Wie führt man eine Kampagne zu „Ernährungssystemen“ durch?

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Auf dem Vorgipfel zum UN-Ernährungsgipfel (FSS) in Rom ging es um die Umgestaltung der Welternährungssysteme. Wie bringt man das einer breiten Öffentlichkeit nahe? Fragen an Paul Newnham, den Direktor des Sustainable Development Goal (SDG) 2 Advocacy Hub.

Jan Rübel

Jan Rübel ist Autor bei Zeitenspiegel Reportagen, Kolumnist bei Yahoo und Reporter für überregionale Zeitungen und Zeitschriften. Er studierte Islamwissenschaft und Nahostgeschichte.

Paul Newham

Paul Newnham ist Direktor des Sustainable Development Goal (SDG) 2 Advocacy Hub, ein Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen, Interessenvertretungen, der Zivilgesellschaft, dem Privatsektor und UN-Organisationen, um globale Kampagnen und Lobbyarbeit zu koordinieren und einen Wandel der Lebensmittelsysteme zu erreichen.

Die Kommunikationsstrategie des Vorgipfels zum UN-Ernährungsgipfel (FSS) setzte stark auf globale Beteiligung – auch über soziale Medien. Wie erfolgreich war dieses Konzept? Liegt hierin die Zukunft der Weltordnungspolitik?
Das Konzept einer Kombination von beidem ist sehr interessant. Am Vorgipfel nahmen 500 Delegierte persönlich teil, dazu kamen 20.000 online registrierte Teilnehmer und mehr als 200.000 Zuschauer. In der Vergangenheit nahmen einige tausend Personen vor Ort im Saal und etwa tausend Personen online teil. Dieser Vorgipfel war also sehr erfolgreich. Die Social-Media-Kanäle des UN-Ernährungsgipfels wurden vor etwas mehr als einem Jahr eingerichtet. Inzwischen folgen uns 30.000 Menschen auf Twitter und 13.000 auf Instagram – das zeigt, wie groß das Interesse an diesem Thema ist. Und die Wachstumsraten liegen bei 300 % über alle digitalen Plattformen hinweg. Es war also sehr beeindruckend zu sehen, wie durch die Nutzung dieses hybriden Formats und der digitalen Plattformen die Möglichkeit geschaffen wurde, Menschen zusammenzubringen.

 

Waren Sie in Rom dabei?
Ja, und viele Kollegen, die in ihren Heimatländern online am Vorgipfel teilgenommen haben, berichteten mir, dass ihre Online-Erfahrung ganz hervorragend war. Sie sagten, dies sei eine der besten Online-Erfahrungen bei einem Gipfel gewesen, die sie je gemacht hätten. Einerseits ist es ein Vorteil, im Saal zu sein, weil so Gespräche am Rande der Konferenz möglich sind. Andererseits ist es aber auch ein Vorteil, wenn Inhalte praktisch direkt auf jedes Gerät in aller Welt übertragen werden können.

 

Dienen die sozialen Medien lediglich zur Herstellung von Verbindungen, oder sind sie mehr als das?
Ich denke, sie sind mehr. Die sozialen Medien bieten den Menschen die Möglichkeit, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. So entsteht ein Raum, in dem verschiedene Stimmen zu Wort kommen und gehört werden, was in der heutigen Welt wirklich wichtig ist – insbesondere für Frauen, Bauern, indigene Völker, Jugendliche und andere Gruppen, die sich mit Themen wie Ernährungssystemen und den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) befassen. Der Gipfel wurde als „Gipfel der Menschen“ bezeichnet, und es wurde großer Wert darauf gelegt, verschiedenste Gruppen einzubeziehen und viele Stimmen zu hören. Und genau das machen die sozialen Medien möglich. Die Menschen können auf Inhalte reagieren, sie können sie kommentieren und teilen.

