Synthetische Pestizide – Segen oder Fluch?

Was sind die Folgen des Einsatzes von synthetischen Pestiziden in der Landwirtschaft? Darüber diskutieren Lena Luig, Referentin bei der entwicklungspolitischen Organisation INKOTA, und Wissenschaftsjournalist Ludger Weß.

Pflanzenschutzdrohne über einer Teeplantage © Pixabay
Pflanzenschutzdrohne über einer Teeplantage © Pixabay

Jan Rübel

Jan Rübel ist Autor bei Zeitenspiegel Reportagen, Kolumnist bei Yahoo und Reporter für überregionale Zeitungen und Zeitschriften. Er studierte Islamwissenschaft und Nahostgeschichte.

Welche Rolle spielen synthetische Pestizide bei der Landwirtschaft in afrikanischen Ländern?

 

Ludger Weß: Ohne sie geht es nicht gut. Das sieht man bei den Heuschreckenschwärmen, die Teile Afrikas überfallen und am Herbst-Heerwurm, der sich durch die Felder frisst und sich bis nach Japan und Australien ausgebreitet hat. Neuesten Zahlen zufolge sind in Afrika mittlerweile 80% aller Kleinbauern von diesem neuen Schädling betroffen. Da wird viel auf biologischer Basis probiert, bislang hat sich aber nichts als wirklich effizient erwiesen.

 

Lena Luig: Ich kenne viele Partnerorganisationen, die sehr erfolgreich agrarökologisch wirtschaften, das heißt ohne chemische Pestizide. Gerade in der Coronakrise sind sie im Schnitt besser durchgekommen, weil sie sich nicht von Importen aus anderen Ländern für Saatgut, Dünger oder Pestizide abhängig machen. Was die Heuschrecken angeht: Bei dieser extremen Krise kann man nicht von heute auf morgen die chemischen Pestizide aussetzen. Aber Organisationen in Kenia haben ebenfalls positive Erfahrungen mit Biopestiziden wie Neemöl gemacht. Da gibt es Möglichkeiten, es scheitert aber daran, dass der große Bedarf aktuell nicht gedeckt werden kann. Zumindest sollte man beim Einsatz gegen Heuschrecken auf hochgefährliche Pestizide verzichten – mindestens jene, die in der EU selbst verboten sind. Die werden aber gerade von afrikanischen Ländern in riesigen Mengen importiert.

 

Weß: Das sollten die afrikanischen Aufsichtsbehörden entscheiden, die leben ja nicht hinterm Mond. In Ihrem Gutachten führen Sie ja selbst Länder auf, die zum Beispiel Glyphosat verboten haben – anders als die Behörden in den USA oder Europa. Und wenn wir über Gefährlichkeit reden, müssen wir uns mit den Standards beschäftigen, da gibt es unterschiedliche: die vom Pestizidaktionsnetzwerk PAN, die von der OECD und die von der FAO. Die europäischen Hersteller orientieren sich an den OECD-Standards.

 

Pflanzenschutzmittelgeschäft in Paraguay. © Frederik Oberthuer, GIZ
Pflanzenschutzmittelgeschäft in Paraguay. © Frederik Oberthuer, GIZ

Man könnte als Hersteller sagen: Dieses Mittel ist mir zu gefährlich für andere Lebewesen. Sind manche Standards zu lasch?

 

Luig: Also die von der OECD auf jeden Fall. Die PAN-Kriterien basieren auf denen von WHO und FAO, sie konkretisieren sie jedoch. In der EU gibt es mittlerweile eindeutige Ausschlusskriterien für humantoxische Stoffe, während die umwelttoxikologischen Kriterien noch nicht ganz so klar sind. Klar, die afrikanischen Behörden prüfen. Wenn wir aber in Europa an Kriterien festhalten, die belegen, dass bestimmte Stoffe gefährlich sind, dann stehen auch die Hersteller in der Verantwortung zu sagen: Die menschlichen Körper sind überall auf der Welt dieselben. Wenn ein Pestizid in Europa verboten ist – warum sollte ich es exportieren dürfen?

 

Weß: Bei Gefahr und Risiko gibt es immer eine Abwägung. Wenn ich die Stromleitung anfasse, die hinter mir in der Wand verläuft, bin ich tot – das ist eine tödliche Gefahr. Die kann man aber managen; wenn ich die Leitung isoliere und hinter Putz verstecke, ist sie keine Gefahr, sondern ein geringes Risiko. Bei der Zulassung von Pestiziden ist es eine vergleichbare Abwägung: Wie hoch ist das Risiko bei sachgemäßer Anwendung, und was sind die Folgen, wenn ich diese Pestizide nicht anwende? Da kommen manche Länder mit starkem Schädlingsbefall zu einer anderen Abwägung als wir in Europa. Wir haben hier keine Heuschrecken und keinen Herbst-Heerwurm.

 

Gibt es in Afrika einen stärkeren Druck durch Schädlinge als in Europa?

 

Weß: Absolut, und das wird sich durch den Klimawandel noch verstärken, weil sich dadurch die Lebensbedingungen von Insekten, Viren, Pilzen verbessern. Aber das muss nicht unbedingt heißen, dass noch mehr Pestizide eingesetzt werden müssen. Viele Pilze und Viren werden über gewisse Insekten verbreitet. So gesehen, ist es dann unsinnig, diese Insekten zu bekämpfen, denn die sind bei diesen Erkrankungen nicht das Problem. Es gäbe durchaus Möglichkeiten, den Einsatz von Insektiziden, Fungiziden und anderen Mitteln zu verringern, indem man Pflanzen gezielt resistent gegen bestimmte Pilze, Viren oder Schadinsekten macht.

