Exklusive Kurzgeschichte: Der Blockchain Blues

Ein Bauernhof in Afrika, im Jahr 2080. Alles ist digitalisiert. Die Blockchain ist allmächtiger Bezugspunkt, die Farm gedeiht. Und dann geht alles schief. Eine dystopische Kurzgeschichte - exklusiv aufgeschrieben für SEWOH.

Ich bin ein Alternativtext
Foto: GIZ

Solomon King Benge

(c) Foto Privat
Solomon King Benge ist Gründer von Fundi Bots, einer gemeinnützigen Bildungseinrichtung mit dem Ziel, die Ausbildung in Naturwissenschaften in in Afrika zu beschleunigen. Fundi Bots nutzt Lernwerkzeuge wie Robotik und erweitertes Lehrmaterial, um sowohl die Ergebnisse wie die Karriereaussichten und den technischen Fortschritt in Afrikas Schulen und Gemeinden zu fördern. Benge war 2014 Echoing Green Fellow, 2014 Ashoko Fellow und 2017 African Visionary Fellow der Senegal Family Foundation. Zu seinen Leidenschaften zählen Kunst und das Storytelling in allen medialen Facetten.  

20. März 2025. Kwame Nkrumah Universität, Ghana. 

Am 20. März 2025 saß eine junge Frau nachts in ihrem Wohnheimzimmer der Kwame Nkrumah Universität und tippte unermüdlich auf der Tastatur ihres Computers. Das grelle Licht des Bildschirms erhellte das Zimmer, sodass sich die Silhouette ihrer schlafenden Mitbewohnerin erahnen ließ. Die junge Frau hielt kurz inne und blinzelte immer wieder in Richtung Bildschirm. Sie richtete ihre Brille, runzelte die Stirn und tippte weiter auf der Tastatur.

Die junge Frau hieß Fadi Donkor-Adjaye und studierte bereits im vierter Jahr am College für Landwirtschaft und natürliche Ressourcen. Und just in diesem Moment schrieb sie die letzten Zeilen des Codes für ein Projekt, das sie NotreAger nannte. Die letzten drei Jahre hatte sie sich damit beschäftigt und jetzt war es endlich vollendet. Um 02:26 Uhr klickte Fadi auf den „Upload“-Button und schon fünf Minuten später war NotreAger online.

 

„Für Farmer, von Farmern.“ Der Slogan war einfach, prägnant und geradlinig.

 

Am nächsten Morgen wagte sie eine erste Marketingkampagne, die sie im Vorfeld bereits sorgfältig vorbereitet hatte. Dabei erzählte sie dem Studentenblog der Universität, sie habe mit der Homepage einen zentralisierten Marktplatz für die afrikanischen Landwirte schaffen wollen. „Für Farmer, von Farmern.“ Der Slogan war einfach, prägnant und geradlinig.

„Fadi Donkor-Adjayes Projekt NotreAger ist eine großartige und mutige Initiative“, wurde auf dem Studentenblog der Universität veröffentlicht. „Das Projekt beruht auf Blockchain-Technologie. Somit ist sichergestellt, dass alle Transaktionen der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette sicher und effizient bereits vom Kauf des Saatguts bis zum endgültigen Verkauf an den Kunden im Supermarkt überwacht, verwaltet, durchgesetzt und verfolgt werden können."

Und weiter: „Somit kann ein Bauer ganz bequem von seinem Handy aus überprüfen, zu welchem Endprodukt sein Kaffee, Reis und seine Bohnen verarbeitet und in welchem Geschäft es verkauft wurde. Dadurch erhält er natürlich mehr Macht und auch ein höheres Einkommen, denn somit hat der Landwirt nicht nur einen Qualitätsnachweis, sondern kann auch die Verantwortlichen für Nachfrage und Angebot im Blick behalten, da sich diese um die Verkäufe und Preise des Endproduktes kümmern.“

Der Blog fuhr mit der mutigen Aussage fort: „Somit ist der Zwischenhändler offiziell gestorben!“

 

***

 

Fadis Eltern waren Kleinbauern und hatten stets damit zu kämpfen, Fadi und ihren drei Geschwistern überhaupt den Besuch der Schule zu ermöglichen. Fadi hatte das alles hautnah mitbekommen. Als Fadi dann im zweiten Studienjahr war, starb ihr Vater, sie war am Boden zerstört. Zusätzlich vertraute ihr ihre Mutter an, dass ihr Erspartes nur für ein Jahr reichen würde. Sobald dies aufgebraucht war, wäre sie bankrott. 

 

Fadi wusste nur zu gut, dass es viele Wege gab, um im
Internet Geld zu verdienen.

 

Falls dies wirklich eintreffen sollte, müsste Fadi ihr Studium aufgeben, um ihren drei Brüdern weiterhin die Ausbildung zu ermöglichen. Das konnte Fadi natürlich nicht zulassen, schließlich würde sie doch als erste Frau in ihrer Familie einen Universitätsabschluss als Ingenieurin erwerben. Zwar als Agraringenieurin, aber trotzdem als Ingenieurin.

 

Fadi wusste nur zu gut, dass es viele Wege gab, um im Internet Geld zu verdienen, bis zu diesem Zeitpunkt indes hatte keine Notwendigkeit bestanden, sich damit intensiver auseinanderzusetzen. Aber nun informierte sie sich über Online-Marketing, Influencer auf Social Media und Ähnliches. Aber all die Jahre, die sie ihre Eltern auf der Farm unterstützt hatte, hatten bereits erste Samen der Begeisterung für die harte und leidenschaftliche Arbeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb gesät. Es hatte sie früher schon immer verwundert, warum ihre Eltern besonders in der Erntezeit solche Probleme damit hatten, gute Preise für ihre Ware festzulegen. Sie hatte auch nie verstanden, warum die Ware nicht einfach gelagert und dann außerhalb der Saison zu höheren Preisen verkauft werden konnte.

 

Von ihrer Neugier angetrieben, arbeitete sie sich immer tiefer in auf Farmer zugeschnittene Lösungen ein. Mit der Zeit wuchs auch ihr Interesse an Online-Märkten, die für Kleinbauern gedacht waren. Dabei fand sie zwar Hunderte verschiedene Apps, die aber alle unterschiedliche Erfolge aufweisen konnten. Dann fiel ihr etwas auf: Jede einzelne App war von Technikfreaks entwickelt worden, die eigentlich keine Ahnung von der Landwirtschaft hatten. Keiner von ihnen war auf einer Farm aufgewachsen oder hatte irgendwie Erfahrung damit aufzuweisen; nein, sie hatten lediglich „Marktforschung“ betrieben. 

