"Landwirtschaftliche Forschung löst den gordischen Knoten"

2020 gilt als entscheidendes Jahr für Fortschritte auf dem Weg zur Erreichung des nachhaltigen Entwicklungsziels SDG2 bis 2030. Für die Agrarforschungsorganisation CGIAR bedeutete das Erreichen von SDG2 Reformen. Nach der ersten Ankündigung im Juni 2020 ist der offizielle Start des neuen One-CGIAR-Systems für den online stattfindenden Climate Adaptation Summit mit den Niederlanden als Gastgeber im Januar 2021 geplant. worldwithouthunger.org sprach mit Jürgen Vögele, Vice President for Sustainable Development der World Bank und Vorsitzender des CGIAR System Councils, vor dem Start über die bisherigen Fortschritte und die Ziele für SDG2.

Umweltgrundlagen für Lebensmittelsicherheit schaffen. © Rainer Kwiotek
Schlechte Umweltbedingungen erfordern gute Anpassung © Rainer Kwiotek

Jürgen Vögele

Jürgen Vögele hat am 1. April 2020 die Position des Vizepräsidenten für nachhaltige Entwicklung bei der Weltbank übernommen. Vor dieser Ernennung war Dr. Vögele Global Director der Climate Change Group der Weltbank und Senior Director der Global Practice Agriculture and Food der Weltbank. Er ist Vorsitzender des CGIAR System Council Board, das Agrarforschungsprogramme zur Bekämpfung von Armut, Nahrungs- und Ernährungssicherheit und zur Verbesserung des Managements natürlicher Ressourcen auf der ganzen Welt beaufsichtigt. Seit seinem Eintritt in die Weltbank im Jahr 1991 hat Dr. Vögele verschiedene Aufgaben wahrgenommen. Er hat einen Doktortitel in Agrarökonomie und einen Master in Agrartechnik von der Universität Hohenheim, in Deutschland.

 

Deutschland war im Oktober Gastgeber für den Start der CERES2030-Studie, in deren Rahmen festgestellt wurde, dass Hunger bis 2030 komplett ausgerottet werden kann, wenn die finanziellen Investitionen erhöht werden. Welche Erkenntnisse hat One CGIAR im Jahr 2020 darüber gewonnen, was erforderlich ist, um SDG2 zum Ende dieses Jahrzehnts zu erreichen?

Wir benötigen einen breitgefächerten Ansatz für SDG2. CGIAR arbeitet an allen 5 SDG-Teilzielen. Unsere ausgewählten Einflussbereiche konzentrieren sich daher auf die allgemeine Ernährung – erschwingliche, sichere und vielfältige Lebensmittel – ebenso wie auf die Ausrottung des Hungers, auf das Einkommen und die Kaufkraft von Kleinbauern und die Umweltgrundlagen für Lebensmittelsicherheit. Dies umfasst umfangreiche Forschungen zu Wasser und die Behandlung von Biodiversität und Agrarbiodiversität einschließlich der Pflege des weltweiten Gendatenbank-Netzwerks für Feldfrüchte und ihre wilden Verwandten.

 

Für CGIAR diente die CERES2030-Studie gleichermaßen als Erinnerung und Bestätigung. Eine Erinnerung daran, dass ein Portfolio-Ansatz für die Erforschung von Lebensmittelsystemen erforderlich ist. Und eine Bestätigung der Anstrengungen des CGIAR durch gezielte Forschung – die Vorteile durch Partnerschaften mit Fokus auf Wissen und Unterstützung, einfach auf den Feldern und Märkten zu implementierenden Innovationen und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierenden politischen Empfehlungen bieten.

 

Nichtsdestotrotz zeigte CERES2030, dass nachweisbasierte Politik nur so gut ist wie die verfügbaren Nachweisgrundlagen. Investitionen in Forschung und Innovation durch öffentliche Institutionen wie CGIAR sind geeignet, die benötigten Ergebnisse zu SDG2 zu liefern.

 

2020 hatte einen erheblichen Einfluss auf zahlreiche Fortschrittsbereiche und hat SDG2 um Jahre zurückgeworfen. Welche Anstrengungen sind seitens der Agrarforschung erforderlich, um diesen Rückschlag aufzuholen?

