Müssen wir ein neues Ernährungssystem wagen?

Ausbleibende Saisonarbeitskräfte und Virenexplosion in Schlachthöfen, steigende Gemüsepreise, Klimakrise - all das macht deutlich, was eigentlich schon seit Jahrzehnten klar ist: Unser Ernährungssystem ist zwar hoch produktiv und (jedenfalls für die reichen Bewohner der Erde) Garant für eine nie dagewesene reichhaltige und sichere Lebensmittelversorgung. Es ist aber nicht resilient.

Indonesien: Inmitten einer verwüsteten Landschaft liegen die Basislager illegaler Holzfäller. Photo: Christoph Püschner/Zeitenspiegel
Indonesien: Inmitten einer verwüsteten Landschaft liegen die Basislager illegaler Holzfäller. Photo: Christoph Püschner/Zeitenspiegel

Dr. Felix zu Löwenstein

Felix Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg ist ein deutscher Agrarwissenschaftler und Landwirt. Er ist bekannt als Kritiker der industriellen Landwirtschaft. Als Vorsitzender des BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) hilft er, die Entwicklung der ökologischen Lebensmittelwirtschaft zu fördern und hier zukunftsfähige Rahmenbedingungen zu schaffen. Das Gut Habitzheim, welches sich seit 500 Jahren im Besitz der Familie befindet, stellte er auf Bio um.

 

Die industriell organisierte Landwirtschaft hängt alternativlos von Krücken ab: Das ist zum Beispiel der unter hohem Energieaufwand hergestellte künstliche Stickstoff-Dünger, ohne den die hohen Erträge – bei ausreichender Wasserversorgung – nicht denkbar wären. Oder die Sojabohnen, die auf Flächen produziert werden, die zuvor tropischer Regenwald oder südamerikanische Grassteppe (Pampa) waren. Ohne sie ist unsere umfangreiche Tierhaltung nicht möglich. Chemisch-synthetische Pestizide sind ebenfalls unabdingbarer Bestandteil einer Landwirtschaft, die „konventionell“ heißt, weil sie weltweit zum Normalfall geworden ist.

 

Kein Quadratmeter konventionellen Ackerlandes bringt eine Ernte hervor, auf dem nicht mehrfach Pestizide gegen Unkräuter, Pilze, Insekten etc. ausgebracht worden sind. In der Tierhaltung ist der Einsatz von Antibiotika ähnlich selbstverständlich – also nicht die Ausnahme für kranke Tiere, sondern die Regel in einem kranken System. Diese Krücken sind nicht nur teuer und – vor allem im Fall des synthetischen Stickstoffs – sehr energieaufwändig. Sie verursachen Kollateralschäden, welche sogar die Produktionsgrundlagen der Landwirtschaft selbst in Frage stellen.

 

Pestizidbekämpfung auf einem Feld.
Pestizidbekämpfung auf einem Feld.

Weil nur rund 45 Prozent des in Deutschland gedüngten Stickstoffs (weltweit sogar nur 30 Prozent) ins Eiweiß der Nahrungspflanzen eingebaut wird, verbleibt ein entsprechend hoher Rest in der Umwelt. Das führt zur Belastung von Grundwasser, verursacht „Todeszonen“ an den Flussmündungen rund um den Globus und selektiert in den Ökosystemen die Organismen aus, die am liebsten wenig Stickstoff haben – allesamt Wirkungen, die der Allgemeinheit hohe und in zunehmendem Umfang irreversible Kosten bescheren. Der Einsatz von Pestiziden ist ein wesentlicher Treiber des Rückganges von Arten, der nach den Angaben der Pariser Artenschutzkonferenz ähnlich apokalyptische Dimensionen annimmt, wie es die globale Klimaveränderung tut – zu der Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft zu rund einem Viertel beitragen.