 

Luig: Die Frage von Gefahr und Risiko ist genau der springende Punkt. Wer sich mit den Einsatzbedingungen von Pestiziden beschäftigt, erkennt: In weiten Teilen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas ist diese sachgemäße Anwendung aus Armutsgründen schlicht nicht möglich. Was ist mit den zahllosen Bäuer*innen, die direkt neben ihrem Feld wohnen und keine Sicherheitsabstände einhalten können? Auch die Lagerung bildet ein großes Problem. Häufig werden große Kanister wiederverwendet und in den eigenen Wohnräumen gelagert. Und schließlich die Schutzausrüstung: Die muss man sich erstmal zulegen und pflegen; nicht nur Bäuer*innen können sich die oft nicht leisten, sondern die Landarbeiter*innen erst recht nicht. Nach vielen Interviews in Südafrika mussten wir feststellen, dass die Arbeitgeber auf Plantagen diese Schutzausrüstungen oft einfach nicht zur Verfügung stellen. Das ist kein Ausnahmefall, sondern eher die Regel. Selbst wenn Bayer nun sagt, viele Schulungen zur Anwendung durchzuführen, ändert es nichts an den Strukturen vor Ort.

 

© Pixabay
© Pixabay

Wenn eine sachgemäße Anwendung nicht gewährleistet werden kann – ist das ein KO-Kriterium?

 

Luig: Meiner Meinung nach schon.

 

Weß: Würde das auch für Antibiotika gelten? In vielen afrikanischen und asiatischen Ländern werden Antibiotika nicht bestimmungsgemäß eingesetzt – sie sind oft freiverkäuflich, auch als einzelne Pillen. Damit werden resistente Bakterien gezüchtet. Ein großes Problem, das wir aber nicht lösen, indem wir die Wirkstoffe verbieten. Das hat für mich einen sehr negativen Geschmack. Vielmehr sollten wir lobbyieren, dass Pestizide wirklich nur bestimmungsgemäß angewendet werden.

 

Herr Weß, Antibiotika töten keine Insekten.

 

Weß: Nein, aber ihr falscher Einsatz tötet Menschen.

 

Reden wir nicht auch über den Eingriff in Biodiversitäten?

 

Weß: Die Logik ist aber offensichtlich dieselbe. Antibiotikaresistenzen breiten sich fatalerweise aus – die Bestimmungen zum Gebrauch sind unterirdisch.

 

Luig: Ich weiß nicht, ob der Vergleich mit Antibiotika uns weiterbringt, bleiben wir lieber bei den Pestiziden. Wen wollen wir lobbyieren, damit sachgemäßer Gebrauch möglich wird? Aus Interviews in Südafrika wissen wir, dass Kontrollen oft nicht funktionieren. Da finden Standard-Überprüfungen angemeldet statt, und bestimmte Pestizide, die eigentlich nicht eingesetzt werden dürften, werden dann versteckt.

 

Weß: Lobbyieren kann man dafür, dass man Geld sammelt – genauso wie man gesammelt hat, um Familien in Afrika mit Moskitonetzen auszustatten. Das ist unheimlich effektiv gegen Malaria.

 

Luig: Sowas ist doch nicht nachhaltig. Dann wird einmal Schutzausrüstung verteilt. Wird das dann jedes Jahr wiederholt?

 

Weß: Solche Ausrüstung ist länger haltbar. Da könnte man ansetzen und nicht sagen: Diese Länder gehen damit zu unverantwortlich damit um – die kriegen das nicht mehr.

 

Luig: Darum geht es nicht. Was ich in der Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Gruppen in Brasilien mitkriege, ist: Seit Jahren fordern die, dass Mittel nicht zum Einsatz kommen dürfen, die im Herstellerland selbst verboten sind. Das haben wir uns in Deutschland nicht ausgedacht. Die wenden sich an uns, weil Bayer und BASF eben hier in Deutschland vor der Tür sitzen.

 

Schädlingsbekämpfung auf einem Gemüsefeld in Namibia © Ralf Bäcker, GIZ
Schädlingsbekämpfung auf einem Gemüsefeld in Namibia © Ralf Bäcker, GIZ

Weß: Ich finde ja auch, dass der Einsatz synthetischer Pestizide eingeschränkt werden sollte. Kann er ja auch – dank Gentechnik oder Genome Editing. Was ich aber nicht verstehe: dass Organisationen wie Ihre diese neuen Methoden wie Teufelszeug behandeln – als kämen da Frankenstein-Pflanzen heraus. Schauen wir mal nach Bangladesch: Da hat man, übrigens allein und ohne Hilfe von außen, eine Auberginensorte herangezüchtet, die den Pestizidverbrauch auf ein Drittel sinken ließ und höhere Ernten erzielt. Den Bauern geht’s gut, die Kinder können in die Schule statt aufs Feld, die Verbraucher profitieren. Warum opponieren NGOs im Westen dagegen?

 

Luig: Unter anderem deshalb, weil dadurch ein Stück weit die Souveränität der Bäuer*innen verlorengeht. Zum Beispiel ist es unseren Partnern in Mosambik wichtig, dass sie ihr eigenes bäuerliches Saatgut vermehren und tauschen können. Von dem sind sie nämlich überzeugt, dass es gerade im Kontext des Klimawandels gut funktioniert und am resistentesten ist. So kommt man nicht in den Teufelskreislauf, jedes Jahr Hybridsaatgut und entsprechende Pestizide sowie Dünger kaufen zu müssen. Die Unabhängigkeit ist ein hohes Gut.

 

Bäuerliches Saatgut ist doch in weiten Teilen Afrikas stark verbreitet.

 

Luig: Es gibt aber Entwicklungen, die Sorgen bereiten. Zum Beispiel hat eine neue Studie herausgefunden, dass in den 13 Schwerpunktländern der sogenannten Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA), wo unter anderem auf die Verteilung von Hybridsaatgut gesetzt wurde, die Zahl der Hungernden um 30 Prozent gestiegen ist. Am erfolgreichsten hat dagegen Mali abgeschnitten, wo es eine starke Bewegung für Ernährungssouveränität und Agrarökologie gibt.

 

Kann man denn sagen, dass die Zahl der Hungernden wegen den von AGRA angewendeten Methoden gestiegen ist – oder gibt es andere Gründe?