 

Wie ihre Mutter schüttelte sie verbissen den Kopf und sagte „Klimawandel“.

 

Je tiefer Fadi in die Materie eintauchte, desto selbstbewusster wurde sie. Denn im Gegensatz zu den anderen hatte sie diese Erfahrung, sogar Jahrzehnte davon: Sie hatte sich Tag und Nacht auf der Farm gequält; sie war auf den Markt gegangen und hatte mit Käufern und Zwischenhändlern gefeilscht; sie hatte mit Entsetzen zusehen müssen, als mehrere Wetterumschwünge die Ernte vernichteten.

 

„Das ist der Klimawandel“, hatte ihre Mutter ihr einmal erzählt, als sie in den Himmel blickte und ihren Kopf verbissen schüttelte. Damals war Fadi erst zehn Jahre alt und konnte das alles noch nicht richtig einordnen, aber wie ihre Mutter schüttelte sie verbissen den Kopf und sagte „Klimawandel“.

 

Fadi konnte zwar selbst nicht programmieren, aber sie hatte sich geschworen, es zu lernen. Schließlich wollte sie das Produkt ganz nach ihren Vorstellungen gestalten. Das ganze Vorhaben nahm drei lange und anstrengende Jahre in Anspruch, in denen sie neben der Ausbildung auch online arbeiten musste, um überhaupt für das Schulgeld für sich und ihre Brüder aufkommen zu können.

 

Fadi eignete sich alles Notwendige in kürzester Zeit an und war schnell eine erfahrene Programmiererin. Auch ihre Erfahrung im Online-Marketing-Bereich machte sich bezahlt, denn als NotreAger am 25. März 2025 online ging, hatte es 0 Nutzer. Zwei Wochen später hatte sie schon 500 Farmer von der Plattform überzeugen können.

 

Beim ersten Jahrestag nutzen 100.000 Farmer aus über 30 afrikanischen Ländern NotreAger. NotreAger war ein unglaublicher Erfolg und erzielte bereits im zweiten Jahr 500.000 Dollar.

 

Fünf Jahre später verkaufte Fadi NotreAger und setzte sich auf einer Farm in Süden Ghanas zur Ruhe.

 

Terra Vertus, das Unternehmen, das NotreAger aufgekauft hatte, nannte es nach drei Jahren in NeoAgro um. 2035, zehn Jahre nach der Gründung, nutzten bereits 35 Millionen Farmer aus fast allen afrikanischen Ländern NeoAgro. Somit kontrollierte NeoAgro 85 Prozent des gesamten afrikanischen landwirtschaftlichen Marktes, wovon die Mehrheit aus Kleinbauern bestand. 

 

***

 

18. Februar 2080. Distrikt Lamwo, Nördliches Uganda. 

07:15 Uhr

Jackson Oloya drückte unterhalb seines Ohrs auf einen kleinen Knopf und beendete damit das Gespräch. Er tigerte aufgewühlt durch das Zimmer und starrte dabei auf seine FarmStation, eine beeindruckende Computereinheit auf seinem Tisch. Er starrte ungläubig auf das Holophone-Dock auf dem Tisch und schüttelte den Kopf. Das Bild seines Betriebsleiters verschwand langsam. Er hatte Jackson gerade richtig schlechte Nachrichten überbracht.

 

Jackson schaltete die FarmStation ein und gleichzeitig blinkten viele verschiedene Bildschirme auf. Er stellte eine Internetverbindung her, loggte sich in seinen NeoAgro-Account ein und öffnete das Dashboard. Er überflog die Updates. Bei jedem einzelnen schien es immer schwerer um sein Herz zu werden. Beim letzten Update ließ er sich langsam auf seinen Stuhl gleiten.

 

Sein Betriebsleiter hatte recht: jeder einzelne Service blinkte rot. Status: Offline. 

 

Seine Farm war auf eine schwarze Liste gesetzt worden. Und er, Jackson Oloya, war somit ein abtrünniger Farmer.

 

Noch einmal ließ er den Blick über den Bildschirm streifen, aber dieses Mal langsamer. Roboter, Nährstoffe, Wasser, MarketPlace, Silo, Transport, Wetter, Sensoren ... Alles war offline. Nicht verfügbar. Kein Zugang.

 

Seine FarmStation konnte keine Verbindung mehr zu NeoAgro herstellen. Das bedeutete, dass seine Farm auf eine schwarze Liste gesetzt worden und er, Jackson Oloya, somit ein abtrünniger Farmer war.

 

Panik ergriff Besitz von ihm. Wenn er nicht bald wieder Zugriff auf alles erhalten würde, hätte dies schwerwiegende Folgen: Seine Ernte würde verderben, die Tiere müssten ohne Futter auskommen, er könnte seine täglichen NeoAgro-Ziele nicht erreichen und seine Bewertungen würden rapide in den Keller absinken. Schnell. Innerhalb weniger Tage würde er eine der schlechtesten Bewertungen aller Farmer haben und die ganze harte Arbeit der letzten Jahrzehnte wäre dadurch einfach ausgelöscht. Und dann würde alles richtig, richtig übel werden. 

Aber es gab noch ein größeres Problem: Jackson hatte nicht den blassesten Schimmer, warum ihm jetzt der Zugriff verweigert wurde. Er hatte alle Gebühren für die NeoAgro-Dienste gezahlt, die Hardware war auf dem neuesten Stand und sein Konto war nicht im Minus. Außerdem war Jacksons Farm stets von NeoAgro als lobendes Beispiel herangezogen worden, wenn es um den außergewöhnlichen Einfluss von Präzisionsackerbau ging.

Also, warum zur Hölle war seine Farm offline? 

 

16 Uhr

Jackson stand ratlos auf seiner Farm und seine Stirn war von tiefen Falten durchzogen. Er erwartete einen Anruf der Abteilung für Kundenzufriedenheit von NeoAgro. Aber er wartete jetzt schon seit drei Stunden.

 

Es war unheimlich still. Normalerweise würde man zu dieser Tageszeit schon das Surren der Motoren hören.

 

Seine Farm umfasste drei Hektar Land und war in drei Teile aufgeteilt: Jackson hatte ein Treibhaus und pflanzte auch auf dem Acker an. Zusätzlich hatte er noch einen Stall, in dem Friesische Kühe brüllten und die Hühner laut gackerten. Die Tiere waren seit zehn Stunden nicht mehr gefüttert worden und wurden immer unruhiger. 

