Im Kampf gegen illegale Fischerei

Meere sind wichtig für die Ernährung. Doch sie sind überfischt. Um diesen Trend aufzuhalten und lokale Fischer zu stärken, geht die Weltgemeinschaft nun gegen illegale Fischerei vor.

Seit längerem stellt illegale Fischerei vor der Küste Westafrikas ein ernstzunehmendes Problem für den Fischbestand dar. Ein 2016 in Kraft getretenes internationales Abkommen, das Port States Measures Agreement, soll helfen. (c) Stop Illegal Fishing

Jan Rübel

Jan Rübel ist Autor bei Zeitenspiegel Reportagen, Kolumnist bei Yahoo und Reporter für überregionale Zeitungen und Zeitschriften. Er studierte Islamwissenschaft und Nahostgeschichte.

Richard Yeboah ist gerade ins Büro zurückgekehrt. „Die letzte Inspektion lief gut“, sagt er am Telefon, „es gab keine Hinweise auf ein Vergehen“. Auf einem Trawler war er gewesen, voll mit gefangenem Fisch. „Nicht überladen, und der Fisch stammt aus nicht überfischten Gewässern.“ Was auch überprüft wurde und in Ordnung war: der Antrieb des Schiffes, die Arbeitsbedingungen der Crew – grünes Licht also zum Entladen und Betanken in Tema, einem Hafen an der Küste von Ghana.

 

Richard Yeboah ist Inspektor. Als Mitglied der „Ports Task Force Ghana“ geht er ein großes Problem an: Illegale Fischerei schädigt das westafrikanische Land auf vielfältige Weise. Denn industrielle Fangschiffe vertreiben nicht nur kleinere Fischer, sie fischen auch das Meer leer, zerstören die Biodiversität und sorgen dafür, dass „Blue Growth“, also die nachhaltige Ernährung der Menschheit aus dem Lebensraum Wasser heraus schwieriger wird.

 

Angesichts steigender Bevölkerungszahlen ist dies eine große Herausforderung. Noch ist der Fischreichtum im ghanaischen Gewässer groß. Doch der Staat ist zunehmend auf Fischimporte angewiesen, weil sich schwimmende Metallriesen über Gesetze und Regeln hinwegsetzen und das Recht des vermeintlich Stärkeren draußen auf dem Meer durchsetzen. Genaue Zahlen sind schwer zu ermitteln. Aber die globalen Schäden durch illegale, nicht berichtete und unregulierte (IUU) Fischerei werden auf jährlich 23,5 Milliarden Dollar geschätzt. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass zwei Drittel der globalen Bestände bereits überfischt sind und dass ein Drittel abnimmt. Blue Growth sieht anders aus. Wer gegen das Massenfischen vorgeht, stößt auf dichte Strukturen, die oft mit transnationaler organisierter Kriminalität verbunden sind. Manche Trawler dringen nicht nur in Ökosysteme ein, sondern sind auch Instrumente für Drogen- und Menschenschmuggel oder das heimliche Fortschaffen illegaler Wildtierprodukte. Für die weltweite Hungerbekämpfung ist IUU-Fischerei dramatisch, da nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) Fischerei und Aquakultur den Lebensunterhalt von zehn bis zwölf Prozent der Weltbevölkerung sichern.

 

Fisch ist nicht nur gesund. Lokale Kleinfischer:innen sehen sich durch die illegale Fischerei zusehends ihrer Existenzgrundlage beraubt. (c) Stop Illegal Fishing

Doch die Entwicklung kann gestoppt werden. Jedes Schiff muss einmal einen Hafen anlaufen. Fisch kann zwar heimlich auch auf hoher See umgeladen werden, aber irgendwann kommt er an Land. Und Schiffe müssen betankt oder repariert werden. An dieser Stelle setzt das 2016 in Kraft getretene Port States Measures Agreement (PSMA) an – ein international verbindliches Abkommen von Hafenstaaten, um illegale Fischerei einzudämmen, welches die FAO betrieben hat. Auch Ghana ist PSMA beigetreten. Nachdem die Europäische Union (EU) 2013 dem Staat wegen allzu laschen Kontrollen eine gelbe Karte der Verwarnung zeigte, begannen die Behörden umzudenken. Auftritt Richard Yeboah von der Fisheries Commission in Accra und der lokalen Task Force: Seit 2018 hat sich diese zwischenbehördliche Einheit zum Ziel gesetzt, dem maritimen Raubbau ein Ende zu bereiten. „Am Anfang war es schwierig, alle beteiligten staatlichen Akteure an einen Tisch zu bringen“, sagt er. „Aber wir lernen nicht nur jeden Tag hinzu, sondern wir erzielen auch große Fortschritte.“