 

Luig: Sicherlich gibt es auch andere Faktoren. Aber die Ziele wurden nicht erreicht. Und in Mali wurden sie eher realisiert, und das bei einem Widerstand gegen die Subventionierung von Dünger und Pestiziden.

 

Weß: Sie bauen gerade einen Gegner auf, der in Wirklichkeit nicht existiert. Afrikanische Wissenschaftler*innen arbeiten mit lokalen Sorten, das sind gemeinnützige Projekte; es ist nicht so, dass da ein großer Konzern aus dem Norden kommt und sagt: So, nun baut mal nur dies oder das an. Diese Forschungen geschehen in Kooperationen mit den Bäuer*innen und orientieren sich nach deren Bedarf.

 

Luig: Ganz ehrlich, ich bin keine Expertin für Genom-Editing, und ich kann nicht für „die“ NGOs sprechen. Das Problem ist jedoch offensichtlich, dass die Bäuer*innen in diesem Fall nicht ihr eigenes Saatgut verwenden können – sondern dass Abhängigkeiten entstehen.

 

Weß: Wenn sie es aber gestellt bekommen, brauchen sie es nicht kaufen. Sie behandeln das bäuerliche Saatgut wie einen Fetisch. Das gab es hier in Deutschland bis in die Zwanziger des vorigen Jahrhunderts. Dann sahen die Bäuer*innen, dass die neu entstandenen Saatgutfirmen ihnen bessere Ernten brachten. Das ist der Lauf der Welt. Vor hundert Jahren hat noch ein Bauer vier Menschen ernährt, heute ist das ganz anders.

 

Luig: Und trotzdem haben wir in Deutschland und in Europa ein massives Höfesterben. Da müssten Sie mir bitte erklären, warum das deutsche Agrarwesen besonders gut funktionieren soll.

 

Rückenspritze zum Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln in Paraguay. © Frederik Oberthuer, GIZ
Rückenspritze zum Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln in Paraguay. © Frederik Oberthuer, GIZ

Immerhin wurde die Produktivität gesteigert. Gibt es etwas in der Entwicklung der deutschen Landwirtschaft, was sich Bäuer*innen in afrikanischen Ländern abgucken können?

 

Luig: Gegen Ertragssteigerung möchte ich gar nicht pauschal argumentieren. Wir sehen, dass diese vielen unserer Partner sehr wichtig ist, um aus der Armut herauszukommen. Aber mit welchen Methoden können sie dies erreichen? Es gibt eine sehr spannende Studie von Misereor, die sich semiaride Gebiete in Brasilien, Senegal und Indien angeschaut hat: Dort wurden mit agrarökologischen Methoden Erträge und Einkommen gesteigert – und es ergaben sich klare Vorteile gegenüber einer Vergleichsgruppe.

 

Weß: Mir sind diese Studien bekannt. Das liegt natürlich auch daran, dass in diesen Schulungen Wissen vermittelt wird, das vorher nicht da war. Die Frage ist aber, um wie viel Erträge gesteigert werden können, und wie die Ertragssicherheit aussieht. Auch wurden in Europa und in Amerika viele Methoden aus dem Biolandbau wie Fruchtfolge und Mischkulturen übernommen. Warum aber wird in Afrika eine Ausschließeritis betreiben? Warum nicht pragmatisch sein und bei einer Situation wie mit den Heuschrecken eine Zeitlang auf synthetische Pestizide setzen und dann weiterschauen?

 

Luig: Vielleicht ist die Dramatik noch nicht ganz klar geworden. Sie haben ja auch in einem Blogbeitrag die kursierende Zahl der angeblich 200.000 jährlichen Pestizidtoten kritisiert – zurecht. Global erhobene Zahlen gab es seit den 1990ern nicht mehr. Allerdings wird voraussichtlich noch dieses Jahr dazu eine neue wissenschaftliche Studie veröffentlicht. Wenn wir uns aber die letzten verlässlichen Zahlen aus den Neunzigern des vorigen Jahrhunderts anschauen, dann sind Pestizidtode am Arbeitsplatz in Höhe von 20.000 und 40.000 pro Jahr zu beklagen. Da sind Suizide nicht mit einberechnet. Außerdem gibt es länderspezifische Zahlen wie aus 2017 in Brasilien: Dort gab es 7200 registrierte Pestizidvergiftungen, und Schätzungen gehen davon aus, dass die reale Zahl um ein Vielfaches größer ist; für 2019 werden zwei Millionen Vergiftungen vermutet. Dabei gibt es eine riesige globale Kluft: Im globalen Süden ereignen sich 99 Prozent aller Pestizidvergiftungen. Und Konzerne wie Bayer und BASF erzielen bis zu ein Drittel ihrer Umsätze mit hochgefährlichen Pestiziden – dies zu 60 Prozent in Schwellen- und Entwicklungsländern. Diese Zahlen finde ich alarmierend und sehe das deswegen nicht entspannt.

 

Weß: Die Zahlen in Bangladesch waren für mich auch alarmierend. Als es noch nicht die neu gezüchtete Auberginen-Sorte gab, mussten die Felder täglich mit Pestiziden eingesprüht werden. In Indien machen jetzt hunderte Bäuer*innen Druck und verlangen, dass diese Sorte auch in ihrem Land zugelassen werden. Manche bauen sie bereits in einem Akt des Ungehorsams an, indem sie diese sich illegal aus Bangladesch besorgen. Das finde ich fatal, denn für sowas braucht es ein Resistenzmanagement.

 

Herr Weß, wenn Sie vehement für Genom Editing eintreten, könnten Sie das dann ähnlich vehement gegen synthetische Pestizide?

