Kenia

Kenias Landwirtschaft wächst dynamisch – aber die enormen Potentiale werden bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Karte von Togo

Hauptstadt

Nairobi

Amtssprache

Swahili und Englisch

Fläche

580.370 qkm

Einwohnerzahl

ca. 46 Mio.

Bevölkerungswachstum

2,6 % (ca. 1,2 Mio. mehr Einwohner pro Jahr)

Ländliche Bevölkerung

34 Mio. (74,4 % der Gesamtbevölkerung)

Bruttoinlandprodukt

63,4 Mrd. US-Dollar

Pro-Kopf-Jahreseinkommen

1377 US-Dollar

Anteil der Landwirtschaft am BIP

32,9 %

Anteil der Unterernährten an der Bevölkerung

21,2 %

Kindersterblichkeit unter fünf Jahren

4,9 %

Human Development Index

Index: 0,548 / Rang: 145 /

Anteil der Bevölkerung, der von weniger als 1,25 US-Dollar am Tag lebt

43,4 %

 

Laut dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen ist die Ernährungssicherheit in Kenia insbesondere durch folgende Faktoren bedroht: Armut, wiederkehrende Dürren, das starke Bevölkerungswachstum (pro Jahr eine Million Menschen).  Die Trockenheit der Gebiete im Norden und Osten des Landes begrenzen eine florierende Landwirtschaft. Mit  6 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind relativ viele Menschen mit HIV/Aids infiziert, allerdings wächst dieser Anteil aufgrund erfolgreicher Prävention nicht mehr. Hinzu kommt, dass teilweise seit Jahrzehnten viele Flüchtlinge aus dem Sudan und Somalia in Kenia leben: rund 500.000 Menschen müssen in den großen Lagern Dadaab und Kakuma versorgt werden.

 

Kenias Kleinbauern: große Vielfalt, enormes Potenzial – und manche Herausforderung

Die noch bestehenden sozialen Probleme insbesondere in einigen Armutsregionen stehen im Kontrast zu den großen Erfolgen der letzten Jahre und zum großen landwirtschaftlichen Potenzial in anderen Regionen. Vor allem im kenianischen Hochland gedeihen Kartoffel-, Weizen- und Reisfelder, aber auch riesige Ananas-, Kaffee- und Teeplantagen.

 

Das landwirtschaftliche Potenzial des Landes ist sehr hoch, vor allem im Westen Kenias. Der Agrarsektor ist mit rund 33 Prozent wichtigster Wirtschaftsbereich und bietet für über 70 Prozent der Bevölkerung Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten. Kenia ist weltgrößter Exporteur von schwarzem Tee und Produzent hochwertiger Arabica-Kaffees. Das Land exportiert unter anderem Schnittblumen, Früchte und Gemüse nach Europa. Insbesondere diese arbeitsintensive Exportlandwirtschaft schafft auch auf kleinen Flächen viele Arbeitsplätze. Allerdings gibt es auch verbreitet Umweltprobleme. Und Konflikte um fruchtbares Land, Wasser und Vieh sind auf der Tagesordnung.

 

75 Prozent der Nahrungsmittel für den einheimischen Markt werden von Subsistenzbauern erzeugt. Das heißt, viele Kleinbauern erwirtschaften kaum mehr als sie selbst benötigen. Auf kleinen Flächen, meist nicht mehr als 3 Hektar Land, bauen sie Mais an, ziehen Gemüse und halten eine oder zwei Kühe, die oft weniger als zwei Liter Milch am Tag geben. Die wenigen Überschüsse werden auf traditionellen Märkten verkauft. Kommt es durch Klimaschwankungen zu vermehrten oder ausbleibenden Regenfällen fällt die Ernte noch knapper aus und die Lebensmittelpreise schießen weiter in die Höhe.

 

KEINE SPEISE OHNE UGALI Die meisten Kenianer essen tagtäglich ihr geliebtes ugali mit sukuma wiki – ein Maisstärkebrei mit gedünstetem Blattgemüse. Die Maisstärke gibt Kraft für körperliche Arbeit und stopft hungrige Mägen. Für viele Kenianer ist eine Mahlzeit ohne ugali keine komplette Mahlzeit. Die Gemüsebeilage sukuma wiki bedeutet auf Swahili wörtlich „die Woche verlängern“, denn sie günstig und bringt einen über die Runden.

Kenias Ziel: Selbstversorgung

Selbstverständlich ist ein Kenia ohne Mangelernährung vorstellbar.  Der kenianischen Regierung ist klar: nur bei steigender Produktivität im Agrarsektor, Viehhaltung und Fischerei kann sich das Land zukünftig selbst versorgen, sein Wirtschaftswachstum ankurbeln und im ländlichen Raum produktive Beschäftigung für Millionen von jungen Menschen schaffen. Laut seiner Vision 2030 will Kenia seine weiterverarbeitende Industrie vorantreiben. Kleinbauern sollen spezialisiert werden, damit sie ihre Erträge steigern und sie besser vermarkten können. Auch sollen verstärkt neu erschlossene landwirtschaftliche Flächen kultivierbar gemacht werden.

 

 

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