 

„Stop Illegal Fishing“ (SIF) unterstützt und berät die Task Force in Ghana in ihrer Arbeit – auch mithilfe der GIZ und im Auftrag des BMZ. „Nicht nachhaltige Fischerei ist eine zunehmende Bedrohung für Entwicklungsländer“, sagt Friederike Sorg von der GIZ. „Die GIZ setzt sich für den Erhalt der Wildfangbestände und damit für die Sicherung von Einkommen, Ernährung und wirtschaftlichem Wachstum ein.“

 

Das dreijährige Projekt operiert nicht nur in Ghana, sondern auch in Madagaskar und in Mosambik. Wenn Inspektoren an Bord eines Schiffes zur Kontrolle gehen, ist oft auch JD Kotze mit dabei, und zwar von seinem Schreibtisch im südafrikanischen Kapstadt aus. Denn die Inspektoren tragen kleine Kameras an ihrem Körper, so genannte „Bodycams“. Und JD Kotze ist nicht irgendwer: Der ehemalige Polizist leitete in Südafrika Spezialeinheiten, jagte Vergewaltiger:innen und Serienmörder:innen und kam zum Ermitteln gegen illegale Fischerei durch  das Ausheben des bisher größten Fischschmugglerrings, bei dem am Ende der Entwicklungsminister der Region Kapstadt verhaftet wurde. „Auf die Idee mit den Bodycams kamen wir wegen der Corona-Pandemie“, sagt er. Vor dem globalen Ausbruch von COVID-19 reiste er zwischen den drei Projektländern hin und her, „diese digitale Nutzung gestaltet unsere Arbeit sogar effektiver “.

 

Lokale Behörden bei der Inspektion eines Schiffes. (c) Stop Illegal Fishing

Doch wie funktioniert solch eine Inspektion vor Ort? In der Regel muss sich ein Schiff 72 Stunden vor Ankunft in einem Hafen ankündigen. Ab da kontrollieren die Behörden Identität und Historie des Schiffes, Dokumente und Lizenzen, die Crew und ob es Abmeldungen auf See vom globalen Trackingsystem AIS gab – ein möglicher Hinweis auf Umladungen auf offener See  oder das illegale Fischen in der Zwölf-Meilen-Zone eines Landes. Wird das Risiko auf IUU-Fischerei niedrig eingeschätzt, kann das Schiff anlanden und kriegt einen positiven Vermerk. Erscheinen indes Unregelmäßigkeiten oder Auffälligkeiten, wird dem Schiff die Hafeneinfahrt erlaubt – aber unter Bedingung einer Inspektion. Dienstleistungen des Hafens können während der Untersuchung nicht in Anspruch genommen werden. Wird IUU-Fischerei nachgewiesen, werden entlang der internationalen Gesetze jene Maßnahmen ergriffen, zu welchen der Flaggenstaat des betreffenden Schiffes seine Zustimmung gegeben hat. „All das kann IUU-Fischerei verteuern“, sagt JD Kotze, „Umladungen auf See sind auch ein Kostenfaktor“. Hat das Schiff eine nachgewiesene Historie in IUU-Fischerei, kann ihm auch gleich die Hafeneinfahrt verwehrt werden.