 

Weß: Das eine hat mit dem anderen zu tun. Wir können von Insektiziden und Fungiziden weitgehend wegkommen, wenn wir Genome Editing einsetzen – auch in Deutschland. Das ist aber nicht erwünscht, hier gibt es dagegen Angstkampagnen. Und Sie, Frau Luig, arbeiten da mit unlauteren und unseriösen Mitteln. Im vergangenen Jahr wurde eine Agrarökologie-Konferenz in Kenia organisiert, da wurden sinistre Personen wie Herr Séralini mit seiner Nummer „Gentechnik-Ratten machen Krebs“ eingeladen, dessen Studien mehrfach widerlegt worden sind. Oder Don Huber, ein emeritierter Pflanzenforscher, der mittlerweile völlig Gaga ist und behauptet, durch den Einsatz von Gentechnik plus Glyphosat würden neue Organismen entstehen, welche die Wissenschaft noch nie gesehen habe. Seit zehn Jahren redet er den Leute Angst ein – das ist komplett unseriös. Eingeladen hatten dazu deutsche NGOs, mit denen Sie zusammenarbeiten. Warum ist es nötig, solche Figuren einzuladen, wenn Sie angeblich doch so gute Argumente haben…?

 

Luig: Diese unseriösen Praktiken gibt es auf allen Seiten. Ich ziehe mir diesen Schuh nicht an, weil INKOTA überhaupt nicht zum Thema Genom-Editing arbeitet. Ich war nicht dabei. Und „die NGOs“ sind auch nicht alle gleich. Allerdings stimmt mich eine Technologie-Glorifizierung schon skeptisch. Es erinnert mich an die Debatte über Präzisionslandwirtschaft, wo gesagt wird: Wenn wir nun die tollen Landmaschinen mit Sensoren anwenden, dann könne der Einsatz von Dünger und Pestiziden drastisch reduziert werden. Bloß wer hat Zugang zu diesen Technologien, ist dies in der Breite möglich? Die Partner unserer NGO vermitteln uns die Botschaft, dass eine ganzheitliche Landwirtschaft ihnen am meisten bringt.

 

Weß: Ich bin nicht technologiefixiert. Nur sollten wir gewisse Methoden nicht im vornherein ausschließen. Mich erinnert diese Debatte an die Debatte über Gentechnik in der Medizin in den Neunzigern. Die sollte damals mit den gleichen Argumenten verboten werden, welche heute gegen die grüne Gentechnik ins Feld geführt werden. Mittlerweile ist sie aber selbstverständlich akzeptiert und hat tausende von Menschenleben gerettet.

 

Luig: Wir können uns sicherlich darauf einigen, dass es immer einer differenzierten Betrachtung einer jeden Technologie braucht. Bloß ist mir die Souveränität der Bäuer*innen sehr wichtig. Was brauchen sie, um unabhängig zu bleiben, nicht nur von großen Konzernen, sondern auch von Investitionen, die sie sich dafür anschaffen müssen?

 

Weß: Und wo bleibt die Souveränität afrikanischer Länder, wenn dagegen agitiert wird, dass sie gewissen Forschungen wie in der Gentechnik nachgehen – etwa durch Handelshürden oder dem Streichen von Fördergeldern?

 

Luig: Wer lobbyiert denn afrikanische Universitäten, dass sie das nicht machen dürfen?

 

Weß: Die Universitäten dürfen gern forschen, aber freisetzen und anbauen bitte nicht. Da laufen etliche Kampagnen und Aktionen, wo den Leuten das als Frankenstein verkauft wird.

 

Wird konkret Druck ausgeübt?

 

Weß: Es gibt Beschlüsse aus dem Europäischen Parlament, die afrikanischen Ländern unverhohlen drohen.

 

Luig: Was haben deutsche NGOs mit dem EU-Parlament zu tun?

 

Weß: Ich sehe ja, dass Sie und Ihre Ansätze der Agrarökologie durchaus Unterstützung im Parlament haben.

 

Luig: Es wäre schön, wenn dem so in großem Maßstab wäre…

 

Weß:…vielleicht nicht im großen, aber zum Beispiel bei der Pestizidminimierungsstrategie der neuen EU-Kommission – das sind Forderungen, die Sie erhoben hatten.

 

Werden afrikanische Universitäten konkret an ihrer Arbeit gehindert?

 

Weß: Sie sehen das Problem, dass sie Schwierigkeiten kriegen, wenn sie ihre Erkenntnisse aufs Feld bringen wollen. Und dann sagen ihre Regierungen, dass sie es lassen sollen. Die werden dann nicht mehr gefördert und beklagen sich über zahlreiche Hürden, die ihnen in den Weg gelegt werden.

 

Luig: Ich kenne auch andere Beispiele. Monsanto hat zum Beispiel vermeintlich trockenheitsresistenten Mais in Afrika anbauen lassen – Studien zeigen, dass dies nicht funktioniert hat. Nur gab es die Zulassungen dafür sehr schnell.

 

Weß: Ich rede von den so genannten „orphan crops“, also lokalen Kulturpflanzen, die für den Weltmarkt völlig uninteressant sind, aber für die Ernährungssicherheit gerade von Kleinbäuer*innen eine große Rolle spielen. Monsanto & Co interessieren sich dagegen für uniforme Sorten, die überall angebaut werden können.

 

 

Pestizid zum Nachernteschutz von Mais. © Heike Ostermann, GIZ
Pestizid zum Nachernteschutz von Mais. © Heike Ostermann, GIZ

Frau Luig, die Zahl der Hungernden ist dramatisch. Die Produktivität muss irgendwie gesteigert werden – auch mit Blick auf die wachsende Bevölkerung. Sollte man da ausschließlich auf Agrarökologie setzen?

 

Luig: Das ist eine vielschichtige Frage. Viele Kleinbäuer*innen brauchen, wie gesagt, mehr Produktivität. Ich möchte aber den Blick auf die riesigen Monokulturen lenken, im Norden wie im Süden: Die müssen transformiert werden, um sie weniger gesundheitsschädlich und weniger umweltschädlich zu machen. Auch darf nicht nur auf die Produktivität geschaut werden. Wofür wird denn die Weltgetreideernte verwendet? Ein Drittel wird zu Tierfutter verarbeitet und ein weiterer großer Anteil wird für die industrielle Nutzung wie Biosprit aufgebraucht. Da haben wir ein großes Problem. In Bolivien zum Beispiel ist der Anbau von „Cash Crops“ für den Export im letzten Jahrzehnt massiv gestiegen, während gleichzeitig die Ernährungssouveränität und die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln stark zurückging. Das ist eine mindestens genauso wichtige Frage wie die Produktivität an sich.