 

Es war unheimlich still. Normalerweise würde man zu dieser Tageszeit schon das Surren der Motoren hören. Die Linearroboter würden im Treibhaus von Pflanze zu Pflanze fahren, um die Bodenfeuchte, -acidität und den Nährstoffgehalt zu kontrollieren. Gleichzeitig würden sie pflanzen, bewässern und ernten, stets auf den jeweiligen Zyklus der Ernte abgestimmt. Auch die Melkmaschinen waren offline, weswegen einige der Kühe bereits unruhig wurden. Am anderen Ende der Farm standen alle automatisierten Transportdrohnen aufgereiht beim Silo, auf dessen Schloss ein rotes „Zugriff abgelehnt“ prangte.

 

Seine Arbeiter, von denen die meisten Wartungstechniker waren, schlenderten träge herum und unterhielten sich leise miteinander, während sie auf eine Lösung ihres Chefs warteten. Jackson bemerkte, dass sie alle besorgt dreinblickten. Und er wusste auch genau warum: Auf FarmStation gab es auch ein Bewertungssystem für Farmangestellte, wodurch besonders begabte und tüchtige Ingenieure und Arbeiter bessere Stellen und Gehälter bekommen konnten. Und da FarmStation mittlerweile auch die Gehälter kontrollierte ... Jackson schüttelte den Gedanken ab. Er wollte nicht mal im Traum daran denken, die am Ende des Monats fälligen Gehälter nicht mehr bezahlen zu können.

 

Die Arbeiter ärgerten einen noch sehr jung erscheinenden Mann, der ungeschickt zwischen den Robotern herumstolperte. Er lachte nervös und gelobte stolz und feierlich, ab jetzt vorsichtiger zu sein. 

Das Holophone machte sich in Jacksons Ohr bemerkbar. Er setzte schnell die Projektionsbrille auf, um den Anrufer auch sehen zu können. Er runzelte die Stirn. Es war eine alte Bekannte: Clare Nassonko. Die Falten auf seiner Stirn vertieften sich. Das war kein gutes Zeichen. Er hatte Clare schon seit ...

Meine Güte, dachte er, das muss ja schon Ewigkeiten her sein!

Jackson hatte Clare vor fast zwanzig Jahren auf einer Gewerkschaftsversammlung von Landwirten kennengelernt. Damals war sie noch die Leiterin der Kundenakquise in Ostafrika von NeoAgro und war gerade unterwegs, um neue Produkte anzupreisen. Dabei informierte sie verschiedene Gewerkschaften über ein Paket mit einem Komplettzugriff auf NeoAgro, das auf Farmer wie Jackson perfekt zugeschnitten war.

 

„Auf diesen Tag habe ich wirklich schon seit sehr langer Zeit gewartet“, sagte Clare und ging dabei vor dem Publikum auf und ab.

 

Sie hatte ein natürliches Verkaufsgeschick, und ihr Präsentationskönnen war wirklich unvergleichlich. In einem schwachen Moment hatte sie Jackson anvertraut, dass sie sich zur Inspiration ununterbrochen die Videos der größten Redner aller Zeiten angesehen hatte. Ganz besonders die Reden von Steve Jobs.

 

Wir haben euch mehr Wertschöpfung verliehen. Wir haben euch die Kontrolle überlassen! Wir geben euch ... MACHT!“

 

„Den heutigen Tag werdet ihr niemals vergessen.“ Clare lächelte.

 

Die Landwirte applaudierten. Sie alle nutzten bereits NeoAgro und hatten damit nur gute Erfahrungen gemacht. Viele von ihnen konnten ihr Einkommen verzehnfachen, weil sie durch NeoAgro eine umfassende Kontrolle und einen kompletten Zugriff auf das Marktgeschehen hatten. Natürlich wurden dafür auch Gebühren verlangt, doch die Bauern bezahlten diese nur zu gerne. Die traditionellen Zwischenhändler hatten in den letzten Jahrzehnten ihre gesamte Macht eingebüßt. Denn die Bauern hatten diese stattdessen an das neue Kronjuwel von Terra Vertus übertragen. NeoAgro verwaltete mittlerweile die gesamten Dienstleistungen für 97 Prozent der afrikanischen Landwirte.

 

An diesem Tag wollte Clare sie davon überzeugen, NeoAgro noch ein bisschen mehr Vertrauen zu schenken.

 

„Manchmal erscheint ein neues und revolutionäres Produkt, das einfach alles verändert.“ Beim Sprechen wirkten ihre Gesten fast schon herrschaftlich, aber auch so kontrolliert, dass sie ein wenig an einen Militärgeneral erinnerte, der seine Truppen vor einem Kampf motiviert. „NeoAgro hat nicht nur die Landwirtschaft verändert, sondern den gesamten afrikanischen Kontinent. Mit den Blockchain-basierten Diensten von NeoAgro haben wir nicht nur den Zugang der Farmer zum Marktgeschehen verbessert, sondern auch die gesamte landwirtschaftliche Wertkette. Wir haben euch mehr Wertschöpfung verliehen. Wir haben euch die Kontrolle überlassen! Wir gaben euch ... MACHT!“

 

Die Halle tobte vor Applaus und zustimmenden Rufen. Es dauerte eine Weile, bis sich alle wieder beruhigt hatten. Clare sonnte sich in der Bewunderung ihres Publikums. Sie hatte die Bauern bereits am Haken, obwohl diese noch gar nicht wussten, was sie ihnen überhaupt verkaufen wollte.

 

„Heute möchte ich euch das revolutionärste Produkt vorstellen, das wir jemals entwickelt haben.“

 

Sie schwieg kurz, um den Worten Nachdruck zu verleihen und blickte sich im Raum um. Die Landwirte neigten sich alle nach vorne und Jackson am weitesten. 

 

„Wir haben diesem unvergleichlichen Produkt den Namen ... FarmStation gegeben!“

 

„Heute will ich euch drei revolutionäre Produkte vorstellen. Das erste Produkt ist eine neue und aktualisierte Echtzeit-Version von NeoAgro. Es heißt Version X und bietet Zugang zu Marktplätzen, Wetter- und Transportdiensten sowie Landverwaltung und Kreditrahmen. Das zweite Produkt kommt einem wahren Durchbruch gleich. Es ist ein vollautomatisches Landwirtschafts-System mit Mikro-Robotern, Erntesensoren, Bewässerung, Erntemanagement und Lagerung im Silo. Das dritte Produkt, das ich euch heute vorstellen möchte, ist das leistungsstärkste Computersystem zur Verwaltung einer Farm, das jemals entwickelt wurde. Und all dies greift ineinander, sodass ihr eure Farmen nicht nur sicher, sondern auch effizient verwalten könnt.

 

Drei Produkte ... NeoAgro X ... ein automatisiertes Landwirtschafts-System und... ein leistungsstarker Verwaltungs-Computer für die Farm.