 

Die Herausforderung in Ghana war, alle beteiligten Behörden zum Teamwork zu bewegen. „Hafenbehörden haben historisch gesehen den Auftrag, für den Staat Einnahmen zu erzielen“, sagt JD Kotze, „daher war man eher abgeneigt, Hafeneinfahrten zu verweigern“. Auch habe die Polizei bei der Kriminalitätsbekämpfung Diebe, Raub und Gewalt im Fokus, weniger aber den harmlos erscheinenden Fischfang. Bei den Kontrollen rund ums PSMA sind mehrere Behörden gefragt, die vorher nicht miteinander kooperierten, unterschiedlichen Aufträgen nachgingen und auch unterschiedlich finanziert werden: Neben dem Fischereiministerium und dem Transportministerium sind auch der Zoll, die Marinepolizei, das Militär und die Gesundheitsämter an der Finanzierung beteiligt. Anfangs, 2018, habe es durchaus Vorbehalte gegeben: Die einen fürchteten, einen Fehler zu machen, und die anderen machten sich Sorgen um ihre Finanzierung – denn bei Kooperation geht es eben um Gemeinsamkeit. „Wir sammeln immer mehr Daten“, sagt Yeboah. „Mit der Zeit entwickelt sich ein Muster, um rascher Illegales zu erkennen.“ Die Behörden treffen sich regelmäßig an einem runden Tisch und betreiben eine gemeinsame digitale Plattform zum Austausch der gesammelten Daten.

 

Ich bin ein Alternativtext
Arbeiter bei der Entladung eines Trawlers mit üppigem Fischfang. (c) Stop Illegal Fishing

Bei allem Erfolg des PSMA als historisch erstes, rechtlich verbindliches Regelwerk gegen IUU-Fischerei ist auch zu vermerken, wo die Schlupflöcher sind. China zum Beispiel als einer der größten globalen Fischproduzenten ist bisher dem Abkommen nicht beigetreten; vor der westafrikanischen Küste sind auch chinesische Schiffe aktiv, teilweise in Geschäftspartnerschaft mit ghanaischen Eignern. Auch Liberia und Sierra Leone mit ihren großen Fischgründen sind nicht Teil des Vertragswerks. Doch Francisco Marí sieht eine positive Entwicklung. „Die ghanaische Küste war früher der Wilde Westen“, erinnert sich der Referent für Welternährung, Agrarhandel und Meerespolitik bei der Hilfsorganisation „Brot für die Welt“. Allein zu Sowjetzeiten hätten 200 Thunfischfänger aus der UdSSR jene Gewässer durchkreuzt. Das ist zwar lange her, das Problem der Überfischung aber noch nicht vom Tisch. Hilfe kommt vom PSMA. „Die EU-Verordnung gegen IUU-Fischerei wird durch Maßnahmen von Staaten, die sie wegen PSMA ergreifen werden, den Rückgang von Importen aus IUU-Fischerei sichern und verstärken, soweit illegale Einfuhren überhaupt messbar sind.“

 

Eine Lücke sieht Marí allerdings darin, dass auch illegale Häfen oder Strände über kleinere Boote, auf die umgeladen wurde, angefahren werden können. „Auch wird häufig auf Fangboote umgeladen, die legale Fanglizenzen haben und ihre Quoten damit auffüllen – ‚transbordering‘ genannt – und die den Fang mit ihrem legalen Fang gemischt in EU-Häfen mit legalen Papieren anliefern.“ Dass immer noch viel ausgeflaggt wird, also dass ein Fischfangbetreiber auf ein so genanntes Billigflaggenland als Eignerstaat mit laxen Kontrollen ausweicht, versucht die FAO mit Sanktionsmechanismen für diese Staaten anzugehen – bisher ohne durchschlagendem Erfolg. Teilweise sind Länder ohne eigene Küste wie Bolivien und die Mongolei so genannte Billigflaggenländer, und manche Fischfangschiffe wechseln regelmäßig die Flagge. Das verkompliziert zudem die Kontrollen; erst recht, wenn die Flaggenländer nicht regionalen Abkommen zum Fischfang beigetreten sind.

 

Marí sieht eine Möglichkeit im Kampf gegen IUU-Fischerei, die vielen Fischer partizipativ einzubinden, indem sie zum Beispiel selbst illegales Fischen fotografieren, dokumentieren und melden, „entlang der westafrikanischen Küste, etwa im Senegal, Togo oder Guinea-Bissau, rufen Kleinfischer bei Verstößen, die sie bemerken, selbst die Küstenwache“.

 

Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) tragen die Ozeane jährlich 1,5 Billionen US-Dollar zur Wertschöpfung der Gesamtwirtschaft bei. Damit dies nicht dramatisch einbricht, gibt es einiges zu tun. Doch die Weltgemeinschaft hat sich auf den Weg gemacht.