 

Sind Sie mit der Resonanz auf den Vorgipfel in den klassischen Medien zufrieden?
Sehr zufrieden. Das Ziel war es, den Diskurs über Ernährungssysteme zu intensivieren und die Öffentlichkeit wirklich über die Komplexität von Ernährungssystemen aufzuklären sowie den Gedanken zu betonen, dass wir alle zusammenkommen, um große Veränderungen zu bewirken. Mehr als 3.000 Artikel in einer Vielzahl von Sprachen aus allen Teilen der Welt wurden über den Gipfel veröffentlicht. Das war eine ziemlich große Reichweite.

 

Sind Sie bei Ihrer Kampagne auch auf Schwierigkeiten gestoßen, würden Sie jetzt etwas anders machen?
Eine der Herausforderungen ist natürlich die Zeit. Wir hätten wahrscheinlich schon viele Jahre früher damit beginnen sollen. Wie können wir das Bewusstsein der Menschen für Ernährungssysteme schärfen?

 

Beim Thema Ernährungssysteme denken viele Menschen an Hunger oder Armut. Aber wenn wir die Ernährungssysteme umgestalten, haben wir wirklich die Chance, in allen Bereichen der 17 SDGs Fortschritte zu erzielen.

 

Das Konzept der Ernährungssysteme ist noch nicht in den Köpfen der Menschen verankert. Wir haben also einen langen Weg vor uns, um den Menschen zu zeigen, was sie in ihrem Haushalt, in ihrer Gemeinde, in ihrem Land tun können, um die Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren und verteilen, zu verändern. Das braucht Zeit. Bei unseren Kampagnen ist uns oft nicht bewusst, dass es viel Zeit braucht, bis die Dinge bei den Menschen ankommen.

 

Was noch?
Ein wichtiger Punkt hat mit Sprache zu tun. In unserem Bereich verwenden wir oft eine technische Sprache, die sich auf die Wissenschaft stützt. Das ist sehr wichtig, aber wenn Menschen über Ernährungssysteme und Lebensmittel sprechen, verwenden sie oft eine andere Sprache. Man geht nicht in ein Restaurant und stellt wissenschaftliche Fragen. Vielmehr spricht man zum Beispiel über Aroma und Geschmack. Einer der Gründe, warum wir die Kampagne „Gutes Essen für Alle“ entwickelt haben, war, dieses Konzept auf verständliche Art und Weise zu vermitteln und wirklich alle Menschen aus aller Welt einzubeziehen. Wir wollen, dass die Menschen verstehen und erkennen, welches Handlungspotenzial in unseren Ernährungssystemen und in der Art und Weise, wie wir Lebensmittel konsumieren und verteilen, steckt. Sich mit Ernährung zu befassen, bedeutet für die Menschen im Alltag aber, sich über Lebensmittel zu unterhalten, die sie gerne essen, die erschwinglich und gut erhältlich sind. Wir müssen sie zum Nachdenken darüber anregen, was gute Lebensmittel ausmacht. Es geht nicht nur darum, dass ein Lebensmittel gut schmeckt, preiswert ist oder gut für den Körper ist – man muss alle Dimensionen berücksichtigen. Und hier kommt meiner Meinung nach ein Systemansatz ins Spiel, bei dem man anfangen kann, darüber nachzudenken: Okay, was bedeutet das? Wir müssen immer bedenken, dass die Welt sehr vielfältig ist und es daher nicht die eine Antwort gibt.

 

Ein Freund von mir sagte: Es gibt sieben Milliarden Ernährungsexperten auf der Welt, weil jeder einzelne Mensch ein Experte für das ist, was er mag.

 

Es geht nicht unbedingt darum, sie alle dazu zu bringen, uns zuzustimmen. Was wir tun müssen, ist, sie darüber aufzuklären, dass die Entscheidungen, die sie treffen, Auswirkungen auf ihre Gesundheit, auf das Klima, auf den Planeten und auch auf den Wohlstand und die Lebensgrundlagen der Menschen haben können.

 

Sie haben mehrmals den Begriff „System“ genannt, der für Kampagnen herausfordernd sein könnte – ist es doch ein abstrakter Begriff, nicht wahr?

Ja...

