Planetare Gesundheit: Hinweise für eine Welt nach der Pandemie

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie erfährt das Thema Gesundheit eine noch nie dagewesene Aufmerksamkeit in Öffentlichkeit und Politik. Gleichwohl verdient der Umstand, dass uns auch der Klimawandel vor eine Gesundheitskrise stellt, ebenfalls weitere Beachtung. Von mehr Hitzetoten bis zur Gefährdung der Ernährungssicherheit und des Zugangs zu sauberem Wasser beeinflusst der Klimawandel die umwelt- und gesellschaftsbezogenen Gesundheitsfaktoren in tiefgreifender und weitreichender Weise.

 

Frauengruppen in Westkenia am Victoriasee erhalten Fortbildungen in Finanzmanagement, Verarbeitung und Marketing. © Dirk Ostermeier, GIZ

Kathleen Mar

Kathleen Mar befasst sich bei ihrer Arbeit schwerpunktmäßig mit der Verflechtung von Klima, Luftverschmutzung und Gesundheit. Sie promovierte in Atmosphärenchemie an der University of California, Berkely und arbeitete bei der United States Environmental Protection Agency (US EPA), bevor sie zum IASS kam, wo sie die Gruppe Klimaschutzmaßnahmen in nationalen und internationalen Prozessen (ClimAct) leitet. Sie ist Senior Associate bei Women Leaders for Planetary Health.

Nicole de Paula

Klaus Töpfer Sustainability Fellow Nicole de Paula hat an der Sciences Po Paris mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen promoviert. Aktuell befasst sie sich bei ihrer Arbeit hauptsächlich mit der Übersetzung von Studien zur planetaren Gesundheit für politische Entscheidungsträger. Sie ist Exekutivdirektorin und Gründerin der im Rahmen des COP25 gegründeten Initiative „Women Leaders for Planetary Health“ sowie Mitbegründerin der Planetary Health Research Group an der Universität Sao Paulo, Brasilien. Nicole ist Mitglied des globalen Ausschusses zur Gestaltung des Planetary Health Global Summit 2021 in Zusammenarbeit mit der Planetary Health Alliance.

IASS Potsdam

WLPH

Klima und Gesundheit: Zwei Seiten derselben Münze

Das Jahr 2019 war geprägt von einem wachsenden Bewusstsein für die Klimakrise, zum Teil verstärkt durch die Jugendbewegungen in der ganzen Welt. Aber auch wenn diese Dringlichkeit sich in der Sprache vieler Politiker wiederfand, wurde sie nicht in konkrete Maßnahmen umgesetzt. Der UN-Klimagipfel in Madrid (COP25) offenbarte die gewaltige Kluft zwischen den lauter werdenden gesellschaftlichen Forderungen nach starken Klimaschutzmaßnahmen und den offiziellen Ergebnissen, die von den für die Gestaltung globaler Regelungen nach dem Pariser Abkommen verantwortlichen diplomatischen Gemeinden erzielt wurden. Von UN-Generalsekretär Antonio Guterres als „enttäuschend“ bezeichnet, konnte der COP25 die Erwartungen nicht erfüllen.

2020 rückte eine neue globale Krise, die COVID-19-Pandemie, das Thema Gesundheit wie nie zuvor in den Mittelpunkt der öffentlichen und politischen Aufmerksamkeit. Auch der Klimawandel hat tiefgreifende und weitreichende gesundheitliche Auswirkungen, wenngleich diese in den klimapolitischen Diskussionen bzw. Maßnahmen bislang nicht in den Vordergrund gestellt werden. Diese gesundheitlichen Risiken – von denen einige nachstehend hervorgehoben werden – verdienen eine größere Beachtung innerhalb der Klimagemeinschaft.