 

Dass der Zusammenbruch in Arten und Populationsstärke von Insekten nicht „das Problem“, sondern davon nur einen Ausschnitt darstellt, wird jedem klar, der versteht, wie Ökosysteme funktionieren. Vergleichbare Entwicklungen bei den Vögeln der offenen Agrarlandschaft verdeutlichen das. Dass wir noch nicht beschreiben können, wie das Artensterben in unseren Böden aussieht, hängt nicht damit zusammen, dass es nicht stattfindet. Es ist auch undenkbar, dass dieser Teil der Nahrungskette wundersam verschont bliebe. Sondern damit, dass wir über das Bodenleben so sträflich wenig wissen. Nur muss uns Menschen klar sein: Auch wir können ohne funktionierende Ökosysteme nicht existieren. Denn wir sind Teil davon und stehen nicht außerhalb der Natur. Deswegen haben die Auswirkungen unseres Agrarsystems auf die menschliche Gesundheit nicht nur mit der unmittelbaren Wirkung von chemisch-synthetischen Rückständen aus Pestiziden oder Antibiotika auf unseren Organismus zu tun. Sondern auch mit den Veränderungen der Ökosysteme.

 

Die Beweise mehren sich, dass abnehmende biologische Vielfalt zu ansteigenden Infektionskrankheiten führt.

 

Im Februar 2020 hat eine schwedische Metastudie gezeigt, wie vielfältig die Nachweise dafür sind, dass abnehmende biologische Vielfalt zu ansteigenden Infektionskrankheiten führt. Gerade eben, im Mai 2020, wurde in "nature" eine Studie aus Kenia publiziert, die verdeutlicht, wie unvorhersagbar maximal Ursachen wirken können, die minimal aussehen: die Wissenschaftler hatten festgestellt, dass in afrikanischen Gewässern auch minimale (weit unterhalb toxikologischer Grenzwerte liegende) Pestizidspuren in die Artenzusammensetzung einwirken; ganz einfach, weil es Arten gibt, deren Überlebens-Chancen unter solchen Belastungen geringer sind, als die anderer Arten. Fatalerweise hat das die Schnecken begünstigt, die Zwischenwirt für den Erreger von Bilharziose sind. Sie wurden von den Forschern ausschließlich in den Gewässern vorgefunden, die mit Pestiziden belastet und mit Stickstoff eutrophiert waren.

 

Fischer aus dem kongolesischen Urwalddorf Ntondo gehen ihrem Handwerk nach. Photo: Christoph Püschner/Brot für die Welt
Fischer aus dem kongolesischen Urwalddorf Ntondo gehen ihrem Handwerk nach. Photo: Christoph Püschner/Brot für die Welt

Wir müssen deshalb der Stabilität unserer Ernährungssysteme einen Vorrang vor ihrer Produktivität geben. Das beginnt mit der Stabilität landwirtschaftlicher Erzeugung. Die muss unabhängig vom Einsatz naturfremder Substanzen funktionieren, damit die Ökosysteme von Stoffen entlastet werden, auf die sie in der Evolution nicht vorbereitet wurden. Nährstoffe müssen weitestgehend im Kreislauf gehalten werden, um nicht dort zu wirken, wo sie gar nicht hinsollen. Böden müssen so lebendig sein, dass sie Humus aufbauen, Wasser speichern und zur Verfügung stellen können, um auch unter den Stressbedingungen der Klimakrise Ertragssicherheit zu bieten und um nicht von Wind oder Starkregen davon getragen zu werden.

 

Wir müssen deshalb der Stabilität unserer Ernährungssysteme einen Vorrang vor ihrer Produktivität geben.

 

Tiere müssen so robust sein und so gesund gehalten werden, dass sie nicht in der Regel krank sind, sondern veterinär-medizinische Behandlung nur im Ausnahmefall benötigen. Dazu gehört auch, dass ihr Organismus nicht mit Leistungsansprüchen an Wachstum oder Milcherzeugung konfrontiert wird, die sie überfordern. Volkswirtschaften müssen ebenso ein möglichst hohes Maß an Ernährungssouveränität besitzen, wie die in ihnen wirtschaftenden Bauernfamilien.