 

Aber ... das sind nicht drei separate Produkte.“

 

Clare blieb stehen. Sie blickte ins Publikum und suchte den Augenkontakt mit verschiedenen Farmern. Sie wartete, bis die Worte ihre gesamte Bedeutung entfaltet hatten. Sie konnte die Spannung förmlich vor sich sehen, die sich langsam in Erlösung wandelte, als die Farmer endlich die Verbindung schlossen.

 

„Das sind nicht drei separate Produkte.“ Ihre Stimme war stark und ruhig und strahlte das Selbstbewusstsein einer Person aus, die ganz genau weiß, dass sie allein in diesen Moment die Kontrolle besitzt. Die Luft sprühte nur so vor Elektrizität.

 

„Wir haben diesem unvergleichlichen Produkt den Namen ... FarmStation gegeben!“

 

Und mit einer überschwänglichen Geste, die sie wahrscheinlich in den letzten Monaten vor dem Spiegel eingeübt hatte, enthüllte sie das neue FarmStation-System. Es sah unglaublich aus.

 

Der Applaus war ohrenbetäubend. Jeder sprang auf und gab den anderen Farmern High five. „Lang lebe NeoAgro! Lang lebe Terra Vertus!“

 

***

 

„Jackson!“ Die Stimme in seinem Ohr unterbrach jäh seine Träumerei und brachte ihn zurück in die Gegenwart. Er konnte immer noch die Sprechchöre hören, selbst sein eigenes überschwängliches Jubeln. 

 

Aber jetzt war Clare die Leiterin der Abteilung für Kundenbeziehungen. Die erfolgreichen Verkäufe der FarmStation hatten sie sofort an die Spitze des Unternehmens katapultiert. Sie hatte die Einführung der FarmStation in Ostafrika selbst überwacht und dafür oft lange Wege mit ihren Technikern auf sich genommen, um gewährleisten zu können, dass die Farmer auch mit dem Produkt zufrieden waren. Sie war sogar persönlich anwesend, als die FarmStation auf seiner Farm installiert wurde.

 

Meine gesamten Systeme sind offline und keiner bei der Kundenbetreuung von NeoAgro kann mir Auskunft geben.

 

„Clare! Gott sei Dank! Ich brauche deine Hilfe!“ Jackson war wieder auf die Problemlösung konzentriert und verdrängte die Erinnerungen.

 

„Jackson, das weiß ich doch. Ich habe deinen Namen auf der schwarzen Liste gesehen und wollte deswegen persönlich mit dir sprechen. Du weißt ja, ich behalte bei meinen Farmen gerne selbst die Kontrolle.“

 

„Ich weiß nicht, was hier vor sich geht, Clare. Ich wurde heute morgen von einem panischen Holocall meines Farmmanagers aufgeweckt. Meine gesamten Systeme sind offline, und keiner bei der Kundenbetreuung von NeoAgro kann mir genauere Auskünfte geben. Mir wird nur immer wieder gesagt, dass das Problem an eine obere Stelle weitergeleitet wurde. Clare, meine Kühe wurden den ganzen Tag noch nicht gemolken.“

 

„Ich weiß. Ich kann das alles von hier aus sehen. Jackson, es gibt da ein großes Problem. Du ... deine Farm hat den Integritätskodex unserer Lieferanten verletzt.“ Ihre Stimme war ruhig und trotz der schlechten Holocall-Verbindung konnte er sehen, dass sie ihn genau beobachtete.

 

„Ich ... Ich verstehe das nicht“, antwortete Jackson zögerlich. Er durchsuchte panisch seine Erinnerungen und versuchte herausfiltern zu können, wo und wann er versagt haben könnte. Vielleicht hatte ja einer seiner Arbeiter ... Nein. Den Gedanken wollte er nicht zulassen. Seine Arbeiter waren alle super ausgebildet ... sie waren die besten. Ihre Bewertungen waren immer an der Spitze. Die Schuld für dieses Fiasko konnte unter keinen Umständen bei ihnen liegen.

 

„Ich beschuldige dich nicht. Aber NeoAgro unterlaufen keine Fehler, und das System ist nicht korrumpierbar.

 

„Jackson ...“ Clares Stimme war tiefer geworden und klang jetzt todernst. „Die digitale Struktur der frisch geernteten Bohnen, die du letzte Woche geliefert hast, passt nicht zu der Signatur der Bohnen, die auf deiner Farm geerntet werden sollten.“

 

„Was? Das ist unmöglich!“

 

„Aber so wird es uns hier angezeigt.“

 

„Clare, beschuldigst du mich damit etwa, mein Saatgut manipuliert zu haben?“

 

„Ich beschuldige dich nicht. Aber NeoAgro unterlaufen keine Fehler, und das System ist nicht korrumpierbar. Auf deiner Farm gab es illegale Handlungen, und irgendjemand muss sie begangen haben. Die Daten deiner FarmStation beweisen, dass im Pflanzstadium etwas Unerlaubtes vor sich gegangen ist. Irgendjemand hat den Robotern illegales Saatgut hinzugefügt.“

 

„Warte mal. Sollte die FarmStation nicht den Zugang blockieren und alle Aktivitäten umgehend stoppen, wenn in dieser Phase ein Fehler unterläuft?“

 

„Ja, eigentlich schon. Aber das ist nicht der Fall, wenn das System denkt, dass du neue Pflanzen anbaust oder die neue Sorte einer bereits bestehenden Kultur spleißt. Wir haben hier alles Wichtige vorliegen und auch die Smart Contracts aller essentiellen Phasen sind vorhanden. Aber irgendjemand hat ausgerechnet beim verwundbarsten Zeitpunkt des Systems gegen die Regeln verstoßen: bei der Lagerung von Saatgut. Leider basiert die erste Phase des Blockchain-Systems von NeoAgro auf unserem Vertrauen in dich, den Farmer. Und dieses Vertrauen wurde verletzt.“

 

Das war nicht Clare. Das war die Stimme von NeoAgros Macht. Die Macht, die er und andere Kleinbauern
vor Jahrzehnten aufgegeben hatten.

 

Verletzt. Was für ein heftiges und Unheil drohendes Wort, dachte Jackson.

 

„Und was soll ich jetzt machen? Kann das zurückverfolgt werden? Clare, du kennst mich doch. Du weißt ganz genau, dass ich so etwas niemals tun würde. Und mein Team auch nicht. Ich vertraue ihnen vollkommen, und sie hätten so viel zu verlieren.“

 

„Du stehst jetzt erst einmal auf der schwarzen Liste, Jackson.“ Clares Stimme am anderen Ende des Holocalls klang so kalt und distanziert.