 

... wie erklären Sie das also den sieben Milliarden Ernährungsexperten?
Wir haben eine Kampagne gestartet, in der wir die Menschen gebeten haben, uns zu erklären, was gutes Essen für sie bedeutet. Ein Bauer, ein Küchenchef oder eine Mutter haben da ganz unterschiedliche Perspektiven. Die Idee ist, bei den Leuten ein Verständnis dafür zu schaffen, und dann kann man die verschiedenen Diskussionspunkte und Gespräche präsentieren. So wird man sie dazu bringen, einmal anders auf das Thema zu schauen. Ein Ernährungssystem umfasst alle Zusammenhänge rund um Lebensmittel. Um das zu verdeutlichen, suche ich nicht nach einer einzigen Definition, sondern versuche, den Menschen klar zu machen, dass Lebensmittel nicht einfach auf dem Teller liegen. Sie kommen von irgendwoher, werden von jemandem hergestellt. Der Weg bis zum Teller ist entscheidend.

 

Ist es auch wichtig, dies den Journalisten zu vermitteln? Beschäftigen sie sich genug mit den Fragen der Ernährungssysteme?
Auch die Journalisten müssen dabei unterstützt werden, diese Komplexität zu verstehen. Ich habe den Eindruck, dass die Journalisten auch die verschiedenen Perspektiven verstehen wollen. Sie wollen die wissenschaftlichen Zusammenhänge, die politischen Dimensionen und das Interesse der breiten Öffentlichkeit verstehen.

 

Viele Jahre lang galt der Klimawandel in den Medien und den sozialen Medien als kein großes Thema. Das hat sich mittlerweile rapide geändert. Können die Kampagnenmacher für SDG 2 etwas daraus lernen?
Auf jeden Fall. Ein Ergebnis des Ernährungsgipfels ist, dass die Menschen zu verstehen beginnen, dass Lebensmittel Teil eines Systems sind.

 

Beim Klimawandel besteht einer der ersten Schritte darin, die Menschen mit den verschiedenen Aspekten des Prozesses vertraut zu machen, um ihn wirklich zu verstehen. Der Ernährungsgipfel hat es uns ermöglicht, dies aus der Perspektive des Ernährungssystems zu tun.

 

Die verschiedenen Akteure fangen an, sich auf neue Art und Weise zu engagieren, und dabei geht es nicht nur um den Hunger oder die Landwirtschaft oder die Ernährung, sondern darum, zu erkennen, wie alles miteinander zusammenhängt und wie sich die Ernährung auf die Gesundheit der Menschen und die Umwelt auswirkt. Beim Klimawandel hat es einige Zeit gedauert, bis man den systemischen Zusammenhang zwischen dem Klima und allem anderen verstanden hat.

 

Die Klimabewegung hat durch eine einzige Person Fahrt aufgenommen: Greta Thunberg. Fehlt der Kampagne gegen Hunger und für gesunde Ernährung eine Person wie sie? Könnten Sie sich vorstellen, dass jemand wie sie sich für diese Bewegung einsetzt?

In der Klimabewegung gibt es viele Akteure, die dazu beigetragen haben, dass sie jetzt da steht, wo sie steht, und dass sie die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient. Ich glaube, es ist ganz entscheidend, glaubwürdige Stimmen wie Greta Thunberg oder David Attenborough zu haben. Auch im Bereich der Ernährungssysteme gibt es einige von ihnen. Aber ob wir schon so weit sind? Ich würde sagen, wahrscheinlich nicht ganz. Ob man das planen kann? Aber ich denke da wie die Stimmen zum Thema Klima: Wir wissen, dass die Landwirtschaft und die Ernährungssysteme wesentlich zum Klimawandel beitragen. Und wir müssen erkennen, dass alles miteinander zusammenhängt. Beim Gipfel sprechen wir nicht nur über ein SDG, sondern über alle 17.