Die landwirtschaftliche Forschung und Innovation zur Umwandlung unseres Nahrungssystems ist die einzige Möglichkeit, den gordischen Knoten, der Lebensmittelsicherheit, klimarelevante Emissionen, den Zusammenbruch der Biodiversität und die Gesundheit verbindet, zu lösen.

 

Wir müssen der Unsicherheit und dem Risikomanagement mehr Aufmerksamkeit widmen.

 

Welche Risikomanagementstrategien benötigen arme Erzeuger oder Verbraucher, um gutes und schlechtes Wetter optimal zu nutzen?

Dies wird eine Mischung aus bekannten technischen Lösungen wie etwa Smart-Farming-Praktiken, dem Zugang zu hochwertigen Ausgangsmaterialien, digitalen Informationen und Beratungsdienstleistungen und institutionellen und sozioökonomischen Lösungen wie etwa Mikrofinanzierung und Versicherung, die Fähigkeit zu reisen und Überweisungen zu tätigen sowie soziale Sicherheitsprogramme wie Einkommensunterstützung sein. Das Risikomanagement ist jetzt ein zentraler Schwerpunkt der Forschungs- und Innovationsstrategie der CGIAR.

 

Auch wenn COVID-19 vielfältige Auswirkungen auf die Nahrungssysteme hatte, erwiesen sich die Kleinbauern abgesehen von einigen Unterbrechungen der Versorgung mit Ausgangsmaterialien als widerstandsfähig. Das Hauptproblem bestand darin, die Erzeugnisse auf den Markt zu bekommen – aufgrund der Unterbrechungen des Transports, der Bewegung und der Märkte, insbesondere der inoffiziellen Märkte. CGIAR strebt aus diesem Grund einen expliziteren Ansatz für Nahrungssysteme über die Erforschung der landwirtschaftlichen Produktion hinaus an.

 

Marco Ferroni erklärte im Juni 2020, Forschung sei ein gegebener Bestandteil des Medizinsektors. Haben die Suche nach einem COVID-19-Impfstoff und eine allgemeine Anerkennung der Wissenschaft und ihrer Erfolge auch zu einem Umdenken hinsichtlich der Bedeutung und Akzeptanz der Agrarforschung geführt?

One CGIAR wird sich deutlicher auf Innovationssysteme konzentrieren – Wissenschaft ist nur nützlich, wenn sie von Menschen aktiv umgesetzt wird. Wir müssen Wissenschaft in strategische Partnerschaften einbinden, um Veränderungen herbeizuführen, und nicht als eigenständiges unabhängiges Unternehmen betrachten. Die CGIAR-Forschung behandelt einen wesentlichen Marktschwachpunkt: die Durchführung von Forschung, die geschäftlich für große landwirtschaftliche Unternehmen unattraktiv ist, aber Auswirkungen auf hunderte Millionen der ärmsten Haushalte der Welt und die großen Herausforderungen unserer Zeit hat: Klimawandel, Zusammenbruch der Biodiversität und die Gesundheit der Menschheit. In diesem Sinne ist die CGIAR-Forschung ein wichtiges öffentliches Gut.

 

Wir hoffen, dass ein positives Ergebnis der Pandemie darin bestehen wird, dass die Macht der Wissenschaft wieder genutzt wird, um Veränderungen herbeizuführen. Hierbei geht es nicht nur um „Wunderwaffen“ wie etwa Impfstoffe, sondern auch um allgemeinere systemische Ansätze, die Ursachen und Symptome gleichermaßen behandeln. Die CGIAR setzt sich für einen One-Health-Ansatz für Fortschritte in der Reaktion der Menschheit auf Zoonosen wie COVID-19 und Gesundheitsprobleme ein, d. h. die ganzheitliche und nicht isolierte Behandlung der Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und Umwelt. Wir wissen, dass die Reduzierung der Abforstung die Wahrscheinlichkeit der Übertragung von Zoonosen von Wildtieren auf den Menschen reduzieren würde – die Gesundheit der Umwelt ist kritisch für die Reduzierung der Wahrscheinlichkeit zukünftiger Pandemien.