 

Jackson konnte regelrecht spüren, wie die Welt um ihn herum immer kleiner wurde. Als Clare weiterredete, lief Jackson ein eiskalter Schauer den Rücken herunter.

 

„NeoAgro macht keinerlei Ausnahmen, wenn Landwirte den Integritätskodex brechen. NeoAgro muss darauf vertrauen können, dass die Landwirte genau das tun, was ihnen vom System aufgetragen wird, und zwar genau dann, wann und wo ihnen die Aufgabe erteilt wird. Auf die Millisekunde genau. Wenn ein Landwirt diese Regel nicht befolgt, zerstört er das Vertrauen und das kann schnell zu mehreren Integritätsverletzungen im gesamten Netzwerk führen.“

 

Jackson war sprachlos. Das war nicht Clare. Das war die Stimme von NeoAgros Macht. Die Macht, die er und andere Kleinbauern vor Jahrzehnten aufgegeben hatten.

 

„Ich sehe mal, was ich machen kann.“ Clares Stimme hatte jetzt einen winzigen Hauch von Sympathie inne, aber klang trotzdem noch so kalt. „Aber ich muss dich warnen, mir sind die Hände gebunden. Es kann lange dauern, bis das geklärt ist.“ 

 

Sie waren über die Jahre enge Freunde geworden und immer in Kontakt geblieben, bis Clare in ein anderes Land versetzt wurde. Ab dem Zeitpunkt gestaltete es sich schwieriger, da Clare immer so viel zu tun hatte und kaum Zeit für ein Telefonat oder einen Kaffee entbehren konnte, wenn sie mal wieder in der Gegend war. Aber die Regeln, Richtlinien und Rahmenbedingungen von NeoAgro kümmerten sich nicht länger um Freundschaften, noch nicht gemolkene Kühe, verwelkende Ernten und hungernde Landwirte, die ihre Gebete über einen leeren Essenstisch sprechen mussten. Sie interessierten sich nur für die kalten, harten und unbestechlichen Daten der unzähligen FarmStations, die auf fast jeder einzelnen Farm in Afrika verwendet wurden.

 

Als sich die Stille zur Unendlichkeit auszudehnen schien, fragte Jackson: „Wann kann ich mit einer Antwort rechnen?“ Wollte er die Antwort überhaupt hören?

 

„Fünf Wochen, aber ich kann dir nichts versprechen.“

 

Fünf Wochen?!! F***! Schon eine Woche ohne NeoAgro bedeutete unvergleichliches Chaos. Aber fünf Wochen kamen einem Todesstoß gleich.

 

F***!!

 

18:32 Uhr

Jackson wanderte durch das Treibhaus. Er hatte die unnötige Energieversorgung der gesamten Farm abgeschaltet, sodass nur noch die Beleuchtung übrig blieb. Es hatte schließlich keinen Sinn, den Strom angeschaltet zu lassen. Seine Farm war dem Untergang geweiht und seine Bewertungen würden rapide in den Keller absinken. Er hatte sein ganzes Leben um NeoAgro herum aufgebaut, aber jetzt ... jetzt war einfach alles ... weg. NeoAgros Abteilung für Rechtsfragen und Compliance hatte kein Erbarmen und wollte auch aufgrund seiner vorherigen Erfolgsbilanz keine Nachsicht zeigen. Verletztes Vertrauen ist nun mal verletztes Vertrauen, sagten sie. Blockchain lügt nicht, murmelten sie. Unsere Daten sind unbestechlich, betonten sie.

 

Er erreichte den Ausgang des Treibhauses und winkte einem seiner Arbeiter zu, der gerade das Gebäude betrat. Es war derselbe Arbeiter, der am Morgen von seinen Kollegen geärgert worden war. Er war neu hier und sah noch sehr jung aus, wahrscheinlich noch kaum erwachsen. Er war aus einem anderen Dorf zum Arbeiten auf die Farm gekommen. Ein entfernter Verwandter von Jacksons Frau hatte das arrangiert.

 

Der junge Arbeiter erwiderte Jacksons Gruß und ging weiter.

 

Jackson stieg auf sein Motorrad und fuhr nach Hause, um seiner Familie die schlechte Nachricht zu überbringen. In der Zwischenzeit ging der Arbeiter zur Lagerungseinheit, in der sich das Saatgut für die Pflanzen befand.

 

Ein roter Schein erschien über Jacksons Farm.
Zugang. Verweigert.

 

Er öffnete das Päckchen in seiner Hand und inspizierte aufmerksam den Inhalt. 

 

Als er vor ein paar Wochen seine Arbeit hier begonnen hatte, war ihm aufgefallen, dass der Container für die Lagerung des Saatguts nicht immer so voll war, wie er eigentlich sein sollte. Um Eindruck bei seinem neuen Chef zu machen, hatte er sich deswegen Saatgut vom nahegelegenen Markt besorgt und den Container damit aufgefüllt. Er hatte den gesamten Nachmittag damit verbracht, noch mehr Saatgut vom Markt zu besorgen. Seine Ausbeute befand sich in dem Päckchen, das er jetzt in den Händen hielt.

 

Er war sehr zufrieden mit sich selbst, da das System keine Fremdkörper wie Steine in dem neuen Saatgut feststellte. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht schüttete er alles in den Container und verschloss danach die Lagerungseinheit. 

 

Als die Sonne langsam unterging, verließ der Arbeiter die Farm und begab sich nach Hause. Er war glücklich. Sein Chef würde so stolz auf ihn sein, weil er vorausschauend gehandelt hatte...

 

Als der Tag sich dem Ende neigte, summte und brummte es wie üblich auf den Farmen in der Nachbarschaft. Die Roboter pflanzten, jäteten, bewässerten und ernteten. Die Melkmaschinen zupften und drückten und füllten sorgfältig etikettierte Container mit frischer Milch. Die Transport-Drohnen flogen durch die dunkle und mondlose Nacht. Sie landeten, wurden beladen und hoben mit außergewöhnlicher Präzision wieder ab. 

 

In der Dunkelheit erschien ein roter Schein über Jacksons Farm und erhellte den nächtlichen Himmel mit pulsierenden Wörtern ... 

 

Zugang. 

 

Verweigert.

 

Zugang.

 

Verweigert.

 

Zugang.

 

Verweigert.

 

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Schluss mit armselig

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In Westafrika wächst eine neue Mittelschicht heran. Ihr Konsumverhalten bestimmt die Nachfrage nach Produkten - den eigenen oder Importware, per Internet oder auf dem Dorfmarkt. Speziell die Menschen in der Elfenbeinküste blicken optimistisch in die Zukunft.