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Um Mangelernährung bei Kleinkindern vorzubeugen und die Rolle der Frauen in ihren Gemeinschaften zu stärken, setzt Misereor gemeinsam mit der lokalen Nichtregierungsorganisation CEBEDES ein Programm zu integrierten Hausgärten in Benin um - eine Bilderstrecke.

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Von Berlin nach Yen Bai: 10.000 Bäume für Vietnam

Ein Beitrag von GIZ und BMZ

Es begann mit Klicks auf einer Messe und endet mit konkreter Aufforstung: Eine Aktion auf der Grünen Woche in Berlin bereichert nun die Wälder der Yen-Bai-Provinz in Vietnam. Chronik einer Aufklärung über klimatische Relevanzen bis hin zur konkreten Tat beim Umweltschutz - und über die kurzen Wege auf unserem Planeten.

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Planetare Gesundheit: Hinweise für eine Welt nach der Pandemie

Ein Beitrag von Dr. Kathleen Mar und Dr. Nicole de Paula

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie erfährt das Thema Gesundheit eine noch nie dagewesene öffentliche und politische Aufmerksamkeit. Gleichwohl verdient der Umstand, dass auch der Klimawandel die umwelt- und gesellschaftsbezogenen Gesundheitsfaktoren in tiefgreifender und weitreichender Weise beeinflusst, weitere Beachtung.

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(c) Christoph Püschner/Brot für die Welt

Extreme is the New Normal

Ein Bericht von Alexander Müller und Jes Weigelt (TMG)

Während sich das Klima wandelt, wächst die Bevölkerung in Afrika, werden fruchtbares Land und Arbeitsplätze knapper. Neue Wege führen zur Landwirtschaft in der Stadt und einem neuen Mittelstand auf dem Land.

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© GIZ / Angelika Jacob

So passen sich Entwicklungsländer besser an Dürren an

Ein Beitrag von Michael Brüntrup (DIE) und Daniel Tsegai (UNCCD)

Dürren sind die Naturkatastrophen mit den weitreichendsten negativen Folgen. Während auch reiche Länder von Dürre noch empfindlich getroffen werden, sind Hungersnöte dort nicht mehr anzutreffen.

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(c) Christof Krackhardt/Brot für die Welt

Vorteil Vielfalt: Ideenreich gegen den Hunger und Armut

Ein Beitrag von Brot für die Welt

Ein Blick durchs Brennglas - der weltweite Klimawandel bringt auch in Äthiopien das Klima durcheinander. Die Antwort von Kleinbauern in der nördlichen Region heißt: Diversifizieren!

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Landrechte, Gender und Bodenfruchtbarkeit in Benin

Ein Beitrag von Dr. Karin Gaesing und Prof. Dr. Frank Bliss (INEF)

Insbesondere in dicht besiedelten Gebieten führt Landdruck zu einer Übernutzung der verfügbaren Flächen und einem Mangel an Konservierung. Das westafrikanische Benin mit vielerorts stark ausgelaugten Böden bildet hierbei keine Ausnahme.

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JETZT NEU: BMZ-Strategie "Eine Welt ohne Hunger"

Eine BMZ-Kernthemenstrategie

Eine Welt ohne Hunger innerhalb der planetaren Grenzen ist möglich! Mit diesem Leitgedanken tritt ab sofort die neue BMZ-Strategie zu unserem gemeinsamen Thema, Eine Welt ohne Hunger, in Kraft. Erfahren Sie hier mehr.

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Biodiversität und Landwirtschaft - Rivalität oder eine neue Freundschaft?

Ein Beitrag von Irene Hoffmann (FAO)

Irene Hoffmann beschreibt, was wir über die Zusammenhänge wissen, welche Rolle die Landwirtschaft bei der nachhaltigen Nutzung und Erhaltung der Biodiversität spielen muss und wie der notwendige Wandel der Agrarsysteme aussehen könnte.

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Der Waldmacher und sein Regisseur

Doppelinterview mit Tony Rinaudo und Volker Schlöndorff

Tony Rinaudo sorgt mit traditionellen Wiederaufforstungsmethoden für Abermillionen von Bäumen in Afrika – und Volker Schlöndorff dreht eine Kinodokumentation über den Australier. Ein Zwischenergebnis: Ein Lehrfilm im Auftrag des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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Noch neun Ernten bis 2030: Wie stellt sich das BMZ zukünftig auf?