 

Die globalen Anstrengungen zur Bekämpfung von COVID-19 erfordern einen systematischen Ansatz. Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Wirksamkeit eines Impfstoffs. In einer Zeit, in der viele Teile der Gesellschaft fortgesetzt mit gegensätzlichen Ansichten und Informationen bombardiert werden, entwickelt sich Wissenschaft zur vertrauenswürdigsten Währung für viele – von der Öffentlichkeit bis hin zu Politikern.

 

Sie haben erwähnt, dass der Klimawandel ein entscheidendes Thema für SDG2 ist. Was unternimmt One CGIAR im Bereich der klimatischen Anpassung und um Kenntnisse und Innovationen schneller zu Kleinbauern zu bringen, die diese dringend benötigen?

Wir glauben, dass sich der Umfang der Agrarforschung durch CGIAR in den nächsten zehn Jahren mindestens verdoppeln muss, wenn die Welt die drängenden Herausforderungen durch den Klimawandel bewältigen will. Dies besagt der Bericht der Global Commission on Adaptation.

 

Wir müssen den nachgelagerten Bereichen der Nahrungsmittelversorgungssysteme mehr Aufmerksamkeit widmen.

 

Und da das weltweite Nahrungssystem zunehmend unter Druck gerät, wird Forschung benötigt, um die Produktivität zu steigern, Emissionen zu reduzieren und klimaverbundene Risiken und Katastrophen in der Landwirtschaft – insbesondere unter den Kleinbauern – zu vermeiden.

 

Es ist wichtig zu bedenken, dass Kleinbauern in den Tropen und Subtropen einigen der schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels ausgesetzt sein werden: dem Anstieg des Meeresspiegels, der Überschwemmung von Küstengebieten und der Versalzung großer Flussmündungsgebiete in Asien und den kleinen Inselstaaten im Pazifik, erheblich kürzeren Anbauzeiten in Südafrika und Teilen Ostafrikas, hohen Temperaturen in Kombination mit stärkeren Witterungsschwankungen in West- und Südasien sowie West- und Nordafrika.

 

Ein Beispiel hierfür ist ein neuer Zuschuss der Weltbank in Höhe von 60 Millionen US-Dollar für die CGIAR, um afrikanischen Ländern zu helfen, ihre Belastbarkeit im Landwirtschaftssektor gegenüber der Bedrohung durch den Klimawandel zu verbessern. Die Initiative wird Forschungs- und Kapazitätsentwicklungsaktivitäten der CGIAR-Zentren und der afrikanischen Partner-Organisationen unterstützen. Ziel ist es, den Zugang zu Klimainformationen und Beratungsdienstleistungen sowie validierten klimaintelligenten Agrartechnologien für einige der ärmsten Länder Afrikas zu verbessern.

 

Beispiele hierfür sind:

  • Der Anbau klimaintelligenter Varianten von Feldfrüchten – für Hitze, Dürre, Versalzung, Vernässung, die Effizienz der Stickstoffnutzung und Belastungen durch Schädlinge und Krankheiten;
  • Klimaintelligente Managementpraktiken – Methoden und Technologien, die die Leistung und Effizienz angesichts der Unsicherheiten, denen Feldfrüchte und Nutzvieh ausgesetzt sind, verbessern, wie etwa Bewässerung, Bodenmanagement und Einsatz von Düngemitteln;
  • Klimarisikomanagement – Strategien und Dienstleistungen wie etwa Versicherungen oder Beratungen;
  • Politik und Institutionen – zur Unterstützung der Entscheidungsfindung für die Verbesserung der Belastbarkeit und Reduzierung von Emissionen;
  • Konzentration auf Nahrungssysteme – einschließlich Produktion, Verlust, Verschwendung, Qualität und Verbrauch.

 

Die CGIAR führte im Juni 2020 eine Systemreform ein, um zu einer einheitlichen One CGIAR zu werden. Was umfasste dieser Schritt und welche Fortschritte wurde im Vorfeld des 11. CGIAR System Council Meetings am 16. und 17. Dezember 2020 erzielt?

Die CGIAR wechselte von einem operativen Konzept als separate juristische Personen mit eigener spezifischer Strategie und Aufgabe zu einer gemeinsamen vereinbarten Forschungs- und Innovationsstrategie 2030. Hierdurch rückt die Art und Weise, in der die gesamte Breite der Forschungsexpertise der CGIAR genutzt wird, um die dringlichsten globalen Bedürfnisse zu behandeln, mehr in den Mittelpunkt.