 

Können Sie uns Genaueres zur Kampagne für den Gipfel in New York sagen?
Momentan läuft eine Countdown-Kampagne mit dem Titel #FoodSystems4SDGs, die den Zusammenhang zwischen besseren Ernährungssystemen und Fortschritten in allen Bereichen der SDGs aufzeigt. Kein Hunger ist nur eine Dimension eines Ernährungssystems. Wir müssen uns mit allen 17 befassen!

 


Der Gipfel findet parallel zur Generalversammlung statt. Und wieder einmal steht die Welt vor drängenden aktuellen Problemen: Waldbrände, Afghanistan, Corona. Wie wollen Sie die Aufmerksamkeit auf die Ernährungssysteme lenken?
Ernährungssysteme stehen ganz oben auf der Agenda. Wenn Sie sich den Klimawandel ansehen, werden Sie feststellen, dass die Ernährungssysteme gleichzeitig eine der größten Chancen und eine der größten Herausforderungen darstellen.

 

Wenn Sie sich Konflikte ansehen, werden Sie feststellen, dass sie sich auf die Ernährungssysteme auswirken – hinter jedem Konflikt steht eine unsichere Ernährungslage.

 

Und auch die Coronakrise ist eine dieser gravierenden Herausforderungen, die im Ernährungssystem ihren Anfang genommen hat und sich auf viele Aspekte der Ernährung, wie zum Beispiel die Verteilung, auswirkt. All diese Megaräume sind bereits mit Ernährungssystemen verbunden. Deshalb müssen wir verstehen, was uns die Wissenschaft lehrt. Gibt es Aktionen und Aktionsbereiche? Es gibt fünf Aktionsbereiche, die „Action Tracks“, die Bestandteil des Gipfels sind. Während des Gipfels werden Bereiche für Konvergenz und Aktionen identifiziert, in denen sich die Menschen zusammenfinden, um den Wandel voranzutreiben. Bei unserer Kampagnenarbeit achten wir darauf, was führende Politiker sagen und was auf dem Gipfel beschlossen wird, um die Menschen zu unterstützen und zu ermutigen, sich im Alltag für einen Wandel der Ernährungssysteme einzusetzen, und um mit den führenden Politikern zusammenzuarbeiten und sicherzustellen, dass diese Lösungen auch wirklich wirksam sind und umgesetzt werden.

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©WFP/Rein Skullerud

Revolution der humanitären Hilfe

Ein Beitrag von Ralf Südhoff

Ralf Südhoff, Direktor in Berlin für das Welternährungsprogramm, erklärt, warum Finanz-Innovationen Katastrophen zu Krisen reduzieren können. Die Existenz der Betroffenen hängt zunehmend von der rechtzeitigen Intervention oder Risiko-Fonds ab.

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Von Donald Trump zu Joe Biden: Eine neue US-Afrikapolitik?

Ein Beitrag von Jan Rübel

Nach vier Jahren Donald Trump im Weißen Haus ist Zeit für eine Bilanz: Welche Politik verfolgte die republikanische amerikanische Regierung gegenüber afrikanischen Regionen? Und was wird sich nach der Wahlentscheidung zu Gunsten Joe Bidens in der neuen Legislaturperiode ändern? Eine Bestandsaufnahme.

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Innovationen für eine sichere Versorgung mit Nahrungsmitteln

Ein Beitrag der German Agribusiness Alliance

Die COVID 19-Pandemie trifft Entwicklungs- und Schwellenländer und deren ärmste Bevölkerungsteile besonders hart. Hier gilt es, frühzeitig Gegenmaßnahmen zu treffen. Unternehmen der deutschen Agrarwirtschaft wollen ihren Beitrag leisten, die Verfügbarkeit dringend benötigter Betriebsmittel zu gewährleisten.

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"Das Virus braucht kein Visum"

Interview mit Dr. Ahmed Ouma (CDC)

Regierungen in Afrika koordinieren ihren Kampf gegen Corona über das Zentrum für Krankheitskontrolle (CDC) der Afrikanischen Union. Die Kurve mit der Zahl der Neuinfektionen konnte bisher erfolgreich abgeflacht werden – warum erklärt Dr. Ahmed Ouma, stellvertretender Direktor des CDC im Gespräch mit Tilman Wörtz.