Ein Interview mit Dirk Schattschneider (BMZ)

Die Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ (SEWOH) wird eins der fünf Kernthemen im BMZ . Dirk Schattschneider, Beauftragter der SEWOH im BMZ über bisherige Ansätze, zukünftige Aktionsfelder und den politischen Willen, den Hunger zu beenden.

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Der Umbau des Ernährungssystems beginnt und endet mit Vielfalt

Ein Beitrag von Emile Frison und Nick Jacobs (IPES-Food)

Die industrielle Landwirtschaft hat es bisher nicht geschafft, Probleme wie Hunger oder Mangelernährung zu lösen. Sie scheint vielmehr weitere Probleme zu verursachen. Emile Frison und Nick Jacobs fordern einen Umbau des Ernährungssystems und betonen die Schlüsselrolle der Vielfalt.

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“Corona entlarvt die Schwächen unserer Ernährungssysteme”

Interview mit Arif Husain (WFP)

Die Vereinten Nationen planen einen Gipfel zu Ernährungssystemen - und nun diktiert das Corona-Virus die Agenda. Der Chefökonom des UN-Welternährungprogramms zieht eine aktuelle Bilanz. Ein Gespräch mit Jan Rübel über Pandemien, die Chromosomen der Entwicklung – und über die Konflikte, die sie hemmen.

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© GIZ

Lokale Lösungen für globale Herausforderungen

Interview mit Sebastian Lesch (BMZ)

Eine Welt ohne Hunger, genügend und gesunde Ernährung, klimafreundliche Landwirtschaft, das wird möglich, wenn Ideen in Innovationen kommen - Ein Gespräch mit Referatsleiter Sebastian Lesch zur Innovation Challenge des Agrarinnovationsfonds.

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(c) Simon Veith

Neue Chance

Interview mit Lutz Hartmann

Lutz Hartmann hat sich mit der Pacht einer dreihundert Hektar großen Obstplantage in Äthiopien einen lang gehegten Traum verwirklicht: In Afrika ein eigenes Unternehmen zu führen. Nun geht ihn die Frage, wie sich Afrika entwickelt, auch persönlich an.

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(c) Simon Veith

Der Big Bang ist möglich

Interview mit Joachim von Braun

Zufriedene junge Menschen auf dem Land, grüne Entwicklung und der Anschluss ans digitale Zeitalter – auch in Afrika hält Professor Joachim von Braun dieses Zukunftsszenario für möglich. Seit drei Jahrzehnten erforscht der Agrarwissenschaftler, welche Stellschrauben der Politik zur Schaffung von Wohlstand auf dem Kontinent zur Verfügung stehen

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Ebay gegen den Hunger - eine App hilft Kleinbauern in Sambia, ihre Ernten zu verkaufen

Weltweit sind Kleinbauern gezwungen, ihre Ernten aufgrund fehlender Marktinformationen unter Preis zu verkaufen. Eine neue App von UN World Food Programme (WFP) will das ändern.

Ein Projekt des WFP

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(c) Foto Privat

Exklusive Kurzgeschichte: Der Blockchain Blues

Ein Beitrag von Solomon King Benge

Ein Bauernhof in Afrika, im Jahr 2080. Alles ist digitalisiert. Die Blockchain ist allmächtiger Bezugspunkt, die Farm gedeiht. Und dann geht alles schief. Eine dystopische Kurzgeschichte - exklusiv aufgeschrieben für SEWOH.

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Frank Schultze / Agentur_ZS

Aufbruchsvisionen

Ein Video-Beitrag Frank Schultze und Jan Rübel

Anfang Dezember 2018 traf sich der Vorstand von AGRA zu einer Sitzung in Berlin - das Spitzengremium der "Alliance for a Green Revolution in Africa" besprach die nächsten Schritte ihrer Politik. Doch wie soll das Agrarwesen Afrikas in zehn Jahren aussehen? Eine Frage - viele Antworten von Experten.

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(c) Christoph Püschner

Der Preis ist nicht alles

Ein Beitrag von Bettina Rühl

Einheimischer Reis kostet in Togos Hauptstadt Lomé fast doppelt so viel wie die importierte Ware aus Thailand. Doch es gibt gute Gründe, das lokale Produkt zu bevorzugen.