 

Darüber hinaus hat die CGIAR erkannt, dass sie ihre betriebliche Struktur grundlegend ändern musste – von 15 separaten Führungsteams zu einem Executive Management Team mit globalem Auftrag. Mit einer einzelnen institutionellen Betriebsstruktur bildet unsere wissenschaftliche Kapazität den Mittelpunkt, um den alle anderen unterstützenden Dienstleistungen angeordnet sind.

 

One CGIAR steht außerdem für die Verpflichtung zu einer effektiveren engen Zusammenarbeit mit unseren hochgeschätzten Landes-, regionalen und globalen Partnern in einer Partnerschaft anstatt mit bis zu 15 separaten Gesprächen darüber, was die CGIAR erreichen kann.

 

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Vom Kreislaufsystem in Rwanda bis zur funktionierenden Kühlkette in Kenia: Das lab of tomorrow entwickelt mit einem Open-Innovation Ansatz Lösungen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.

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Vom Verlust zum sicheren Produkt - Innovationen aus Sambia

Ein Beitrag der GIZ

In Sambia begegnet man dem Problem der Nachernteverluste in der Erdnuss-Wertschöpfungskette mit innovativen Ansätzen. Das Rapid Loss Appraisal Tool (RLAT) der GIZ kann dabei helfen, weitere solcher Ansätze zu entwickeln.

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“Corona entlarvt die Schwächen unserer Ernährungssysteme”

Interview mit Arif Husain (WFP)

Die Vereinten Nationen planen einen Gipfel zu Ernährungssystemen - und nun diktiert das Corona-Virus die Agenda. Der Chefökonom des UN-Welternährungprogramms zieht eine aktuelle Bilanz. Ein Gespräch mit Jan Rübel über Pandemien, die Chromosomen der Entwicklung – und über die Konflikte, die sie hemmen.

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(c) Nina Schroeder/World Food Programme

Der Mensch verursacht Hunger, nicht das Klima

Interview mit Jacob Schewe

Eine Studie der Weltbank sagt voraus, dass Millionen Menschen in Subsahara-Afrika wegen des Klimawandels ihre Heimat verlassen. Wir sprachen mit einem Autoren vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

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Climate Adaptation Summit 2021: „Wir können es besser machen“

Ein Bericht von Jan Rübel (Zeitenspiegel)

Der erste „Climate Adaptation Summit“ hat Klimaanpassung erstmals ins Zentrum der Politik gerückt. Das virtuelle Treffen vereinigte globale Player mit einem Ziel: Der Aufbau von Resilienz ist genauso wichtig wie Klimaschutz selbst. Rund 15.000 Teilnehmer*innen diskutierten direkte Vorschläge.

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Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten

Der Jemen erlebt zurzeit eine der schlimmsten Katastrophen, durch anhaltende Kriege, Hunger und Krankheitsausbrüche. Die GIZ versucht die Ernährungssituation und Widerstandskraft der Jemeniten vor Ort zu verbessern.

Ein Projekt der GIZ

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(c) Christoph Mohr/GIZ

Mikroversicherungen gegen Klimawandel

Ein Beitrag von Claudia Voß

Der Klimawandel zerstört vielerorts Entwicklungsfortschritte. Im klugen Zusammenspiel schützen Digitalisierung und Versicherungswirtschaft betroffene Kleinbauern. Claudia Voß ist Pressesprecherin des Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft.

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(c) Nina Schroeder/World Food Programme

Grünes aus dem Wachstumscontainer

Ein Beitrag von Maria Smentek (WFP)

Wenn es an fruchtbaren Böden und Regen mangelt, bricht schnell Hunger aus. Maria Smentek vom World Food Programme (WFP) erklärt, wie Bäuerinnen und Bauern sowie Viehhirt*innen dem Klimawandel mit Hydrokulturen begegnen können.