 

Das schließt weder Arbeitsteiligkeit noch globalen Handel aus, setzt aber nicht alles auf eine Karte, die in der Krise nicht ausgespielt werden kann. Und es setzt voraus, dass den Bauern nicht ihre Felder geraubt werden, um sie international agierenden Unternehmen zur Verfügung zu stellen, die Palmöl für die Beimischung zu europäischem Diesel oder Futtermittel für unsere unersättliche Fleischindustrie produzieren.

Die Spannweite dieser Anforderungen zeigt, wie weit stabile Systeme gedacht werden müssen und dass sie nicht am Hoftor enden. Ermutigend ist, dass es für alle Anforderungen Modelle gibt, die zeigen: Es geht. Es gibt Biobetriebe und agrarökologische Praktiken in allen Ländern der Erde, die zeigen, dass Produktionssysteme stabil sein können. Ihr überwölbendes Grundprinzip heißt Vielfalt. Und das Verstehen natürlicher Regelkreisläufe sowie das Annähern landwirtschaftlicher Praxis an Funktionsweisen natürlicher Ökosysteme. Faszinierend ist, dass solche Bäuer*innen ebenso ökonomisch erfolgreich wie hoch produktiv wirtschaften.

 

Es ist eine vordringliche Aufgabe der Wissenschaft, solche systemischen Ansätze aufzugreifen, sie mit den Praktikern zusammenarbeitend weiter zu entwickeln und sie dadurch beschreibend für andere verfügbar, skalierbar machen. Nach Jahrzehnten der Investition in die Perfektionierung instabiler, technikzentrierter Produktionsweisen ist hier enormer Aufholbedarf!

 

Sambia: Bäuerinnen in ihrem Maisfeld in verbesserter, klimaangepasster Anbauweise. Photo: WWF Germany
Sambia: Bäuerinnen in ihrem Maisfeld in verbesserter, klimaangepasster Anbauweise. Photo: WWF Germany

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Die Bundesregierung ringt um ein Lieferkettengesetz. Verletzungen von Menschenrechten, Sozial- und Umweltstandards sollen damit angegangen werden. Was wären die Folgen für die Wirtschaft? Ein Doppelinterview mit Veselina Vasileva von GEPA und dem Wirtschaftsprofessor Andreas Freytag.

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Ebay gegen den Hunger - eine App hilft Kleinbauern in Sambia, ihre Ernten zu verkaufen

Weltweit sind Kleinbauern gezwungen, ihre Ernten aufgrund fehlender Marktinformationen unter Preis zu verkaufen. Eine neue App von UN World Food Programme (WFP) will das ändern.

Ein Projekt des WFP

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(c) Foto Privat

Exklusive Kurzgeschichte: Der Blockchain Blues

Ein Beitrag von Solomon King Benge

Ein Bauernhof in Afrika, im Jahr 2080. Alles ist digitalisiert. Die Blockchain ist allmächtiger Bezugspunkt, die Farm gedeiht. Und dann geht alles schief. Eine dystopische Kurzgeschichte - exklusiv aufgeschrieben für SEWOH.

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Frank Schultze / Agentur_ZS

Aufbruchsvisionen

Ein Video-Beitrag Frank Schultze und Jan Rübel

Anfang Dezember 2018 traf sich der Vorstand von AGRA zu einer Sitzung in Berlin - das Spitzengremium der "Alliance for a Green Revolution in Africa" besprach die nächsten Schritte ihrer Politik. Doch wie soll das Agrarwesen Afrikas in zehn Jahren aussehen? Eine Frage - viele Antworten von Experten.

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Frau Rudloff, was bringt ein Lieferkettengesetz?