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Neuer Anlauf zur Industrialisierung Afrikas

Ein Beitrag von Helmut Asche

Afrika steht vor dem Absprung. Es gibt vielversprechende Ansätze einer nachhaltigen Industrialisierung. Doch der Weg dahin stellt den Kontinent vor neue Herausforderungen.

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(c) Katapult/GIZ

Wenn es klickt und surrt: Der digitalisierte Hof

Eine interaktive Grafik von Jan Rübel

Unmengen an Apps und anderen Entwicklungen drängen auf den Markt, aber was macht wirklich Sinn? Ein kritischer Überblick: So könnte ein kleinbäuerlicher Hof in Afrika aussehen - mit Hilfe von Smartphone, Internet und Strom.

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Aus vielem wird Eins: CGIAR-Netzwerk baut um

Ein Beitrag von Jan Rübel

Die internationale Agrarforschung reagiert auf neue Herausforderungen: Deren Beratungsgruppe unterzieht sich einem tiefgreifenden Reformprozess und vereint Wissen, Partnerschaften und Infrastrukturen zu OneCGIAR.

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(c) Joerg Boethling/GIZ

"Wir sind eben doch kein Uber für Traktoren"

Interview mit Jehiel Oliver

Jehiel Oliver arbeitete erfolgreich im Consulting. Dann stieg er aus dem Investmentbanking aus und wurde Sozialunternehmer. Seine Mission: Traktoren für Afrika, und zwar auf Miete! Wie kam er darauf? Das beantwortet im Gespräch mit Jan Rübel.

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(c) Welthungerhilfe

5 Fragen an Shenggen Fan: Wo sind die neuen Wege?

Interview mit Shenggen Fan

Kurz vor dem Ausscheiden aus seinem Amt als Generaldirektor des IFPR spricht Shenggen Fan über nötige Reformen und Vorgehensweisen, um die globale Ernährungssicherheit im kommenden Jahrzehnt zu erreichen. Für SEWOH zieht der Agrarexperte Bilanz - was ist nun zu tun?

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(c) Klara Palatova/WFP

Ein Wegweiser: Wo geht es denn hier zum Markt?

Ein Beitrag des World Food Programme

Bis 2050 müssen neun Milliarden Menschen genügend zu essen haben. Als Weltbevölkerung müssen wir mehr Nahrungsmittel produzieren und weniger verschwenden. Das ist auch die oberste Priorität des UN World Food Programme (WFP).

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Silicon Valley für Afrikas Agrar-Start-ups

Ein Beitrag von Michel Bernhardt (GIZ)

Das Vorhaben “Skalierung von digitalen Agrarinnovationen durch Start-ups" (SAIS) unterstützt afrikanische Start-ups im Agrar- und Ernährungsbereich dabei ihre digitalen Innovationen zu skalieren und so eine größere Anzahl von Nutzerinnen und Nutzern zu erreichen.

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“Corona entlarvt die Schwächen unserer Ernährungssysteme”

Interview mit Arif Husain (WFP)

Die Vereinten Nationen planen einen Gipfel zu Ernährungssystemen - und nun diktiert das Corona-Virus die Agenda. Der Chefökonom des UN-Welternährungprogramms zieht eine aktuelle Bilanz. Ein Gespräch mit Jan Rübel über Pandemien, die Chromosomen der Entwicklung – und über die Konflikte, die sie hemmen.

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(c) Simon Veith

Neue Chance

Interview mit Lutz Hartmann

Lutz Hartmann hat sich mit der Pacht einer dreihundert Hektar großen Obstplantage in Äthiopien einen lang gehegten Traum verwirklicht: In Afrika ein eigenes Unternehmen zu führen. Nun geht ihn die Frage, wie sich Afrika entwickelt, auch persönlich an.

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(c) Simon Veith

Der Big Bang ist möglich

Interview mit Joachim von Braun

Zufriedene junge Menschen auf dem Land, grüne Entwicklung und der Anschluss ans digitale Zeitalter – auch in Afrika hält Professor Joachim von Braun dieses Zukunftsszenario für möglich. Seit drei Jahrzehnten erforscht der Agrarwissenschaftler, welche Stellschrauben der Politik zur Schaffung von Wohlstand auf dem Kontinent zur Verfügung stehen

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Streitgespräch: Brauchen Lieferketten Haftungsregeln?

Doppelinterview über das geplante Gesetz

Die Bundesregierung ringt um ein Lieferkettengesetz. Verletzungen von Menschenrechten, Sozial- und Umweltstandards sollen damit angegangen werden. Was wären die Folgen für die Wirtschaft? Ein Doppelinterview mit Veselina Vasileva von GEPA und dem Wirtschaftsprofessor Andreas Freytag.

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Ebay gegen den Hunger - eine App hilft Kleinbauern in Sambia, ihre Ernten zu verkaufen

Weltweit sind Kleinbauern gezwungen, ihre Ernten aufgrund fehlender Marktinformationen unter Preis zu verkaufen. Eine neue App von UN World Food Programme (WFP) will das ändern.

Ein Projekt des WFP

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(c) GIZ

Nachhaltige handwerkliche Fischerei und Aquakultur im ländlichen Raum

Fisch ist aufgrund seiner Nährstoffe ein wichtiges Mittel zur Bekämpfung von Mangel- und Unterernährung. Aber nicht nur das zeichnet ihn aus. Fisch bildet auch die Lebens- und Beschäftigungsgrundlage von 600 Millionen Menschen weltweit.

Ein Projekt der GIZ

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Kleine Fische mit großem Potenzial

Ein Beitrag von Paul van Zwieten

Die afrikanische Binnenfischerei ist zunehmend auf den Fang kleiner Fischarten angewiesen, die sonnengetrocknet über weite Distanzen gehandelt werden. Sie leisten einen wichtigen Beitrag gegen "versteckten Hunger": Im Ganzen verzehrt sind Kleinfische eine wichtige Quelle für Mikronährstoffe. Nur hat dies die Politik leider noch nicht erkannt.

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Frau Rudloff, was bringt ein Lieferkettengesetz?

Interview mit Bettina Rudloff

Die Bundesregierung feilt an einer Verpflichtung privater Akteure zur Einhaltung von Menschenrechten – ein Lieferkettengesetz. Was sind die Folgen für den Agrarsektor? Dr. Bettina Rudloff von der Stiftung Wissenschaft und Politik über die Verkettung von Politikfeldern und Wertschöpfung.

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Referenzwerte: Ein Baustein auf dem Weg zu sozialer Gerechtigkeit

Ein Beitrag von Friederieke Martin (GIZ)

Eine schnelle und kostengünstige Methodik berechnet existenzsichernde Einkommen und Löhne für eine Vielzahl an Ländern. Die GIZ hat zusammen mit Fairtrade International und Richard und Martha Anker ein Instrument zu geben, mit dem Unternehmen Einkommens- und Lohnlücken einfacher analysieren können.