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„Aus Soja lässt sich mehr machen, als nur Mehl“

Ein Bericht von Johanna Steinkühler (GIZ)

Die Sojabohne ist eine natürliche Ackerfrucht, aus der man ein Menge Lebensmittel herstellen kann. Also startete Tata Bi erst alleine, dann mit einigen anderen Frauen einen kleinen Weiterverarbeitungsbetrieb, der den Frauen ganzjährig eine zusätzliche Einnahmequelle neben dem Verkauf der Sojabohnen bietet.

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Das Gesicht der afrikanischen Landwirtschaft ist weiblich

Ein Beitrag von Beatrice Gakuba (AWAN-AFRIKA)

Afrika hat hervorragende Voraussetzungen, Landwirtschaft zu seinem Wirtschaftsmotor zu entwickeln. Doch das Potential dafür wird bei weitem nicht ausgeschöpft, unter anderem weil Frauen bei der Ausübung ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit auf erhebliche Hindernisse treffen. Die Organisation AWAN Afrika will diesen Umstand ändern.

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Globale Verantwortung: Ohne Hungerbekämpfung kein Fortschritt

Ein Beitrag von Lisa Hücking (WHH)

Kanzlerin Merkel ist als Ratspräsidentin in ein ambitioniertes europapolitisches Programm gestartet: Kompromisse in den Budgetverhandlungen, ein geordneter Brexit sowie eine angemessene Antwort auf die Corona-Krise. Leider sucht man vergeblich nach jener Position, die sie noch vor kurzem vertrat: Afrikas Wohlstand liegt im Interesse Europas.

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(c) Michael Bruentrup/DIE

Ein Stabwechsel

Ein Bericht von Michael Brüntrup (DIE)

Subsahara-Afrika steht vor Entwicklungsschüben in der Landwirtschaft, ganze technologischen Entwicklungen könnten übersprungen werden. Doch wie sollen diese gelingen?  Über mögliche Rollen digitaler Dienste und ihre Potenziale.

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Indonesien / Borneo, März 2000: Nördlich von Palangkaraya liegen inmitten der verwüsteten Landschaft die Basislager illegaler Holzfäller.(c) Christoph Püschner/Zeitenspiegel

Müssen wir ein neues Ernährungssystem wagen?

Ein Beitrag von Dr. Felix zu Löwenstein (BÖLW)

Ausbleibende Saisonarbeitskräfte und Virenexplosion in Schlachthöfen, steigende Gemüsepreise, Klimakrise - all das macht deutlich, was eigentlich schon seit Jahrzehnten klar ist: unser Ernährungssystem ist zwar hoch produktiv. Es ist aber nicht resilient.

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Wieviel verschwenden wir tatsächlich, Herr McFeely?

Ein Interview mit Peter McFeely (WWF)

Der WWF hat eine aufsehenerregende Studie zur Verschwendung von Lebensmitteln erstellt. Im Fokus: Die Verluste in der Landwirtschaft. Was getan werden kann, erläutert Peter McFeely, globaler Leiter der Abteilung Kommunikation und strategische Planung

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Stadt, Land, Meer: 6 Innovationen gegen den Klimawandel

Ein Listicle für klimaneutrale Landwirtschaft

Vertikal wachsende Pflanzen, magnetische Baumwolle und düngende Haarreste: Wir stellen Ihnen sechs Ideen vor, die zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Landwirtschaft beitragen können.

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Innovate2030: Digitale Ideen gegen urbanen Klimawandel

Ein Aufruf des BMZ und Partner

Die Innovate2030 sucht kreative Köpfe aus aller Welt, um digitale innovative Lösungen gegen die Klimakrise in Städten zu entwickeln. Eine Initiative der Make IT-Allianz.

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"Keine der drei Ampelparteien ist nahe am Pariser Abkommen."

Ein Interview mit Leonie Bremer (FFF)

Bei der Klimakonferenz in Glasgow demonstrierten Aktivist:innen zahlreicher Gruppen – mit dabei Leonie Bremer von „Fridays for Future“. Wie können Klimaschutz und Entwicklungszusammenarbeit zusammengehen?

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