Interview mit Bettina Rudloff

Die Bundesregierung feilt an einer Verpflichtung privater Akteure zur Einhaltung von Menschenrechten – ein Lieferkettengesetz. Was sind die Folgen für den Agrarsektor? Dr. Bettina Rudloff von der Stiftung Wissenschaft und Politik über die Verkettung von Politikfeldern und Wertschöpfung.

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Referenzwerte: Ein Baustein auf dem Weg zu sozialer Gerechtigkeit

Ein Beitrag von Friederieke Martin (GIZ)

Eine schnelle und kostengünstige Methodik berechnet existenzsichernde Einkommen und Löhne für eine Vielzahl an Ländern. Die GIZ hat zusammen mit Fairtrade International und Richard und Martha Anker ein Instrument zu geben, mit dem Unternehmen Einkommens- und Lohnlücken einfacher analysieren können.

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Supermärkte im Menschenrechtscheck

Ein Beitrag von Dr. Franziska Humbert (Oxfam)

In seinem dritten Jahr zeigt der Supermarkt-Check der Organisation Oxfam vor allem einen klaren Trend auf: Es geht! Supermärkte im Norden können ihre bisherigen Geschäftspolitiken ändern und stärker auf die Rechte derjenigen Menschen in aller Welt ausrichten, die Lebensmittel anbauen und ernten. Es geht aber nicht ohne Druck. 

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Uli Reinhardt/Zeitenspiegel

Bittere Frucht

Ein Beitrag von Frank Brunner

Wieso wird Schokolade nicht dort in Tafeln gegossen, wo auch der Kakao angebaut wird? Autor Frank Brunner analysiert die brüchige Wertschöpfungskette der Branche von der Plantage bis in den Supermarkt.

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(c) Christoph Püschner

Der Preis ist nicht alles

Ein Beitrag von Bettina Rühl

Einheimischer Reis kostet in Togos Hauptstadt Lomé fast doppelt so viel wie die importierte Ware aus Thailand. Doch es gibt gute Gründe, das lokale Produkt zu bevorzugen.

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(c) Christoph Püschner/Zeitenspiegel

Sklaven stellen keine Qualität her

Interview mit Alfred Ritter

Ritter Sport kennt jedes Kind in Deutschland. Die meisten Kinder, die auf westafri-kanischen Plantagen Kakao ernten, haben dagegen noch nie Schokolade gegessen. Kann ein Schokoladenfabrikant die Welt ändern? Ein Gespräch mit Alfred Ritter über Macht und Ohnmacht eines Unternehmers.

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„Aus Soja lässt sich mehr machen, als nur Mehl“

Ein Bericht von Johanna Steinkühler (GIZ)

Die Sojabohne ist eine natürliche Ackerfrucht, aus der man ein Menge Lebensmittel herstellen kann. Also startete Tata Bi erst alleine, dann mit einigen anderen Frauen einen kleinen Weiterverarbeitungsbetrieb, der den Frauen ganzjährig eine zusätzliche Einnahmequelle neben dem Verkauf der Sojabohnen bietet.

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Das Gesicht der afrikanischen Landwirtschaft ist weiblich

Ein Beitrag von Beatrice Gakuba (AWAN-AFRIKA)

Afrika hat hervorragende Voraussetzungen, Landwirtschaft zu seinem Wirtschaftsmotor zu entwickeln. Doch das Potential dafür wird bei weitem nicht ausgeschöpft, unter anderem weil Frauen bei der Ausübung ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit auf erhebliche Hindernisse treffen. Die Organisation AWAN Afrika will diesen Umstand ändern.

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Wie eine gerechtere EU-Handelsagenda möglich ist

Ein Bericht von Dr. Jan Orbie (Universität Gent)

„Gerecht“ und „nachhaltig“ sind Schlüsselworte der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Gleichzeitig strebt Deutschland eine „Modernisierung“ der WTO und „zügige Fortschritte“ bei Freihandelsabkommen an. Sind diese Ziele wirklich kompatibel? Dürfen wir uns Gedanken um Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit machen, während wir so weitermachen wie bisher?

