Feministische Entwicklungspolitik – ein Neuanfang?

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Seit mehr als 30 Jahren setzt sich die kamerunische Gender- und Friedensaktivistin Marthe Wandou für Mädchen und Frauen ein. Im Gespräch fordert sie eine feministische Entwicklungs- und Außenpolitik als zukünftigen Wegweiser – und sieht hierbei Hürden, aber vor allem Potential.

© GIZ/Sven Schuppener 2020

Marthe Wandou


Die Gender- und Friedensaktivistin Marthe Wandou setzt sich seit den 1990er-Jahren für die Prävention und Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Mädchen und Frauen ein.

Jan Rübel

Jan Rübel ist Autor bei Zeitenspiegel Reportagen, Kolumnist bei Yahoo und Reporter für überregionale Zeitungen und Zeitschriften. Er studierte Islamwissenschaft und Nahostgeschichte.

Wann haben Sie zum ersten Mal von einer feministischen Außenpolitik gehört?
Das ist acht Jahre her. Ich erfuhr, dass Schweden als erstes Land überhaupt eine feministische Außenpolitik eingeführt hatte. Zuerst konnte ich nicht verstehen, warum sie diesen Begriff verwendet haben, denn ursprünglich haben wir ja über Gender gesprochen. Daher habe ich mich gefragt: Was war der Unterschied zwischen Feminismus und Gender? Aber als ich das Handbuch dieses Konzepts gründlich las, verstand ich, dass sich diese Politik auf den Aufstieg der Frauen, die Rechte der Frauen und die Beteiligung der Frauen konzentriert. Das hat mich überzeugt. Die schwedische Regierung sagte, sie wolle diese Politik mit Blick auf die Realitäten in der Welt umsetzen.

 

Ist es wichtig, dass die Staaten dies formell erklären, wie es die deutsche Regierung in ihrem Koalitionsvertrag getan hat?
Das ist sehr wichtig. Diese Erklärung ist eine Verpflichtung. Wenn sich ein Staat zu einer bestimmten Politik verpflichtet, kann ein Folgemechanismus eingerichtet werden. Und die Verantwortung des Staates kann eingefordert werden, wenn diese Verpflichtungen nicht eingehalten werden. Das muss schriftlich festgehalten werden.

 

Libyen hat dies ebenfalls gemacht. Wie feministisch ist die Politik in Libyen?
Ich haben nicht viel zu tun mit der libyschen Außenpolitik. Daher kann ich mir kaum ein Urteil erlauben. Aber für Libyen als afrikanisches Land ist es ein großer Schritt, diese Erklärung den afrikanischen Staaten zu zeigen. In unseren patriarchalischen Systemen, die wir auf dem Kontinent haben, denken die Führungspersonen, dass Feminismus eine Art europäische Idee ist. Sie gehen davon aus, dass er nur theoretisch und schwer zu praktizieren ist. Libyen ist ein weiteres Beispiel.

 

Feminismus ist ein globales Thema...
...natürlich. Und man muss ihn als Ansatz verwenden. Er kann den Beteiligten helfen, genau zu erkennen, wie sie ihre Beziehungen und die Aktivitäten, den Output, analysieren müssen. Die Auswirkungen eines jeden Programms und eines jeden Projekts auf Männer, aber auch auf Frauen, müssen untersucht werden: Wie groß ist die Lücke? Was muss für die Rechte der Frauen getan werden?

 

Gibt es viel zu tun?
Ja, nehmen wir zum Beispiel Kamerun.

 

Frauen werden nicht als Menschen mit Fähigkeiten und Intelligenz – als Personen, die auch eine Führungsrolle übernehmen können, – betrachtet.

 

Das liegt an den Traditionen und Kulturen unseres patriarchalischen Systems. Es ist wichtig, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, aber auch die Kapazitäten der Staaten zu stärken, um ihnen mehr Beispiele und die Notwendigkeit von Veränderungen zu zeigen.

 

Patriarchalische Strukturen haben sich über viele Jahrhunderte hinweg weltweit verfestigt. Was schließen Sie daraus? Haben diese dabei versagt, die Welt zu verwalten?
Sie lacht. Sagen wir, ja. Patriarchalische Strukturen haben meist mit Macht zu tun. Wenn Frauen akzeptiert werden, scheint es eine Gunst zu sein.

 

Wären Frauen weltweit aktiv in die Politik eingebunden, sähe der Planet anders aus.

 

Wir haben zum Beispiel so viele Kriege oder Terrorismus – das sind Männerdomänen, Frauen sind daran nicht beteiligt. Wenn man Frauen in Dialoge und Friedensprozesse einbezieht, können wir mehr lernen und von ihren Fähigkeiten profitieren. Männer und Frauen können zusammensitzen und gemeinsam nachdenken.