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Indonesien / Borneo, März 2000: Nördlich von Palangkaraya liegen inmitten der verwüsteten Landschaft die Basislager illegaler Holzfäller.(c) Christoph Püschner/Zeitenspiegel

Gesundheit ist ohne gesunde Ernährung nicht möglich

Ein Beitrag von Heino von Meyer (SEWOH)

Corona erschwert das Ziel einer Welt ohne Hunger bis 2030 noch mehr. Damit diese Perspektive nicht aus dem Blickfeld gerät, muss Deutschland international eine stärkere Rolle spielen - eine Zusammenfassung des Strategischen Begleitkreises der SEWOH.

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(c) Christoph Pueschner/Zeitenspiegel

Eine Welt ohne Hunger mit Hilfe der Digitalisierung?

Ein Bericht von Stig Tanzmann (BfdW)

Um tatsächlich die Möglichkeit zu haben vom technischen Fortschritt zu profitieren, braucht es einen festen Rechtsrahmen. Doch der fehlt bisher weitgehend. Stattdessen wächst die Macht internationaler Konzerne.

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(c) Privat

Kleine Farmen, großes Geld

Ein Beitrag von Agnes Kalibata (AGRA)

Agnes Kalibata, seit 2014 Präsidentin der AGRA und ehemalige Ministerin für Landwirtschaft und Wildbestände in Ruanda, ist davon überzeugt, dass Afrikas Wirtschaft nur dann nachhaltig wachsen wird, wenn auch kleinteilige Landwirtschaft als Chance begriffen wird.

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Im Kampf gegen illegale Fischerei

Eine Reportage

Meere sind wichtig für die Ernährung. Doch sie sind überfischt. Um diesen Trend aufzuhalten geht die Weltgemeinschaft nun gegen illegale Fischerei vor. Journalist Jan Rübel hat dazu unter anderem mit Francesco Marí, Referent für Welternährung, Agrarhandel und Meerespolitik bei „Brot für die Welt“, gesprochen.

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Wie kann die Privatwirtschaft Lebensmittelverschwendung verhindern?

Interview mit David Brand (GIZ)

Vom Kreislaufsystem in Rwanda bis zur funktionierenden Kühlkette in Kenia: Das lab of tomorrow entwickelt mit einem Open-Innovation Ansatz Lösungen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.

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Vom Verlust zum sicheren Produkt - Innovationen aus Sambia

Ein Beitrag der GIZ

In Sambia begegnet man dem Problem der Nachernteverluste in der Erdnuss-Wertschöpfungskette mit innovativen Ansätzen. Das Rapid Loss Appraisal Tool (RLAT) der GIZ kann dabei helfen, weitere solcher Ansätze zu entwickeln.

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© Klaus Wohlmann/GIZ

...und was ist mit deutschen Unternehmen?

Interview mit Stefan Liebing

Stefan Liebing ist Vorsitzender des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft. Der Manager fordert eine bessere Struktur von afrikanischen Agrarbetrieben. Ein Gespräch mit Jan Rübel über Kleinbauern, die Chancen für deutsche Start-Ups und einen neuen Fonds.

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(c) Simon Veith

Neue Chance

Interview mit Lutz Hartmann

Lutz Hartmann hat sich mit der Pacht einer dreihundert Hektar großen Obstplantage in Äthiopien einen lang gehegten Traum verwirklicht: In Afrika ein eigenes Unternehmen zu führen. Nun geht ihn die Frage, wie sich Afrika entwickelt, auch persönlich an.

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Förderung für nachhaltig wirtschaftende Start-Ups

Unternehmen in Afrika, die Finanzierungen zwischen 20.000 $ und 200.000 $ benötigen, finden relativ wenige Investoren, da dieser Bereich zu groß für Mikrokredite und zu klein für institutionelle Investoren ist. Hierdurch entsteht eine „Lücke in der Mitte“, in der Unternehmen nur begrenzte Optionen haben. Ein Projekt des World Ressource Institute schafft mit dem Landaccelerator 2020 Abhilfe.