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(c) GIZ

Nachhaltige handwerkliche Fischerei und Aquakultur im ländlichen Raum

Fisch ist aufgrund seiner Nährstoffe ein wichtiges Mittel zur Bekämpfung von Mangel- und Unterernährung. Aber nicht nur das zeichnet ihn aus. Fisch bildet auch die Lebens- und Beschäftigungsgrundlage von 600 Millionen Menschen weltweit.

Ein Projekt der GIZ

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Kleine Fische mit großem Potenzial

Ein Beitrag von Paul van Zwieten

Die afrikanische Binnenfischerei ist zunehmend auf den Fang kleiner Fischarten angewiesen, die sonnengetrocknet über weite Distanzen gehandelt werden. Sie leisten einen wichtigen Beitrag gegen "versteckten Hunger": Im Ganzen verzehrt sind Kleinfische eine wichtige Quelle für Mikronährstoffe. Nur hat dies die Politik leider noch nicht erkannt.

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Building back better: Eine Strategie für resilientere Ernährungssysteme

Ein Beitrag von Jes Weigelt und Alexander Müller

Was ist erforderlich, damit die Ernährungssysteme ausreichende und gesunde Nahrung liefern, ohne dabei unserem Planeten zu schaden? Wie lässt sich Ernährungssicherheit trotz der Bedrohung durch Klimawandel aufrechterhalten? Unsere Autoren betrachten einzelne Aspekte unserer zukünftigen Ernährungssysteme im Kontext der Coronakrise.

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© GIZ

Resiliente Kleinlandwirtschaft: Ein Schlüssel bei globalen Krisen

Ein Beitrag von Kerstin Weber und Brit Reichelt-Zolho (WWF)

Biologische Vielfalt und nachhaltige Landwirtschaft sichern die Ernährung von Gesellschaften. Und sie schützen auch besser vor dem Ausbruch von Pandemien. Der Erhalt von Ökosystemen wird so zur globalen Überlebensfrage.

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Stimmen von der Basis

Ein Beitrag von Sarah D´haen & Alexander Müller, Louisa Nelle, Bruno St. Jaques, Sarah Kirangu-Wissler und Matteo Lattanzi (TMG)

Einblicke junger Landwirte in die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Ernährungssysteme in Subsahara-Afrika @CovidFoodFuture und Videotagebücher aus Nairobis informellen Siedlungen.

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(c) Gudrun Barenbrock/GIZ

Insekten sind das neue Rind

Ein Beitrag von Marwa Shumo

Insekten lassen sich klima- und unweltfreundlich züchten, sind reich an Proteinen und Aminosäuren und ernähren sich von Agrarabfällen. Marwa Abdel Hamid Shumo glaubt: Sie sind die perfekt Waffe gegen den globalen Hunger

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(c) Privat

Landflucht? Landleben!

Ein Beitrag von Dorothea Hohengarten (GIZ)

Eine Gruppe Landloser in Äthiopien verarbeitet Lebensmittel und schafft sich damit eine Zukunft. Dorothea Hogengarten berichtet, wie die GIZ Menschen im nordäthiopischen Bundesstaat Tigray dabei unterstützt, sich besser zu ernähren.

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(c) Thomas Lohnes / Brot für die Welt

Hype um Urban Gardening: Landwirte oder Hobbygärtner?

Ein Beitrag von Stig Tanzmann (Brot für die Welt)

Urban Gardening findet immer mehr Anhänger. Menschen, die sich als Teil einer grünen Bewegung sehen, legen auf städtischen Flächen Nutzgärten an. In Gegenden großer Armut im globalen Süden ist urbane Landwirtschaft Teil einer Ernährungsstrategie.

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Geschlechtergerechtigkeit: Eine Bedingung für Ernährungssicherheit

Ein Beitrag von Carsta Neuenroth (BfdW)

Die Mehrheit der Produzierenden in Entwicklungsländern sind Frauen. Obwohl sie maßgeblich zur Ernährungssicherheit ihrer Familien beitragen, sind sie in der männerdominierten Landwirtschaft nach wie vor chronisch benachteiligt beim Zugang zu Land, Krediten, Technologien und Bildung.