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Supermärkte im Menschenrechtscheck

Ein Beitrag von Dr. Franziska Humbert (Oxfam)

In seinem dritten Jahr zeigt der Supermarkt-Check der Organisation Oxfam vor allem einen klaren Trend auf: Es geht! Supermärkte im Norden können ihre bisherigen Geschäftspolitiken ändern und stärker auf die Rechte derjenigen Menschen in aller Welt ausrichten, die Lebensmittel anbauen und ernten. Es geht aber nicht ohne Druck. 

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Uli Reinhardt/Zeitenspiegel

Bittere Frucht

Ein Beitrag von Frank Brunner

Wieso wird Schokolade nicht dort in Tafeln gegossen, wo auch der Kakao angebaut wird? Autor Frank Brunner analysiert die brüchige Wertschöpfungskette der Branche von der Plantage bis in den Supermarkt.

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(c) Christoph Püschner

Der Preis ist nicht alles

Ein Beitrag von Bettina Rühl

Einheimischer Reis kostet in Togos Hauptstadt Lomé fast doppelt so viel wie die importierte Ware aus Thailand. Doch es gibt gute Gründe, das lokale Produkt zu bevorzugen.

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(c) Christoph Püschner/Zeitenspiegel

Sklaven stellen keine Qualität her

Interview mit Alfred Ritter

Ritter Sport kennt jedes Kind in Deutschland. Die meisten Kinder, die auf westafri-kanischen Plantagen Kakao ernten, haben dagegen noch nie Schokolade gegessen. Kann ein Schokoladenfabrikant die Welt ändern? Ein Gespräch mit Alfred Ritter über Macht und Ohnmacht eines Unternehmers.

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„Aus Soja lässt sich mehr machen, als nur Mehl“

Ein Bericht von Johanna Steinkühler (GIZ)

Die Sojabohne ist eine natürliche Ackerfrucht, aus der man ein Menge Lebensmittel herstellen kann. Also startete Tata Bi erst alleine, dann mit einigen anderen Frauen einen kleinen Weiterverarbeitungsbetrieb, der den Frauen ganzjährig eine zusätzliche Einnahmequelle neben dem Verkauf der Sojabohnen bietet.

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Wie eine gerechtere EU-Handelsagenda möglich ist

Ein Bericht von Dr. Jan Orbie (Universität Gent)

„Gerecht“ und „nachhaltig“ sind Schlüsselworte der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Gleichzeitig strebt Deutschland eine „Modernisierung“ der WTO und „zügige Fortschritte“ bei Freihandelsabkommen an. Sind diese Ziele wirklich kompatibel? Dürfen wir uns Gedanken um Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit machen, während wir so weitermachen wie bisher?

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Globale Verantwortung: Ohne Hungerbekämpfung kein Fortschritt

Ein Beitrag von Lisa Hücking (WHH)

Kanzlerin Merkel ist als Ratspräsidentin in ein ambitioniertes europapolitisches Programm gestartet: Kompromisse in den Budgetverhandlungen, ein geordneter Brexit sowie eine angemessene Antwort auf die Corona-Krise. Leider sucht man vergeblich nach jener Position, die sie noch vor kurzem vertrat: Afrikas Wohlstand liegt im Interesse Europas.

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Indonesien / Borneo, März 2000: Nördlich von Palangkaraya liegen inmitten der verwüsteten Landschaft die Basislager illegaler Holzfäller.(c) Christoph Püschner/Zeitenspiegel

Gesundheit ist ohne gesunde Ernährung nicht möglich

Ein Beitrag von Heino von Meyer (SEWOH)

Corona erschwert das Ziel einer Welt ohne Hunger bis 2030 noch mehr. Damit diese Perspektive nicht aus dem Blickfeld gerät, muss Deutschland international eine stärkere Rolle spielen - eine Zusammenfassung des Strategischen Begleitkreises der SEWOH.

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Hier steht eine Bildbeschreibung

Erklärung der Ko-Vorsitzenden: GAFSP und die COVID-19-Pandemie

Ein Beitrag von GAFSP

COVID-19 hat beispiellose Auswirkungen auf die Welt. Wie immer sind die Schwächsten am härtesten betroffen, sowohl zu Hause als auch – und dort besonders – im Ausland. Ein gemeinsamer Aufruf des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) und des Department for International Development (DFID).

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Kein Regenwald für unseren Konsum

Ein Beitrag von Jenny Walther-Thoß (WWF)

Für die Herstellung von Palmöl, Fleisch oder Möbeln werden in den Tropen weiter Regenwälder gefällt. Höchste Zeit zu handeln. Lösungsvorschläge liegen auf dem Tisch.

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(c) Privat

Kleine Farmen, großes Geld

Ein Beitrag von Agnes Kalibata (AGRA)

Agnes Kalibata, seit 2014 Präsidentin der AGRA und ehemalige Ministerin für Landwirtschaft und Wildbestände in Ruanda, ist davon überzeugt, dass Afrikas Wirtschaft nur dann nachhaltig wachsen wird, wenn auch kleinteilige Landwirtschaft als Chance begriffen wird.

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Im Kampf gegen illegale Fischerei

Eine Reportage

Meere sind wichtig für die Ernährung. Doch sie sind überfischt. Um diesen Trend aufzuhalten geht die Weltgemeinschaft nun gegen illegale Fischerei vor. Journalist Jan Rübel hat dazu unter anderem mit Francesco Marí, Referent für Welternährung, Agrarhandel und Meerespolitik bei „Brot für die Welt“, gesprochen.

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JETZT NEU: BMZ-Strategie "Eine Welt ohne Hunger"

Eine BMZ-Kernthemenstrategie

Eine Welt ohne Hunger innerhalb der planetaren Grenzen ist möglich! Mit diesem Leitgedanken tritt ab sofort die neue BMZ-Strategie zu unserem gemeinsamen Thema, Eine Welt ohne Hunger, in Kraft. Erfahren Sie hier mehr.

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Der Reissektor in Westafrika: Eine politische Herausforderung

Neue Einblicke zur Entwicklung des Handels und der Reiswertschöpfungskette in Westafrika

Niedrige Importzölle, Schmuggelaktivitäten, unvorhersehbare Steuerbefreiungen und eine schwache Durchsetzung von Lebensmittelsicherheitsnormen: Das Potenzial lokaler Reis-Wertschöpfungsketten wird in westafrikanischen Ländern untergraben.

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Indonesien / Borneo, März 2000: Nördlich von Palangkaraya liegen inmitten der verwüsteten Landschaft die Basislager illegaler Holzfäller.(c) Christoph Püschner/Zeitenspiegel

Müssen wir ein neues Ernährungssystem wagen?