Ein Projekt des World Resources Institute

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Streitgespräch: Brauchen Lieferketten Haftungsregeln?

Doppelinterview über das geplante Gesetz

Die Bundesregierung ringt um ein Lieferkettengesetz. Verletzungen von Menschenrechten, Sozial- und Umweltstandards sollen damit angegangen werden. Was wären die Folgen für die Wirtschaft? Ein Doppelinterview mit Veselina Vasileva von GEPA und dem Wirtschaftsprofessor Andreas Freytag.

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Afrikas rasanter wirtschaftlicher Wandel

Ein Bericht von T. S. Jayne, A. Adelaja und R. Mkandawire

Vor 30 Jahren war Afrika Synonym für Krieg, Hunger und Armut. Dieses Narrativ hat heute keinen Bestand mehr. Afrikanische Lebensstandards steigen erstaunlich schnell. Unsere Autoren sind überzeugt, dass verbesserte Bildung und Unternehmertum den Fortschritt der Region unumkehrbar machen - trotz COVID-19.

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(c) Joerg Boethling/GIZ

Bestandsaufnahme: Was es jetzt wirklich braucht

Ein Beitrag von Heike Baumüller

Künstliche Intelligenzen, Big Data und Blockchains sind in aller Munde. Auch die  Digitalisierung der afrikanischen Landwirtschaft steht in den Startlöchern. Was braucht es, damit die technische Zukunft im großen Stil durchstarten kann?

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Uli Reinhardt/Zeitenspiegel

Kein dreckiges Geschäft

Ein Bericht von Marlis Lindecke

„Shit Business is Serious Business“: Mit dem „großen Geschäft“ lassen sich gute Geschäfte machen. Und: Menschliche Ausscheidungen können unsere Ernährungssysteme entscheidend verbessern. Dr. Marlis Lindecke gibt Einblicke in eine gelungene Kooperation zwischen Agrarforschung und Privatwirtschaft.

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Synthetische Pestizide – Segen oder Fluch?

Ein Streitgespräch zwischen Lena Luig und Ludger Weß.

Was sind die Folgen des Einsatzes von synthetischen Pestiziden in der Landwirtschaft? Wo helfen, wo schaden sie? Über dieses Reizthema globaler Bandbreite diskutieren Lena Luig, Referentin bei der entwicklungspolitischen Organisation INKOTA, und Wissenschaftsjournalist Ludger Weß.

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Frau Rudloff, was bringt ein Lieferkettengesetz?

Interview mit Bettina Rudloff

Die Bundesregierung feilt an einer Verpflichtung privater Akteure zur Einhaltung von Menschenrechten – ein Lieferkettengesetz. Was sind die Folgen für den Agrarsektor? Dr. Bettina Rudloff von der Stiftung Wissenschaft und Politik über die Verkettung von Politikfeldern und Wertschöpfung.

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Referenzwerte: Ein Baustein auf dem Weg zu sozialer Gerechtigkeit

Ein Beitrag von Friederieke Martin (GIZ)

Eine schnelle und kostengünstige Methodik berechnet existenzsichernde Einkommen und Löhne für eine Vielzahl an Ländern. Die GIZ hat zusammen mit Fairtrade International und Richard und Martha Anker ein Instrument zu geben, mit dem Unternehmen Einkommens- und Lohnlücken einfacher analysieren können.

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(c) Christoph Püschner/Zeitenspiegel

Sklaven stellen keine Qualität her

Interview mit Alfred Ritter

Ritter Sport kennt jedes Kind in Deutschland. Die meisten Kinder, die auf westafri-kanischen Plantagen Kakao ernten, haben dagegen noch nie Schokolade gegessen. Kann ein Schokoladenfabrikant die Welt ändern? Ein Gespräch mit Alfred Ritter über Macht und Ohnmacht eines Unternehmers.