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Erfolgsmodell Hausgarten: Nahrung und Frauen Empowerment

Ein Beitrag von Nadine Babatounde und Anne Floquet (MISEREOR)

Um Mangelernährung bei Kleinkindern vorzubeugen und die Rolle der Frauen in ihren Gemeinschaften zu stärken, setzt Misereor gemeinsam mit der lokalen Nichtregierungsorganisation CEBEDES ein Programm zu integrierten Hausgärten in Benin um - eine Bilderstrecke.

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Eine Investition in die Zukunft Afrikas

Ein Beitrag von Essa Chanie Mussa (University of Gondar)

Junge Menschen brauchen reale Chancen zur Entwicklung, um der Armut zu entkommen und ihre Ziele zu verwirklichen. Regierungen, politische Entscheidungsträger, internationale Entwicklungspartner und Spender stehen in der Verantwortung, neue Strategien zu entwickeln.

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© GIZ

Mit den Krisen kamen die Heuschrecken

Ein Bericht von Bettina Rudloff und Annette Weber (SWP)

Corona verschärft bestehende Krisen durch Konflikt, Klima, Hunger und Heuschrecken in Ostafrika und am Horn von Afrika. Um sich diesen Herausforderungen zu stellen, müssen all diese Krisen in ihrem regionalen Kontext erfasst werden.

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(c) Christoph Püschner/Brot für die Welt

Extreme is the New Normal

Ein Bericht von Alexander Müller und Jes Weigelt (TMG)

Während sich das Klima wandelt, wächst die Bevölkerung in Afrika, werden fruchtbares Land und Arbeitsplätze knapper. Neue Wege führen zur Landwirtschaft in der Stadt und einem neuen Mittelstand auf dem Land.

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© GIZ / Angelika Jacob

So passen sich Entwicklungsländer besser an Dürren an

Ein Beitrag von Michael Brüntrup (DIE) und Daniel Tsegai (UNCCD)

Dürren sind die Naturkatastrophen mit den weitreichendsten negativen Folgen. Während auch reiche Länder von Dürre noch empfindlich getroffen werden, sind Hungersnöte dort nicht mehr anzutreffen.

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(c) Christof Krackhardt/Brot für die Welt

Vorteil Vielfalt: Ideenreich gegen den Hunger und Armut

Ein Beitrag von Brot für die Welt

Ein Blick durchs Brennglas - der weltweite Klimawandel bringt auch in Äthiopien das Klima durcheinander. Die Antwort von Kleinbauern in der nördlichen Region heißt: Diversifizieren!

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Armut Macht Hunger

Veröffentlichung der Heinrich-Böll-Stiftung und dem TMG ThinkTank for Sustainability

Die Weltgemeinschaft scheitert im Kampf gegen Hunger, Mangelernährung und Fehlernährung. Das zeigt das der Tiny Atlas „Armut Macht Hunger“ der von der Heinrich-Böll-Stiftung und dem TMG ThinkTank for Sustainability veröffentlicht wurde. Neben Zahlen und Fakten werden auch die Gründe für Hunger und Fehlernährung dargestellt und erklärt.

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Biodiversität und Landwirtschaft - Rivalität oder eine neue Freundschaft?

Ein Beitrag von Irene Hoffmann (FAO)

Irene Hoffmann beschreibt, was wir über die Zusammenhänge wissen, welche Rolle die Landwirtschaft bei der nachhaltigen Nutzung und Erhaltung der Biodiversität spielen muss und wie der notwendige Wandel der Agrarsysteme aussehen könnte.

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Der Waldmacher und sein Regisseur

Doppelinterview mit Tony Rinaudo und Volker Schlöndorff

Tony Rinaudo sorgt mit traditionellen Wiederaufforstungsmethoden für Abermillionen von Bäumen in Afrika – und Volker Schlöndorff dreht eine Kinodokumentation über den Australier. Ein Zwischenergebnis: Ein Lehrfilm im Auftrag des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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Indonesien / Borneo, März 2000: Nördlich von Palangkaraya liegen inmitten der verwüsteten Landschaft die Basislager illegaler Holzfäller.(c) Christoph Püschner/Zeitenspiegel

Müssen wir ein neues Ernährungssystem wagen?

Ein Beitrag von Dr. Felix zu Löwenstein (BÖLW)

Ausbleibende Saisonarbeitskräfte und Virenexplosion in Schlachthöfen, steigende Gemüsepreise, Klimakrise - all das macht deutlich, was eigentlich schon seit Jahrzehnten klar ist: unser Ernährungssystem ist zwar hoch produktiv. Es ist aber nicht resilient.