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Kein Regenwald für unseren Konsum

Ein Beitrag von Jenny Walther-Thoß (WWF)

Für die Herstellung von Palmöl, Fleisch oder Möbeln werden in den Tropen weiter Regenwälder gefällt. Höchste Zeit zu handeln. Lösungsvorschläge liegen auf dem Tisch.

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Kleine Farmen, großes Geld

Ein Beitrag von Agnes Kalibata (AGRA)

Agnes Kalibata, seit 2014 Präsidentin der AGRA und ehemalige Ministerin für Landwirtschaft und Wildbestände in Ruanda, ist davon überzeugt, dass Afrikas Wirtschaft nur dann nachhaltig wachsen wird, wenn auch kleinteilige Landwirtschaft als Chance begriffen wird.

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Im Kampf gegen illegale Fischerei

Eine Reportage

Meere sind wichtig für die Ernährung. Doch sie sind überfischt. Um diesen Trend aufzuhalten geht die Weltgemeinschaft nun gegen illegale Fischerei vor. Journalist Jan Rübel hat dazu unter anderem mit Francesco Marí, Referent für Welternährung, Agrarhandel und Meerespolitik bei „Brot für die Welt“, gesprochen.

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Wieviel verschwenden wir tatsächlich, Herr McFeely?

Ein Interview mit Peter McFeely (WWF)

Der WWF hat eine aufsehenerregende Studie zur Verschwendung von Lebensmitteln erstellt. Im Fokus: Die Verluste in der Landwirtschaft. Was getan werden kann, erläutert Peter McFeely, globaler Leiter der Abteilung Kommunikation und strategische Planung

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Noch neun Ernten bis 2030: Wie stellt sich das BMZ zukünftig auf?

Ein Interview mit Dirk Schattschneider (BMZ)

Die Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ (SEWOH) wird eins der fünf Kernthemen im BMZ . Dirk Schattschneider, Beauftragter der SEWOH im BMZ über bisherige Ansätze, zukünftige Aktionsfelder und den politischen Willen, den Hunger zu beenden.

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JETZT NEU: BMZ-Strategie "Eine Welt ohne Hunger"

Eine BMZ-Kernthemenstrategie

Eine Welt ohne Hunger innerhalb der planetaren Grenzen ist möglich! Mit diesem Leitgedanken tritt ab sofort die neue BMZ-Strategie zu unserem gemeinsamen Thema, Eine Welt ohne Hunger, in Kraft. Erfahren Sie hier mehr.

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"Landwirtschaft kann ein Jobmotor werden"

Interview mit Reiner Klingholz

Wie kann sich die Landwirtschaft in Afrika modernisieren? Und führt der Weg in die Städte wirklich raus aus der Armut? Dr. Reiner Klingholz vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung im Gespräch mit Jan Rübel .

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Afrikas rasanter wirtschaftlicher Wandel

Ein Bericht von T. S. Jayne, A. Adelaja und R. Mkandawire

Vor 30 Jahren war Afrika Synonym für Krieg, Hunger und Armut. Dieses Narrativ hat heute keinen Bestand mehr. Afrikanische Lebensstandards steigen erstaunlich schnell. Unsere Autoren sind überzeugt, dass verbesserte Bildung und Unternehmertum den Fortschritt der Region unumkehrbar machen - trotz COVID-19.

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Eine Chance für den Kontinent

Ein Beitrag der Bill & Melinda Gates Foundation

Afrikas Bevölkerung ist jung und bereit, ihr eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Die Landwirtschaft bietet dafür große Entwicklungsmöglichkeiten. Die Bill & Melinda Gates Foundation will die kommende Generation auf diesem Weg unterstützen.