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Wie eine gerechtere EU-Handelsagenda möglich ist

Ein Bericht von Dr. Jan Orbie (Universität Gent)

„Gerecht“ und „nachhaltig“ sind Schlüsselworte der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Gleichzeitig strebt Deutschland eine „Modernisierung“ der WTO und „zügige Fortschritte“ bei Freihandelsabkommen an. Sind diese Ziele wirklich kompatibel? Dürfen wir uns Gedanken um Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit machen, während wir so weitermachen wie bisher?

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(c) Privat

Wie viel Privatinvestition kann Landwirtschaft vertragen?

Ein Beitrag von Pedro Morazán

Kleinbauern in Entwicklungsländern müssen ihre Anbaumethoden modernisieren. Doch falsch verstandene Reformen könnten Armut verstärken, statt sie zu lindern.

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Neuer Anlauf zur Industrialisierung Afrikas

Ein Beitrag von Helmut Asche

Afrika steht vor dem Absprung. Es gibt vielversprechende Ansätze einer nachhaltigen Industrialisierung. Doch der Weg dahin stellt den Kontinent vor neue Herausforderungen.

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Neue Kampagane: "Armut ist sexistisch"

Interview mit Stephan Exo-Kreischer

Das ist der Maßstab für alle: Mehr Rechte für Frauen bilden einen entscheidenden Schlüssel im Kampf gegen extreme Armut und Hunger weltweit, sagt der Deutschland-Direktor von ONE. Die Organisation ist auf politische Kampagnen als Hebel für nachhaltige Veränderung spezialisiert.

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Ist die Weltgemeinschaft im Kampf gegen Hunger noch auf Kurs?

Interview mit Miriam Wiemers (Welthungerhilfe)

Der Welthunger-Index (WHI) 2020 zeigt: Die globale Gemeinschaft ist nicht auf Kurs, um das international gesteckte Ziel “Kein Hunger bis 2030” zu erreichen. Bei dieser derzeitigen Entwicklungsgeschwindigkeit werden etwa 37 Länder bis 2030 nicht einmal ein niedriges Hungerniveau erreichen.

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© AHA

Die Bauern selbst sind der Maßstab

Ein Beitrag von Andreas Quiring

Starke Bauern sind der Schlüssel für eine eigenständige nachhaltige Entwicklung. Dadurch können Sie ihre eigenen Interessen gegenüber Marktpartnern und der Politik wirkungsvoller durchsetzen. Soziale Innovationen können gemäß Andreas Quiring helfen, die tatsächlichen Bedürfnisse der betroffenen Bauern zum Maßstab zu machen.

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Supermärkte im Menschenrechtscheck

Ein Beitrag von Dr. Franziska Humbert (Oxfam)

In seinem dritten Jahr zeigt der Supermarkt-Check der Organisation Oxfam vor allem einen klaren Trend auf: Es geht! Supermärkte im Norden können ihre bisherigen Geschäftspolitiken ändern und stärker auf die Rechte derjenigen Menschen in aller Welt ausrichten, die Lebensmittel anbauen und ernten. Es geht aber nicht ohne Druck. 

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Kein Regenwald für unseren Konsum

Ein Beitrag von Jenny Walther-Thoß (WWF)

Für die Herstellung von Palmöl, Fleisch oder Möbeln werden in den Tropen weiter Regenwälder gefällt. Höchste Zeit zu handeln. Lösungsvorschläge liegen auf dem Tisch.

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"Keine der drei Ampelparteien ist nahe am Pariser Abkommen."

Ein Interview mit Leonie Bremer (FFF)

Bei der Klimakonferenz in Glasgow demonstrierten Aktivist:innen zahlreicher Gruppen – mit dabei Leonie Bremer von „Fridays for Future“. Wie können Klimaschutz und Entwicklungszusammenarbeit zusammengehen?