 

Kehren wir zu den Pestiziden zurück. Wir haben die Opferzahlen gehört. Ist es das Risiko wert?

 

Weß: Es ist an den lokalen Behörden, dies zu entscheiden. Ich sehe keine Herstellerhaftung. Nehmen Sie zum Beispiel den Export von Gebrauchtwagen nach Afrika. Dort gibt es keinen TüV, was viele Unfälle verursacht. Sind da auch die Hersteller in der Pflicht, sollten keine Gebrauchtwagen mehr nach Afrika gehen?

 

Luig: Wir haben im Pestizidbereich eine andere Beweis- und Faktenlage als bei der TüV-Prüfung. Der Vergleich hinkt.

 

Weß: Ich glaube nicht, denn tödliche Autounfälle wegen abgefahrenen Reifen und versagenden Bremsen sind in Afrika an der Tagesordnung.

 

Wären in diesem Fall nicht die Händler in der Haftung, und nicht die Hersteller?

 

Weß: Die Händler liefern die Autos, und dann fahren die noch 20 Jahre lang herum. Will man dann die Händler in Haftung ziehen? Ich nicht.

 

Eine letzte Frage: Welchen Satz möchten Sie Ihrem Gegenüber mit auf den Weg geben?

 

Weß: Ich wünsche mir von Ihnen, dass Sie offener für neue Strategien werden, die mit Technologien zu tun haben.

 

Luig: Und ich wünsche mir von Ihnen, dass Sie mehr mit Menschen aus dem globalen Süden in Kontakt treten und sich über die konkreten Folgen des Pestizideinsatzes vor Ort klar werden.

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Kein Regenwald für unseren Konsum

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Für die Herstellung von Palmöl, Fleisch oder Möbeln werden in den Tropen weiter Regenwälder gefällt. Höchste Zeit zu handeln. Lösungsvorschläge liegen auf dem Tisch.

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Landrechte, Gender und Bodenfruchtbarkeit in Benin

Ein Beitrag von Dr. Karin Gaesing und Prof. Dr. Frank Bliss (INEF)

Insbesondere in dicht besiedelten Gebieten führt Landdruck zu einer Übernutzung der verfügbaren Flächen und einem Mangel an Konservierung. Das westafrikanische Benin mit vielerorts stark ausgelaugten Böden bildet hierbei keine Ausnahme.

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Im Kampf gegen illegale Fischerei

Eine Reportage

Meere sind wichtig für die Ernährung. Doch sie sind überfischt. Um diesen Trend aufzuhalten geht die Weltgemeinschaft nun gegen illegale Fischerei vor. Journalist Jan Rübel hat dazu unter anderem mit Francesco Marí, Referent für Welternährung, Agrarhandel und Meerespolitik bei „Brot für die Welt“, gesprochen.

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JETZT NEU: BMZ-Strategie "Eine Welt ohne Hunger"

Eine BMZ-Kernthemenstrategie

Eine Welt ohne Hunger innerhalb der planetaren Grenzen ist möglich! Mit diesem Leitgedanken tritt ab sofort die neue BMZ-Strategie zu unserem gemeinsamen Thema, Eine Welt ohne Hunger, in Kraft. Erfahren Sie hier mehr.

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Was erwarten Sie von diesem Pre-Summit, Herr Haddad?

Interview mit Lawrence Haddad (GAIN)

In Rom kommen aus aller Welt Ernährungsexperten zusammen. Sie destillieren nicht nur 2000 Ideen, um Ernährungssysteme zu verbessern – sie bereiten auch den großen UN-Gipfel im September in New York vor. Was muss getan werden, damit dieser Gipfel nicht scheitert? Ein Gespräch.  

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Herr Campari, wie schaffen wir nachhaltige Ernährungssysteme?

Interview mit Joao Campari (WWF)

Journalist Jan Rübel hat sich mit Joao Campari im Vorfeld des UNFSS Vorgipfel ausgetauscht. Der Vorsitzende von Action Track 3 blickt auf wesentliche Herausforderungen bei der Transformation bestehender Ernährungssysteme hin zu einer naturverträglichen Produktion und teilt seine Erwartungen an den Gipfel.

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Noch neun Ernten bis 2030: Wie stellt sich das BMZ zukünftig auf?

Ein Interview mit Dirk Schattschneider (BMZ)

Die Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ (SEWOH) wird eins der fünf Kernthemen im BMZ . Dirk Schattschneider, Beauftragter der SEWOH im BMZ über bisherige Ansätze, zukünftige Aktionsfelder und den politischen Willen, den Hunger zu beenden.

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Eine Partnerschaft im Kampf gegen Hunger

Von GAFSP

Das Globale Programm für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit (GAFSP) wurde 2010 von den G20-Staaten als Reaktion auf die Nahrungsmittelpreiskrise 2008-09 ins Leben gerufen, um sowohl öffentliche als auch private Investitionen in die Landwirtschaft zu erhöhen. Ein Überblick über Ansatz, Ergebnisse und Wirkung des Programms.

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(c) Nina Schroeder/World Food Programme

Police gegen Katastrophen

Interview mit Thomas Loster

Versicherungen könnten in Afrika Schutz während Dürren bieten. Wie genau, versucht die Branche herauszufinden. Erste Erfahrungen liegen vor. Ein Interview mit dem Geschäftsführer der Münchner Rück Stiftung, Thomas Loster

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5 Fragen an Gunther Beger (BMZ): Was ist zu tun?

Interview mit Gunther Beger (BMZ)

Was kostet es, den Hunger in der Welt bis 2030 nachhaltig zu beenden? Diese Frage stellte das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und beauftragte zwei Forschungsteams, eine Antwort zu finden. Die Ergebnisse der Studien wurden am 13. Oktober im Vorfeld des Welternährungstages vorgestellt.