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(c) Welthungerhilfe

5 Fragen an Shenggen Fan: Wo sind die neuen Wege?

Interview mit Shenggen Fan

Kurz vor dem Ausscheiden aus seinem Amt als Generaldirektor des IFPR spricht Shenggen Fan über nötige Reformen und Vorgehensweisen, um die globale Ernährungssicherheit im kommenden Jahrzehnt zu erreichen. Für SEWOH zieht der Agrarexperte Bilanz - was ist nun zu tun?

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(c) Klara Palatova/WFP

Ein Wegweiser: Wo geht es denn hier zum Markt?

Ein Beitrag des World Food Programme

Bis 2050 müssen neun Milliarden Menschen genügend zu essen haben. Als Weltbevölkerung müssen wir mehr Nahrungsmittel produzieren und weniger verschwenden. Das ist auch die oberste Priorität des UN World Food Programme (WFP).

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Ein Klima des Hungers: Wie die Klimakrise den Hunger befeuert

Eine Fotoreportage der Agentur Zeitenspiegel

Jeder Temperaturanstieg um einen Grad Celsius erhöht das Konfliktrisiko um zwei bis zehn Prozent. Die Klimakrise ist eine humanitäre Krise, wie die Fotos von Christoph Püschner und Frank Schultze zeigen.

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Der Umbau des Ernährungssystems beginnt und endet mit Vielfalt

Ein Beitrag von Emile Frison und Nick Jacobs (IPES-Food)

Die industrielle Landwirtschaft hat es bisher nicht geschafft, Probleme wie Hunger oder Mangelernährung zu lösen. Sie scheint vielmehr weitere Probleme zu verursachen. Emile Frison und Nick Jacobs fordern einen Umbau des Ernährungssystems und betonen die Schlüsselrolle der Vielfalt.

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Förderung für nachhaltig wirtschaftende Start-Ups

Unternehmen in Afrika, die Finanzierungen zwischen 20.000 $ und 200.000 $ benötigen, finden relativ wenige Investoren, da dieser Bereich zu groß für Mikrokredite und zu klein für institutionelle Investoren ist. Hierdurch entsteht eine „Lücke in der Mitte“, in der Unternehmen nur begrenzte Optionen haben. Ein Projekt des World Ressource Institute schafft mit dem Landaccelerator 2020 Abhilfe.

Ein Projekt des World Resources Institute

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(c) Katapult/GIZ

Afrikas digitale Disruption

Grafiken

Was Afrika im Zuge der Digitalisierung erlebt, ist eine Disruption. Hier werden drei Schritte in einem genommen, dort verharrt man. Die Veränderungen sind jedenfalls enorm und bergen manche Überraschung. Ein grafischer Spaziergang.

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Nicht auf einen Retter warten

Ein Beitrag von Lidet Tadesse

Während Afrika bislang die am wenigsten von Covid-19 betroffene Region war, steigen jetzt die bestätigten Infektionszahlen und Todesfälle schnell. Ungeachtet der enormen Herausforderungen, mit denen viele afrikanische Länder weiterhin kämpfen, zeugt die afrikanische Antwort auf die Coronavirus-Pandemie von Innovativität und Einfallsreichtum.

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(c) Thomas Trutschel/BMEL/photothek

Wie neu finanziert wird

Ein Beitrag von Anna Sophia Rainer (GAA)

Kleinbäuer*innen scheitern meist am Bonitätsrahmen von Banken. Dabei würden Investitionen ihnen nachhaltig helfen, um auch Geld zu verdienen. Nun werden digitale Lösungen angedacht und intensiv diskutiert.

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(c) Katapult/GIZ

Wenn es klickt und surrt: Der digitalisierte Hof

Eine interaktive Grafik von Jan Rübel

Unmengen an Apps und anderen Entwicklungen drängen auf den Markt, aber was macht wirklich Sinn? Ein kritischer Überblick: So könnte ein kleinbäuerlicher Hof in Afrika aussehen - mit Hilfe von Smartphone, Internet und Strom.

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