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Frank Schultze / Agentur_ZS

Der Kommunikator

Ein Bericht von Jan Rübel

Was haben Elektrotechnik, Telekommunikation und Landwirtschaft gemeinsam? Sie wecken die Leidenschaft von Strive Masiyiwa: Vor 30 Jahren startete er mit 75 Dollar eine Elektroinstallationsfirma, surfte später als Pionier auf der Telekommunikationswelle – und engagiert sich heute für die Transformation afrikanischer Landwirtschaft.

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Das Leben ihrer Träume – Was sich Kinder wünschen

Ein Interview mit Gnininkaboka Dabiré und Innocent Somé

Später einmal selbst Landwirt werden, oder doch lieber einen anderen Beruf ergreifen? Zwei Jugendliche aus Burkina-Faso sprachen mit Vertretern der Dreyer-Stiftung über die Höfe ihrer Eltern, das Berufsbild Bauer und die eigenen Zukunftspläne.

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(c) Privat

Ein Klassenzimmer im Garten Eden

Ein Beitrag von Iris Manner (World Vision)

Waldrodungen schaden Mensch und Umwelt. Mit Baumschulen können Bauern Geld verdienen und dabei Gutes tun. Man muss nur wissen, wie es geht. Iris Manner, Medienreferentin bei World Vision Deutschland, gibt einen Einblick.

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Schulmahlzeiten: Eine Chance für Geschlechtergerechtigkeit

Ein Beitrag von Carmen Burbano de Lara (WFP)

Neben den bekannten Folgen der Corona-Maßnahmen für Erwachsene, führten Schulschließungen dazu, dass weltweit 90 Prozent der Kinder nicht mehr die Schule besuchen konnten. Schulmahlzeiten sind jedoch vielerorts die einzige Mahlzeit für Kinder. Ohne Zugang zu diesem Sicherheitsnetz verschärfen sich für hunderte Millionen Kinder Hunger, Armut und Mangelernährung.

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MarkIrungu /AGRA

Geistiger Mörtel für die junge Generation

Ein Beitrag von Jan Rübel

Fred Swaniker arbeitet an der Bildung einer neuen Ära von Anführern. Und was ist mit der Landwirtschaft? „Die muss sexy werden!“

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Wie der Selbsthilfe-Ansatz kleinbäuerliche Frauen stärkt

Ein Beitrag des INEF und der Kindernothilfe

Die Förderung kleinbäuerlicher Frauengruppen über Selbsthilfe-Ansätze leistet einen entscheidenden Beitrag zur ökonomischen Stärkung der ländlichen Betriebe. Über die Organisation und die verbundenen Gruppenaktivitäten kann extreme Armut reduziert und die Ernährungssituation verbessert werden.

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Die menschliche Finca

Interview mit Marvin Antonio Garcia Otero

Im Osten El Salvadors kultivieren Campesinos ein Selbstbild, das auch die Jugend auf dem Land halten soll. Mit Hilfe der Caritas haben sie die Anbaumethoden ihren Böden und Traditionen angepasst - die beste Versicherung gegen Landflucht und Kriminalität, sagt Marvin Antonio Garcia Otero, der stellvertretende Direktor der Caritas in der Diözese San Miguel.

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"Gehen oder bleiben? Das hängt davon ab!"

Eine Studie der GIZ - realisiert von Geopoll

Will Afrikas Jugend in der Stadt leben oder auf dem Land? Welcher Karriereweg erscheint besonders attraktiv? Und wie optimistisch blicken die Jungen in die Zukunft? Per SMS beantworteten junge Erwachsene aus dem ländlichen Raum diese Fragen.

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(c) GIZ

Jugendbeschäftigung im Ländlichen Raum

Die Weltbevölkerung wächst weiter. Somit erhöht sich sowohl der Bedarf an Nahrungsmitteln als auch an produktiven Beschäftigungsmöglichkeiten. Jugendlichen im ländlichen Raum bessere Beschäftigungsperspektiven bieten, das ist eines der Ziele des Sektorvorhabens. Denn die junge Bevölkerung ist der Schlüssel zu einer modernen und effizienten Agrarwirtschaft.