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Ist die Weltgemeinschaft im Kampf gegen Hunger noch auf Kurs?

Interview mit Miriam Wiemers (Welthungerhilfe)

Der Welthunger-Index (WHI) 2020 zeigt: Die globale Gemeinschaft ist nicht auf Kurs, um das international gesteckte Ziel “Kein Hunger bis 2030” zu erreichen. Bei dieser derzeitigen Entwicklungsgeschwindigkeit werden etwa 37 Länder bis 2030 nicht einmal ein niedriges Hungerniveau erreichen.

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"Landwirtschaftliche Forschung löst den gordischen Knoten"

Interview mit Weltbank-Vize Jürgen Vögele

Die Agrarforschungsorganisation CGIAR stellt sich systematisch neu auf. Wir sprachen mit Jürgen Vögele, Vice President for Sustainable Development der World Bank, über die bisherigen Fortschritte - und erörtern, was gebündelt getan werden muss, um in zehn Jahren weltweiten Hunger zu stoppen.

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Streitgespräch: Brauchen Lieferketten Haftungsregeln?

Doppelinterview über das geplante Gesetz

Die Bundesregierung ringt um ein Lieferkettengesetz. Verletzungen von Menschenrechten, Sozial- und Umweltstandards sollen damit angegangen werden. Was wären die Folgen für die Wirtschaft? Ein Doppelinterview mit Veselina Vasileva von GEPA und dem Wirtschaftsprofessor Andreas Freytag.

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GFFA 2021: Klima und Corona geraten beim Forum in den Fokus

Ein Bericht von David Sahay (Zeitenspiegel)

110 Teilnehmer*innen aus 120 Nationen haben sich auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) über die Herausforderungen bei der Welternährung ausgetauscht. Sie stellten sich der wichtigen Frage: Wie können Ernährungssysteme der Gesundheit von Mensch und Planet zugleich dienen?

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5 Fragen an Jann Lay: Was macht Corona mit der Wirtschaft?

Interview mit Jann Lay (GIGA)

Die Corona-Pandemie trifft die Volkswirtschaften weltweit sehr hart - doch die Entwicklung in afrikanischen Ländern ist durchaus divers. Es gibt unterschiedliche Geschwindigkeiten, Resilienzen und Verwundbarkeiten. Woran liegt das? Apl. Prof. Jann Lay vom GIGA-Institut gibt Antworten.

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Nicht nur schmückendes Beiwerk

Ein Beitrag der Welthungerhilfe

Afrika hat die jüngste und am schnellsten wachsende Bevölkerung der Erde. Für viele junge Menschen könnte die Landwirtschaft eine Job-Perspektive bieten. Doch um deren Lebensbedingungen und Jobaussichten auf dem Land zu verbessern, sind politische Reformen und Investitionen dringend notwendig. Denn diese jungen Menschen werden zukünftig im Mittelpunkt der Landwirtschaft und ländlichen Entwicklung stehen.

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Frank Schultze / Agentur_ZS

Aufbruchsvisionen

Ein Video-Beitrag Frank Schultze und Jan Rübel

Anfang Dezember 2018 traf sich der Vorstand von AGRA zu einer Sitzung in Berlin - das Spitzengremium der "Alliance for a Green Revolution in Africa" besprach die nächsten Schritte ihrer Politik. Doch wie soll das Agrarwesen Afrikas in zehn Jahren aussehen? Eine Frage - viele Antworten von Experten.

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Frank Schultze / Agentur_ZS

Der Kommunikator

Ein Bericht von Jan Rübel

Was haben Elektrotechnik, Telekommunikation und Landwirtschaft gemeinsam? Sie wecken die Leidenschaft von Strive Masiyiwa: Vor 30 Jahren startete er mit 75 Dollar eine Elektroinstallationsfirma, surfte später als Pionier auf der Telekommunikationswelle – und engagiert sich heute für die Transformation afrikanischer Landwirtschaft.

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(c) Kate Holt / Africa Practice

Investitionen mit Hebeleffekt

Ein Beitrag von Heike Baumüller, Christine Husmann, Julia Machovsky-Smid, Oliver Kirui und Justice Tambo

Wer Armut in Afrika verringern will, muss bei der Landwirtschaft ansetzen. Welche Investitionen die größte Wirkung erzielen, lässt sich durch wissenschaftliche Kriterien definieren.

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Karel Prinsloo/Arete/Rockefeller Foundation/AGRA

"Ernährung ist ein Menschenrecht"

Interview mit Joe DeVries (AGRA)

Joe DeVries ist Züchter – und Vizepräsident von AGRA (Alliance for a Green Revolution in Africa). Was sind die Chancen und Risiken einer „Grünen Revolution“ in Afrika? Ein Gespräch zwischen Jan Rübel und ihm über Produktivität, Bedarf und Paternalismus.

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5 Fragen an den SEWOH-Beauftragten Dirk Schattschneider

Interview mit Dirk Schattschneider (BMZ)

Seit rund einem Jahr ist Dirk Schattschneider Beauftragter für die Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" (SEWOH) des BMZ. Im Interview blickt er auf die Herausforderungen des vergangenen Jahres zurück und wirft gleichzeitig einen Blick in die Zukunft.

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Das Gesicht der afrikanischen Landwirtschaft ist weiblich

Ein Beitrag von Beatrice Gakuba (AWAN-AFRIKA)

Afrika hat hervorragende Voraussetzungen, Landwirtschaft zu seinem Wirtschaftsmotor zu entwickeln. Doch das Potential dafür wird bei weitem nicht ausgeschöpft, unter anderem weil Frauen bei der Ausübung ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit auf erhebliche Hindernisse treffen. Die Organisation AWAN Afrika will diesen Umstand ändern.