Ein Beitrag von Dr. Felix zu Löwenstein (BÖLW)

Ausbleibende Saisonarbeitskräfte und Virenexplosion in Schlachthöfen, steigende Gemüsepreise, Klimakrise - all das macht deutlich, was eigentlich schon seit Jahrzehnten klar ist: unser Ernährungssystem ist zwar hoch produktiv. Es ist aber nicht resilient.

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Wieviel verschwenden wir tatsächlich, Herr McFeely?

Ein Interview mit Peter McFeely (WWF)

Der WWF hat eine aufsehenerregende Studie zur Verschwendung von Lebensmitteln erstellt. Im Fokus: Die Verluste in der Landwirtschaft. Was getan werden kann, erläutert Peter McFeely, globaler Leiter der Abteilung Kommunikation und strategische Planung

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Noch neun Ernten bis 2030: Wie stellt sich das BMZ zukünftig auf?

Ein Interview mit Dirk Schattschneider (BMZ)

Die Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ (SEWOH) wird eins der fünf Kernthemen im BMZ . Dirk Schattschneider, Beauftragter der SEWOH im BMZ über bisherige Ansätze, zukünftige Aktionsfelder und den politischen Willen, den Hunger zu beenden.

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Fairer Handel und Klimagerechtigkeit: Alles hängt zusammen

Ein Beitrag der Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA)

Organisationen des Fairen Handels und die Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA) haben zur Cop 26 die #ichwillfair-Kampagne gestartet, um die Verbindung von globalen Lieferketten und dem Klimawandel aufzuzeigen.

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(c) Katapult/GIZ

Afrikas digitale Disruption

Grafiken

Was Afrika im Zuge der Digitalisierung erlebt, ist eine Disruption. Hier werden drei Schritte in einem genommen, dort verharrt man. Die Veränderungen sind jedenfalls enorm und bergen manche Überraschung. Ein grafischer Spaziergang.

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Neue Kampagane: "Armut ist sexistisch"

Interview mit Stephan Exo-Kreischer

Das ist der Maßstab für alle: Mehr Rechte für Frauen bilden einen entscheidenden Schlüssel im Kampf gegen extreme Armut und Hunger weltweit, sagt der Deutschland-Direktor von ONE. Die Organisation ist auf politische Kampagnen als Hebel für nachhaltige Veränderung spezialisiert.

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Die menschliche Finca

Interview mit Marvin Antonio Garcia Otero

Im Osten El Salvadors kultivieren Campesinos ein Selbstbild, das auch die Jugend auf dem Land halten soll. Mit Hilfe der Caritas haben sie die Anbaumethoden ihren Böden und Traditionen angepasst - die beste Versicherung gegen Landflucht und Kriminalität, sagt Marvin Antonio Garcia Otero, der stellvertretende Direktor der Caritas in der Diözese San Miguel.

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"Landwirtschaft kann ein Jobmotor werden"

Interview mit Reiner Klingholz

Wie kann sich die Landwirtschaft in Afrika modernisieren? Und führt der Weg in die Städte wirklich raus aus der Armut? Dr. Reiner Klingholz vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung im Gespräch mit Jan Rübel .

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(c) GIZ

Jugendbeschäftigung im Ländlichen Raum

Die Weltbevölkerung wächst weiter. Somit erhöht sich sowohl der Bedarf an Nahrungsmitteln als auch an produktiven Beschäftigungsmöglichkeiten. Jugendlichen im ländlichen Raum bessere Beschäftigungsperspektiven bieten, das ist eines der Ziele des Sektorvorhabens. Denn die junge Bevölkerung ist der Schlüssel zu einer modernen und effizienten Agrarwirtschaft.

Ein Projekt der GIZ

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(c) DVV

Vernetzte Lebensräume in Subsahara-Afrika – Leben zwischen Stadt und Land

Im Rahmen der Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ werden Forschungsergebnisse zu Transformationsprozessen und Gestaltungsinstrumenten in Subsahara-Afrika veröffentlicht.

Ein Projekt des SLE

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Nicht nur schmückendes Beiwerk

Ein Beitrag der Welthungerhilfe

Afrika hat die jüngste und am schnellsten wachsende Bevölkerung der Erde. Für viele junge Menschen könnte die Landwirtschaft eine Job-Perspektive bieten. Doch um deren Lebensbedingungen und Jobaussichten auf dem Land zu verbessern, sind politische Reformen und Investitionen dringend notwendig. Denn diese jungen Menschen werden zukünftig im Mittelpunkt der Landwirtschaft und ländlichen Entwicklung stehen.

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Eine Chance für den Kontinent

Ein Beitrag der Bill & Melinda Gates Foundation

Afrikas Bevölkerung ist jung und bereit, ihr eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Die Landwirtschaft bietet dafür große Entwicklungsmöglichkeiten. Die Bill & Melinda Gates Foundation will die kommende Generation auf diesem Weg unterstützen.

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Das Leben ihrer Träume – Was sich Kinder wünschen

Ein Interview mit Gnininkaboka Dabiré und Innocent Somé

Später einmal selbst Landwirt werden, oder doch lieber einen anderen Beruf ergreifen? Zwei Jugendliche aus Burkina-Faso sprachen mit Vertretern der Dreyer-Stiftung über die Höfe ihrer Eltern, das Berufsbild Bauer und die eigenen Zukunftspläne.

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Eine Investition in die Zukunft Afrikas

Ein Beitrag von Essa Chanie Mussa (University of Gondar)

Junge Menschen brauchen reale Chancen zur Entwicklung, um der Armut zu entkommen und ihre Ziele zu verwirklichen. Regierungen, politische Entscheidungsträger, internationale Entwicklungspartner und Spender stehen in der Verantwortung, neue Strategien zu entwickeln.

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(c) Christoph Püschner/Brot für die Welt

Extreme is the New Normal

Ein Bericht von Alexander Müller und Jes Weigelt (TMG)

Während sich das Klima wandelt, wächst die Bevölkerung in Afrika, werden fruchtbares Land und Arbeitsplätze knapper. Neue Wege führen zur Landwirtschaft in der Stadt und einem neuen Mittelstand auf dem Land.

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Wie gelingt Welternährung in Zeiten der Klimaveränderung?

Ein Beitrag von Jan Grossarth

Genveränderte Bakterien, die zu essbaren Proteinen werden. Kühe grasen auf dem Feld und in einer industrielle Kreislaufwirtschaft entsteht kein Abfall. Journalist Jan Grossarth sieht ein Silberstreifen am Horizont für die Zukunft der Welternährung.

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