Ein Projekt der GIZ

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(c) DVV

Vernetzte Lebensräume in Subsahara-Afrika – Leben zwischen Stadt und Land

Im Rahmen der Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ werden Forschungsergebnisse zu Transformationsprozessen und Gestaltungsinstrumenten in Subsahara-Afrika veröffentlicht.

Ein Projekt des SLE

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Nicht nur schmückendes Beiwerk

Ein Beitrag der Welthungerhilfe

Afrika hat die jüngste und am schnellsten wachsende Bevölkerung der Erde. Für viele junge Menschen könnte die Landwirtschaft eine Job-Perspektive bieten. Doch um deren Lebensbedingungen und Jobaussichten auf dem Land zu verbessern, sind politische Reformen und Investitionen dringend notwendig. Denn diese jungen Menschen werden zukünftig im Mittelpunkt der Landwirtschaft und ländlichen Entwicklung stehen.

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(c) Christoph Pueschner/Zeitenspiegel

Von Anfang bis Ende gedacht: Eine Vision der Verknüpfung

Ein Beitrag von Tanja Reith

Bisher agiert Landwirtschaft in Afrika wie allein vor sich hin. Kleinbäuer*innen, digital verknüpft mit den globalen Wertschöpfungsketten in der Nahrungsmittelindustrie – wie könnte das funktionieren? Eine Anleitung.

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(c) Privat

Wie viel Privatinvestition kann Landwirtschaft vertragen?

Ein Beitrag von Pedro Morazán

Kleinbauern in Entwicklungsländern müssen ihre Anbaumethoden modernisieren. Doch falsch verstandene Reformen könnten Armut verstärken, statt sie zu lindern.

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Uli Reinhardt/Zeitenspiegel

Schluss mit armselig

Ein Beitrag von Marcellin Boguy (Notre Voie)

In Westafrika wächst eine neue Mittelschicht heran. Ihr Konsumverhalten bestimmt die Nachfrage nach Produkten - den eigenen oder Importware, per Internet oder auf dem Dorfmarkt. Speziell die Menschen in der Elfenbeinküste blicken optimistisch in die Zukunft.

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Neuer Anlauf zur Industrialisierung Afrikas

Ein Beitrag von Helmut Asche

Afrika steht vor dem Absprung. Es gibt vielversprechende Ansätze einer nachhaltigen Industrialisierung. Doch der Weg dahin stellt den Kontinent vor neue Herausforderungen.

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„Ohne Entwicklung gibt es keinen Frieden"

Interview mit Karina Mroß 

Entwicklungszusammenarbeit - welchen Beitrag leistet sie zur Konfliktprävention? Was kann sie nachhaltig für den Frieden tun? Die Politikwissenschaftlerin Karina Mroß im Gespräch mit Raphael Thelen über Post-Konflikt-Gesellschaften und ihre Chancen auf eine friedliche Entwicklung.

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Ist die Weltgemeinschaft im Kampf gegen Hunger noch auf Kurs?

Interview mit Miriam Wiemers (Welthungerhilfe)

Der Welthunger-Index (WHI) 2020 zeigt: Die globale Gemeinschaft ist nicht auf Kurs, um das international gesteckte Ziel “Kein Hunger bis 2030” zu erreichen. Bei dieser derzeitigen Entwicklungsgeschwindigkeit werden etwa 37 Länder bis 2030 nicht einmal ein niedriges Hungerniveau erreichen.

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©WFP/Rein Skullerud

Revolution der humanitären Hilfe

Ein Beitrag von Ralf Südhoff

Ralf Südhoff, Direktor in Berlin für das Welternährungsprogramm, erklärt, warum Finanz-Innovationen Katastrophen zu Krisen reduzieren können. Die Existenz der Betroffenen hängt zunehmend von der rechtzeitigen Intervention oder Risiko-Fonds ab.

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