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"Es war noch nie so möglich"

Interview mit Carin Smaller (Ceres2030) über die Macht der Zahlen

Zwei Jahre lang erforschte das Ceres2030-Team Antworten auf die Fragen, wie viel es kostet, SDG 2 zu erreichen - und wo das Geld am effektivsten eingesetzt werden sollte. IISD Senior Advisor und Ceres2030 Co-Direktorin Carin Smaller über Kleinbauern, maschinelles Lernen und die Teilhabe von Frauen.

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Globale Verantwortung: Ohne Hungerbekämpfung kein Fortschritt

Ein Beitrag von Lisa Hücking (WHH)

Kanzlerin Merkel ist als Ratspräsidentin in ein ambitioniertes europapolitisches Programm gestartet: Kompromisse in den Budgetverhandlungen, ein geordneter Brexit sowie eine angemessene Antwort auf die Corona-Krise. Leider sucht man vergeblich nach jener Position, die sie noch vor kurzem vertrat: Afrikas Wohlstand liegt im Interesse Europas.

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Innovationen für eine sichere Versorgung mit Nahrungsmitteln

Ein Beitrag der German Agribusiness Alliance

Die COVID 19-Pandemie trifft Entwicklungs- und Schwellenländer und deren ärmste Bevölkerungsteile besonders hart. Hier gilt es, frühzeitig Gegenmaßnahmen zu treffen. Unternehmen der deutschen Agrarwirtschaft wollen ihren Beitrag leisten, die Verfügbarkeit dringend benötigter Betriebsmittel zu gewährleisten.

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(c) Michael Bruentrup/DIE

Ein Stabwechsel

Ein Bericht von Michael Brüntrup (DIE)

Subsahara-Afrika steht vor Entwicklungsschüben in der Landwirtschaft, ganze technologischen Entwicklungen könnten übersprungen werden. Doch wie sollen diese gelingen?  Über mögliche Rollen digitaler Dienste und ihre Potenziale.

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JOERG BOETHLING / GIZ

Kontinent im Aufwärtstrend

Ein Bericht von Dr. Agnes Kalibata (AGRA)

Partnerschaften für Afrikas Jahrhundert: Innovation und Führung als Treiber für Wachstum und Produktivität in ländlichen Gebieten.

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MarkIrungu /AGRA

Geistiger Mörtel für die junge Generation

Ein Beitrag von Jan Rübel

Fred Swaniker arbeitet an der Bildung einer neuen Ära von Anführern. Und was ist mit der Landwirtschaft? „Die muss sexy werden!“

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Herr Marí, was war los beim Alternativgipfel?

Ein Interview mit Francisco Marí (Brot für die Welt)

Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt beteiligte sich nicht am UNFSS Pre-Summit in Rom. Stattdessen nahm die Organisation an einem Gegengipfel teil, der zeitgleich stattfand. Ein Gespräch mit Francisco Marí über die Gründe, den Ablauf – und wie es nun weitergeht.

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Was läuft bei der Ernährung in Deutschland schief, Herr Plagge?

Ein Interview mit Jan Plagge (Bioland)

Vitaminarme Ernährung muss teurer werden, In-Vitro-Fleisch ist kein Allheilmittel und Agrarsysteme sollten dezentraler aufgestellt werden. Bioland Präsident Jan Plagge im Interview über die Herausforderung der (zukünftigen) Welternährung.

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Wieviel verschwenden wir tatsächlich, Herr McFeely?

Ein Interview mit Peter McFeely (WWF)

Der WWF hat eine aufsehenerregende Studie zur Verschwendung von Lebensmitteln erstellt. Im Fokus: Die Verluste in der Landwirtschaft. Was getan werden kann, erläutert Peter McFeely, globaler Leiter der Abteilung Kommunikation und strategische Planung

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Wie gelingt Welternährung in Zeiten der Klimaveränderung?

Ein Beitrag von Jan Grossarth

Genveränderte Bakterien, die zu essbaren Proteinen werden. Kühe grasen auf dem Feld und in einer industrielle Kreislaufwirtschaft entsteht kein Abfall. Journalist Jan Grossarth sieht ein Silberstreifen am Horizont für die Zukunft der Welternährung.

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Frau Rudloff, was bringt ein Lieferkettengesetz?

Interview mit Bettina Rudloff

Die Bundesregierung feilt an einer Verpflichtung privater Akteure zur Einhaltung von Menschenrechten – ein Lieferkettengesetz. Was sind die Folgen für den Agrarsektor? Dr. Bettina Rudloff von der Stiftung Wissenschaft und Politik über die Verkettung von Politikfeldern und Wertschöpfung.

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Wie eine gerechtere EU-Handelsagenda möglich ist

Ein Bericht von Dr. Jan Orbie (Universität Gent)

„Gerecht“ und „nachhaltig“ sind Schlüsselworte der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Gleichzeitig strebt Deutschland eine „Modernisierung“ der WTO und „zügige Fortschritte“ bei Freihandelsabkommen an. Sind diese Ziele wirklich kompatibel? Dürfen wir uns Gedanken um Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit machen, während wir so weitermachen wie bisher?

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UNFSS Pre-Summit: Was hat er gebracht?

Interview mit Martina Fleckenstein (WWF), Michael Kühn (WHH) und Christel Weller-Molongua (GIZ)

Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel: Zum ersten Mal richten die Vereinten Nationen einen Summit zu Ernährungssystemen aus. Im Interview ziehen Martina Fleckenstein, Michael Kühn und Christel Weller-Molongua gemeinsam Bilanz.

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Stadt, Land, Meer: 6 Innovationen gegen den Klimawandel

Ein Listicle für klimaneutrale Landwirtschaft

Vertikal wachsende Pflanzen, magnetische Baumwolle und düngende Haarreste: Wir stellen Ihnen sechs Ideen vor, die zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Landwirtschaft beitragen können.

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Innovate2030: Digitale Ideen gegen urbanen Klimawandel

Ein Aufruf des BMZ und Partner

Die Innovate2030 sucht kreative Köpfe aus aller Welt, um digitale innovative Lösungen gegen die Klimakrise in Städten zu entwickeln. Eine Initiative der Make IT-Allianz.

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"Keine der drei Ampelparteien ist nahe am Pariser Abkommen."

