern oder Einkommen erzielen. Gleichzeitig helfen die Bäume, den Wasserhaushalt im Boden zu regulieren und beugen damit sowohl einer Austrocknung des Bodens als auch flutbedingter Bodenerosion vor. Auf dem rehabilitierten Land wächst Gras, das dem Vieh als Weidefläche dient.

 

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Ein Projekt von

IAK Agrar Consulting

IAK Agrar Consulting

Die IAK Agrar Consulting GmbH ist ein deutsches Beratungsunternehmen mit Hauptsitz in Leipzig, das auf eine 35-jährige Erfahrung in der internationalen Zusammenarbeit mit bi- oder multilateralen Gebern sowie privaten Agrarunternehmen zurückblickt.

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