 

  • Der Klimawandel gefährdet die Ernährungssicherheit und den Zugang zu sauberem Trinkwasser. Steigende Temperaturen und Veränderungen in en Niederschlagsmustern dürften zu einer verringerten Produktion von Grundnahrungsmitteln in vielen der ärmsten Regionen der Welt führen und das Auftreten von Mangel- und Unterernährung begünstigen – die bereits jetzt jedes Jahr zu 3,1 Millionen vorzeitigen Todesfällen beitragen.
  • Extremwetterereignisse zerstören Häuser, medizinische Einrichtungen und andere wesentliche Infrastrukturen und ihre Häufigkeit und Intensität werden unter dem Klimawandel voraussichtlich noch zunehmen.
  • Geografische Zonen, die eine Ausbreitung von durch Vektoren übertragenen Krankheiten, wie Dengue, Malaria und Zika begünstigen, werden sich unter dem Klimawandel verlagern und potenziell vergrößern.

 

Hinzu kommen soziale, wirtschaftliche und geschlechtsspezifische Ungleichheiten, die es den Gemeinschaften erschweren, die klimabezogenen gesundheitlichen Auswirkungen zu bewältigen. Es ist nicht überraschend, dass solche Auswirkungen die Schwächsten meistens zuerst treffen. Ohne Unterstützung bei der Vorbereitung und Bewältigung werden Regionen mit einer schwachen Gesundheitsinfrastruktur – überwiegend in den Entwicklungsländern – am wenigsten in der Lage sein, die Situation zu bewältigen.

 

Das COVID-19-Virus – das vermutlich von Wildtieren auf den Menschen übergesprungen ist, was bei 75 % aller neu entstehenden Infektionskrankheiten der Fall ist – zeigt die dringende Notwendigkeit einer geschlossenen gesundheits- und umweltpolitischen Agenda für einen weltweit nachhaltigen Weg deutlich auf. Das Konzept der planetaren Gesundheit verankert die elementare Verflechtung von menschlicher Gesundheit und Umweltgesundheit und unterstreicht, dass die Gesundheit des Planeten und seine menschlichen Bewohner untrennbar miteinander verbunden sind. Planetare Gesundheit ist ein wissenschaftliches Feld und eine gesellschaftliche Bewegung, die seit der Veröffentlichung des Berichts der Rockefeller Foundation-Lancet-Kommission „Safeguarding human health in the Anthropocene epoch (Schutz der menschlichen Gesundheit im Anthropozän)“ im Jahr 2015 an Kraft gewonnen hat. Belegt wird dies unter anderem durch die Gründung der Planetary Health Alliance, die seit ihrer Gründung im Jahr 2016 eine vielfältige Gemeinschaft aus Wissenschaft und Praxis, einschließlich Angehöriger des öffentlichen Gesundheitswesens, angezogen hat.

 

In Anbetracht dieser Überlegungen haben die Autoren den IASS Policy Brief „Nach der Pandemie gemeinsam in die Zukunft: mit einer integrierten Klima- und Gesundheitspolitik für Mensch und Planet" verfasst, der Empfehlungen auf der Grundlage ausführlicher Qualitätsbefragungen von Experten, einer aktualisierter Literaturrecherche und einer teilnehmenden Beobachtung durch die Autoren im politischen Umfeld beinhaltet.

 

Lösungen für planetare Gesundheit: In Ruanda empfängt eine Frau die lokale Bevölkerung und sammelt Gebühren für Wasser, das wird dann in die Gemeinschaft reinvestiert. © Nicole de Paula

Der IASS Policy Brief stellt drei Empfehlungen heraus:

1. Strategische Einbindung von Gesundheitsexperten in Klimaschutzplanungsprozesse.

Auch wenn feststeht, dass der Klimawandel weitreichende Folgen für die menschliche Gesundheit haben wird, muss das Thema Gesundheit gleichwohl eine größere Rolle in der Klimapolitik bzw. den klimapolitischen Maßnahmen einnehmen. Eine der Schwierigkeiten bei der Zusammenführung der Klima- und Gesundheitsagenden liegt in der Tatsache, dass ihre Synergien von politischen Entscheidungsträgern und Fachleuten häufig übersehen werden. In Anbetracht der Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen für die menschliche Gesundheit im Besonderen und die planetare Gesundheit im weiteren Sinne besteht ein Bedarf an Kommunikationstools und -strategien, mit denen sich die Synergien zwischen Klima und Gesundheit wirkungsvoll nachweisen und die Fehleinschätzung, dass Klima und Gesundheit zwei voneinander unabhängige Probleme darstellen, widerlegen lassen. Bemühungen, ein größeres Bewusstsein für diese Synergien zu schaffen, sollten sich auf Klimaschutzplanungsprozesse konzentrieren, insbesondere innerhalb der mit der Umsetzung des Pariser Abkommens verbundenen formalen Prozesse, in denen das Thema Gesundheit bislang lediglich eine untergeordnete Rolle spielt. In der Fokussierung von Klimaschutzplanungsprozessen liegt eine bedeutende Chance für das Gesundheitswesen: Nicht nur das Gesundheitsprofil innerhalb der klimapolitischen Arena zu stärken, sondern auch die Bemühungen und die Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen im Kontext anderer gesellschaftlicher Prioritäten zu verbessern. Die Einbeziehung gesundheitsbezogener Überlegungen in die Klimaschutzplanung sollte auch zu verbesserten Gesundheitsergebnissen führen, insbesondere, wenn es darum geht, sich auf die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten. Gesundheit wird gleichermaßen auf persönlicher wie auf gesellschaftlicher Ebene geschätzt; die aktuelle COVID-19-Pandemie hat dies lediglich noch einmal deutlich gemacht. Die derzeit erhöhte Aufmerksamkeit, die das Thema Gesundheit erfährt, bietet die Chance, die Bedeutung von Klimaschutzmaßnahmen für die Gesundheit zu unterstreichen und sicherzustellen, dass dieser Aspekt in der Implementierung von Klimaschutzplänen abgebildet wird.

 

2. Nutzung von Klimafinanzierung zur Freisetzung positiver Nebeneffekte von Klimaschutzmaßnahmen für die Gesundheit.

Die Aufgabe der Dekarbonisierung der Welt ist weder einfach noch kostengünstig. Schätzungen der benötigten Investitionen für einen kohlenstoffeffizienten Übergang reichen von 1,6 Billionen bis 3,8 Billionen US-Dollar jährlich zwischen 2016 und 2050. Im Rahmen des Global Climate Fund (CGF) haben die Industrieländer zugesagt, den Entwicklungsländern ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für die Anpassung an den Klimawandel und dessen Minderung zur Verfügung zu stellen. Bisher wurden im Rahmen der Klimafinanzierung trotz der Anerkennung ihrer Bedeutung nur wenige gesundheitsbezogene Maßnahmen getroffen. Länder können die Führung übernehmen, indem sie gesundheitspolitische Überlegungen in ihre nationalen Klimaschutzbeiträge (Nationally Determined Contributions – NDCs) zum Pariser Abkommen und die damit verbundenen Pläne und Programme einbeziehen. Gleichzeitig sollten Finanzierungen diese Bemühungen durch strukturelle Leitlinien und Anreize für Länder zur Einbeziehung gesundheitlicher Vorteile und Mechanismen zur Überwachung des Erreichten in Projektvorschläge unterstützen. Bei einer breiteren Betrachtung der Klima- und Entwicklungsfinanzierung kann die COVID-19-Pandemie, die unsere Wirtschaftssysteme unweigerlich beeinträchtigen und Entwicklungen zurückwerfen wird, nicht ignoriert werden. Dieser Bruch stellt für die Bekämpfung des Klimawandels sowohl ein Risiko als auch eine Chance dar. Kein Wirtschaftssystem bleibt unberührt, aber die Auswirkungen dieser Pandemie könnten und sollten ein inklusives Wachstum und eine nachhaltige Entwicklung fördern.

 

3. Ausweitung gendergerechter Lösungen als Hebel zur Implementierung des Pariser Abkommens und der SDG.

Der Klimawandel beeinträchtigt das Leben von Frauen in unverhältnismäßiger Weise. Darüber hinaus verringern geschlechtsspezifische und andere soziale Ungleichheiten die Kapazität von Gemeinschaften, klimabezogenen Gesundheitsproblemen und einer gefährlichen Umweltzerstörung entgegenzuwirken. Wir empfehlen die Ausweitung gendergerechter Klimalösungen als einen Weg zur synergistischen Umsetzung der UN Sustainable Development Goals (UN-Nachhaltigkeitsziele – SDGs).