Ein Interview mit Leonie Bremer (FFF)

Bei der Klimakonferenz in Glasgow demonstrierten Aktivist:innen zahlreicher Gruppen – mit dabei Leonie Bremer von „Fridays for Future“. Wie können Klimaschutz und Entwicklungszusammenarbeit zusammengehen?

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(c) Simon Veith

Neue Chance

Interview mit Lutz Hartmann

Lutz Hartmann hat sich mit der Pacht einer dreihundert Hektar großen Obstplantage in Äthiopien einen lang gehegten Traum verwirklicht: In Afrika ein eigenes Unternehmen zu führen. Nun geht ihn die Frage, wie sich Afrika entwickelt, auch persönlich an.

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Afrikas rasanter wirtschaftlicher Wandel

Ein Bericht von T. S. Jayne, A. Adelaja und R. Mkandawire

Vor 30 Jahren war Afrika Synonym für Krieg, Hunger und Armut. Dieses Narrativ hat heute keinen Bestand mehr. Afrikanische Lebensstandards steigen erstaunlich schnell. Unsere Autoren sind überzeugt, dass verbesserte Bildung und Unternehmertum den Fortschritt der Region unumkehrbar machen - trotz COVID-19.

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(c) Joerg Boethling/GIZ

Bestandsaufnahme: Was es jetzt wirklich braucht

Ein Beitrag von Heike Baumüller

Künstliche Intelligenzen, Big Data und Blockchains sind in aller Munde. Auch die  Digitalisierung der afrikanischen Landwirtschaft steht in den Startlöchern. Was braucht es, damit die technische Zukunft im großen Stil durchstarten kann?

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(c) Christoph Mohr/GIZ

Mikroversicherungen gegen Klimawandel

Ein Beitrag von Claudia Voß

Der Klimawandel zerstört vielerorts Entwicklungsfortschritte. Im klugen Zusammenspiel schützen Digitalisierung und Versicherungswirtschaft betroffene Kleinbauern. Claudia Voß ist Pressesprecherin des Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft.

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Kakaoernte

Mehr Wirkung trotz knapper Mittel

Ein Beitrag von Jochen Moninger

Nur mit Innovationen und einer entsprechenden Skalierung können wir den Hunger in der Welt wie geplant bis 2030 abschaffen. Das Geheimnis liegt im Teilen und Vernetzen von Ideen – und wurde von einigen Initiativen bereits gelüftet.

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Referenzwerte: Ein Baustein auf dem Weg zu sozialer Gerechtigkeit

Ein Beitrag von Friederieke Martin (GIZ)

Eine schnelle und kostengünstige Methodik berechnet existenzsichernde Einkommen und Löhne für eine Vielzahl an Ländern. Die GIZ hat zusammen mit Fairtrade International und Richard und Martha Anker ein Instrument zu geben, mit dem Unternehmen Einkommens- und Lohnlücken einfacher analysieren können.

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(c) Christoph Püschner/Zeitenspiegel

Sklaven stellen keine Qualität her

Interview mit Alfred Ritter

Ritter Sport kennt jedes Kind in Deutschland. Die meisten Kinder, die auf westafri-kanischen Plantagen Kakao ernten, haben dagegen noch nie Schokolade gegessen. Kann ein Schokoladenfabrikant die Welt ändern? Ein Gespräch mit Alfred Ritter über Macht und Ohnmacht eines Unternehmers.

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Indonesien / Borneo, März 2000: Nördlich von Palangkaraya liegen inmitten der verwüsteten Landschaft die Basislager illegaler Holzfäller.(c) Christoph Püschner/Zeitenspiegel

Gesundheit ist ohne gesunde Ernährung nicht möglich

Ein Beitrag von Heino von Meyer (SEWOH)

Corona erschwert das Ziel einer Welt ohne Hunger bis 2030 noch mehr. Damit diese Perspektive nicht aus dem Blickfeld gerät, muss Deutschland international eine stärkere Rolle spielen - eine Zusammenfassung des Strategischen Begleitkreises der SEWOH.

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Neuer Anlauf zur Industrialisierung Afrikas

Ein Beitrag von Helmut Asche

Afrika steht vor dem Absprung. Es gibt vielversprechende Ansätze einer nachhaltigen Industrialisierung. Doch der Weg dahin stellt den Kontinent vor neue Herausforderungen.

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(c) Privat

Kleine Farmen, großes Geld

Ein Beitrag von Agnes Kalibata (AGRA)

Agnes Kalibata, seit 2014 Präsidentin der AGRA und ehemalige Ministerin für Landwirtschaft und Wildbestände in Ruanda, ist davon überzeugt, dass Afrikas Wirtschaft nur dann nachhaltig wachsen wird, wenn auch kleinteilige Landwirtschaft als Chance begriffen wird.

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Wie führt man eine Kampagne zu „Ernährungssystemen“ durch?

Interview mit Paul Newnham, den Direktor des Sustainable Development Goal (SDG) 2 Advocacy Hub.

Auf dem Vorgipfel in Rom ging es um die Umgestaltung der Ernährungssysteme. Wie bringt man das einer breiten Öffentlichkeit nahe? Fragen an Paul Newnham, der als Direktor des SDG 2 Advocacy Hub die Öffentlichkeitsarbeit der Gipfel betreut.

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Wie kann die Privatwirtschaft Lebensmittelverschwendung verhindern?

Interview mit David Brand (GIZ)

Vom Kreislaufsystem in Rwanda bis zur funktionierenden Kühlkette in Kenia: Das lab of tomorrow entwickelt mit einem Open-Innovation Ansatz Lösungen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.

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Vom Verlust zum sicheren Produkt - Innovationen aus Sambia

Ein Beitrag der GIZ

In Sambia begegnet man dem Problem der Nachernteverluste in der Erdnuss-Wertschöpfungskette mit innovativen Ansätzen. Das Rapid Loss Appraisal Tool (RLAT) der GIZ kann dabei helfen, weitere solcher Ansätze zu entwickeln.

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