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Wie Kleinbauern zu Rohstofflieferanten wurden

Kleinbauern haben in der afrikanischen Landwirtschaft oft das Nachsehen. Zugang zu Märkten und eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit gelingt nur, wenn die Kleinbetriebe ihre Kräfte bündeln. Doch die Betroffenen in Partnerländern sind oft ratlos, was die Realisierung genossenschaftlicher Modelle betrifft. Auch hier unterstützt das BMZ mit der SEWOH und der Sozialstrukturförderung.

Ein Projekt des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V.

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Die Lage der Ernährungssicherheit in Kapstadt und St. Helena Bay

Eine Studie von Markus Hanisch, Agustina Malvido, Johanna Hansmann, Alexander Mewes, Moritz Reigl, Nicole Paganini (SLE)

Nach dem COVID-19-Lockdown: Wie marginalisierte Gemeinschaften in Food-Governance-Prozesse einbezogen werden könnten - eine Zusammenfassung der Ergebnisse einer digitalen und partizipativen Studie des SLE.

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Nicht nur schmückendes Beiwerk

Ein Beitrag der Welthungerhilfe

Afrika hat die jüngste und am schnellsten wachsende Bevölkerung der Erde. Für viele junge Menschen könnte die Landwirtschaft eine Job-Perspektive bieten. Doch um deren Lebensbedingungen und Jobaussichten auf dem Land zu verbessern, sind politische Reformen und Investitionen dringend notwendig. Denn diese jungen Menschen werden zukünftig im Mittelpunkt der Landwirtschaft und ländlichen Entwicklung stehen.

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Schulmahlzeiten: Eine Chance für Geschlechtergerechtigkeit

Ein Beitrag von Carmen Burbano de Lara (WFP)

Neben den bekannten Folgen der Corona-Maßnahmen für Erwachsene, führten Schulschließungen dazu, dass weltweit 90 Prozent der Kinder nicht mehr die Schule besuchen konnten. Schulmahlzeiten sind jedoch vielerorts die einzige Mahlzeit für Kinder. Ohne Zugang zu diesem Sicherheitsnetz verschärfen sich für hunderte Millionen Kinder Hunger, Armut und Mangelernährung.

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MarkIrungu /AGRA

Geistiger Mörtel für die junge Generation

Ein Beitrag von Jan Rübel

Fred Swaniker arbeitet an der Bildung einer neuen Ära von Anführern. Und was ist mit der Landwirtschaft? „Die muss sexy werden!“

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Wie der Selbsthilfe-Ansatz kleinbäuerliche Frauen stärkt

Ein Beitrag des INEF und der Kindernothilfe

Die Förderung kleinbäuerlicher Frauengruppen über Selbsthilfe-Ansätze leistet einen entscheidenden Beitrag zur ökonomischen Stärkung der ländlichen Betriebe. Über die Organisation und die verbundenen Gruppenaktivitäten kann extreme Armut reduziert und die Ernährungssituation verbessert werden.

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JETZT NEU: BMZ-Strategie "Eine Welt ohne Hunger"

Eine BMZ-Kernthemenstrategie

Eine Welt ohne Hunger innerhalb der planetaren Grenzen ist möglich! Mit diesem Leitgedanken tritt ab sofort die neue BMZ-Strategie zu unserem gemeinsamen Thema, Eine Welt ohne Hunger, in Kraft. Erfahren Sie hier mehr.

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Wieviel verschwenden wir tatsächlich, Herr McFeely?

Ein Interview mit Peter McFeely (WWF)

Der WWF hat eine aufsehenerregende Studie zur Verschwendung von Lebensmitteln erstellt. Im Fokus: Die Verluste in der Landwirtschaft. Was getan werden kann, erläutert Peter McFeely, globaler Leiter der Abteilung Kommunikation und strategische Planung

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Noch neun Ernten bis 2030: Wie stellt sich das BMZ zukünftig auf?

Ein Interview mit Dirk Schattschneider (BMZ)

Die Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ (SEWOH) wird eins der fünf Kernthemen im BMZ . Dirk Schattschneider, Beauftragter der SEWOH im BMZ über bisherige Ansätze, zukünftige Aktionsfelder und den politischen Willen, den Hunger zu beenden.

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