 

Die Gleichstellung der Geschlechter, ein übergeordnetes gesellschaftliches Ziel, ist im SDG5 verankert: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen. Ein gesundes Leben und die Bekämpfung des Klimawandels sind gleichermaßen in den SDG 4 bzw. 13 abgebildet. Wie die SDGs verdeutlichen, umfasst der Weg zur Nachhaltigkeit viele Ziele, die Maßnahmen in allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen erfordern. In Anbetracht des gewaltigen Ausmaßes dieser Herausforderung ist eine isolierte Betrachtung dieser Ziele ineffizient und kontraproduktiv; vielmehr ist ein synergistischer Ansatz erforderlich. Hier ist das „Multi-Solving“ ein geeignetes Konzept: Wir müssen Maßnahmen entwickeln, die viele Probleme auf einmal lösen. Auf einem Planeten, dessen natürliche Ressourcen bei einer Bevölkerung von fast 8 Milliarden Menschen zunehmend knapp werden, können wir uns den Luxus nicht leisten, immer nur eine Krise zur Zeit zu bekämpfen. Über das normative Ziel der Geschlechtergleichstellung und den pragmatischen „Multi-Solving“-Ansatz hinaus können und sollten gendergerechte Lösungen das Potenzial von Frauen nutzen, einen wirtschaftlichen Beitrag in gerechteren Entscheidungsfindungsprozessen zu leisten.

 

Aufbau eines Drip-Irrigation Systems in Malawi. © Jörg Böthling, GIZ

Die Notwendigkeit, das Thema Gesundheit auf die Klimaagenda zu setzen, war nie größer. In einer Welt, die mit den verheerenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zu kämpfen hat, ist es wichtiger denn je, die tiefgreifenden und komplexen Verknüpfungen zwischen menschlicher Gesundheit und der Gesundheit unser Umwelt und Gesellschaftssysteme, einschließlich unserer Wirtschaftssysteme zu untersuchen. Aber auch wenn dem Aufbau belastbarer Gesundheitssysteme und der Unterstützung der Fachkräfte im Gesundheitswesen eine große Bedeutung zukommt, reicht es nicht aus, die menschliche Gesundheit insgesamt zu sichern. Wahre Resilienz entsteht aus der Investition in die sozialen und umweltbezogenen Gesundheitsfaktoren, unter anderem durch eine Begrenzung und Vorbereitung auf den Klimawandel, eine Verringerung der Umweltverschmutzung und die Minimierung sozialer Ungleichheiten.

 

Vor der Pandemie war offensichtlich, dass die Implementierung der UN-Nachhaltigkeitsziele gefährdet ist. Neben der offenkundigen Belastung der weltweiten Gesundheitssysteme geriet auch ein weiterer elementarer Bereich in Gefahr – unsere Ernährungssysteme. COVID-19 liefert uns zusätzliche Gründe dafür, die Art und Weise, in der die Welt Nahrungsmittel produziert und die schwächsten Bevölkerungsgruppen ernährt, zu überdenken und gleichzeitig umweltbezogene Auswirkungen und den Druck des Klimawandels zu berücksichtigen. Wie so oft findet die Forschung zu diesen Herausforderungen weitgehend in separaten Silos der Themenkreise Umwelt, Landwirtschaft, Wirtschaft und öffentliche Gesundheit statt. In einem offenen Brief an die Führer der Welt forderten Wissenschaftler eine vermehrt transdisziplinäre Forschung zur Erhöhung der Resilienz unserer Landwirtschafts- und Ernährungssicherheitssysteme und unterstrichen die Notwendigkeit integrativer Ansätze, wie der planetaren Gesundheit. In einem Versuch, mehr Aufmerksamkeit für dieses Thema zu gewinnen, werden die Vereinten Nationen 2021 einen Gipfel zum Ernährungssystem (Food Systems Summit) abhalten, um die wesentlichen Chancen für gut organisierte und partizipative globale Anstrengungen aufzuzeigen, diese Herausforderungen zu bewältigen. Soweit einige führende Köpfe beim Umweltschutz vor COVID-19 eine direkte Verbindung zwischen dem Umweltaspekt und menschlicher Gesundheit nicht erkannt haben, hat die Pandemie wichtige Wege für eine ganzheitlichere Agenda eröffnet.

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