 

Ist eine solche Erklärung also ein Neuanfang?
Sicher. Vielleicht nicht in Bezug auf die Aktivitäten, aber in Bezug auf das Engagement. Eine feministische Außenpolitik würde miteinander verbundene Staaten dazu bewegen, in einen Dialog zu treten. Andere Länder können lernen, wie sie diese Politik umsetzen können. Es ist ein Neuanfang.

 

Bedeutet dies auch für Entwicklungsprojekte: Keine Berücksichtigung der Rechte von Frauen, kein Projekt?
Absolut. Für jedes Projekt muss der Zusammenhang mit den Rechten der Frauen und der Vertretung der Frauen im Hinblick auf die Ergebnisse und Auswirkungen genau nachgewiesen werden.

 

Hat die Entwicklungspolitik in den letzten Jahren die Unterstützung von Frauen vernachlässigt?
Vielleicht wurde sie nicht vernachlässigt, aber sie war keine Verpflichtung. Manchmal werden genderspezifische Fragen in Dokumenten nur deshalb erwähnt, um die Verpflichtung im Formular zu erfüllen. Aber in Bezug auf die Umsetzung, die Verfolgung und das Erkennen der Auswirkungen war das sehr wenig. Es gab keine Verpflichtung, genau zu zeigen, wie die Veränderung aussehen würde.

 

Daher müssen die Papiere beiseitegelegt und der Blick über den Tellerrand hinaus gerichtet werden. Sie haben kürzlich gesagt: „Deutschland ist ein Vorbild für Genderumsetzung“ – was bedeutet das konkret?
Ich habe seit 1993, als ich anfing, in der Entwicklungszusammenarbeit zu arbeiten, Kontakt zu deutschen Organisationen. Das erste Mal, dass ich in Genderfragen geschult wurde, war bei einer deutschen Organisation. Zwischen 1998 und 2005 hatten wir ein Genderprogramm, um die Kapazitäten kamerunischer Organisationen im Genderbereich aufzubauen. Wir arbeiteten an Frauen in Führungspositionen und an Frauen in der Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen – an vielen Themen, die mit Gender zu tun hatten, unterstützt von der damaligen deutschen Organisation InWEnt (heute Teil der GIZ). Im Vergleich zu anderen Partnern, mit denen ich zusammengearbeitet habe, legen deutsche Institutionen mehr Wert auf Genderthemen.

 

Warum das?
Ich weiß es nicht, aber es gab in der Vergangenheit auch schon einige Enttäuschungen. Vor einigen Jahren wurden verheiratete Frauen, die ein Visum für Deutschland beantragten, von der Botschaft aufgefordert, eine schriftliche Genehmigung des Ehemannes vorzulegen, die es ihnen erlaubte, ins Ausland zu gehen. Aber seit den achtziger Jahren waren kamerunische Frauen nicht mehr verpflichtet, diese Genehmigung vorzulegen. Daher war ich enttäuscht, dass die Behörden sie weiterhin verlangten. Einige Frauen bekamen kein Visum, weil sie sich mit ihren Ehemännern nicht gut verstanden, manchmal waren sie getrennt, aber noch nicht geschieden. Als die Ehemänner ihre Unterschrift verweigerten, wurden die Projekte der Frauen eingestellt. Ich ging zur Botschaft und beschwerte mich darüber. Nach einiger Zeit haben sie es korrigiert.

 

Was hat Sie dazu veranlasst, sich mit genderspezifischen Fragen zu beschäftigen?
Ich habe mit einer deutschen Kollegin an der Verbesserung der Einkommensmöglichkeiten von Frauen gearbeitet. Sie war eine DED-Freiwillige aus Deutschland und wir haben viel über Genderfragen gesprochen.

 

Zu dieser Zeit waren die Frauen bei wichtigen Entscheidungen auf die Zustimmung ihrer Männer angewiesen. Diese Frauen sagten immer: „Wenn mein Mann einverstanden ist“ oder „Wenn mein Mann entscheidet“.

 

Mehr als 80 % von ihnen waren Analphabeten, sie hatten keinen Zugang zu einer Schule. Es bestand ein großer Bedarf an Projekten mit der Beteiligung von Mädchen – um sicherzustellen, dass wir in 10 oder 15 Jahren eine andere Gruppe von Frauen in dieser Region haben: Frauen, die für sich selbst entscheiden können und sich in Führungspositionen sehen. Meiner Meinung nach war der Ansatz der Organisation zur Stärkung der Frauen zu dieser Zeit jedoch noch nicht fortschrittlich genug, also begann ich auf eigene Faust mit Mädchen zu arbeiten.

 

In welchem Jahr war das?
1998. Ein Wendepunkt war, als ich einmal zwei Mädchen auf der Straße traf. Das ältere war 10, das jüngere 8. Sie verkauften dort Waren und jemand versuchte, eine von ihnen zu überfallen. Sie fingen an zu weinen, weil sie nicht wussten, was sie tun sollten. Ich beobachtete das, brachte sie zu ihren Eltern und die sagten mir, dass sie nicht die Mittel hätten, ihre Töchter zur Schule zu schicken. Was die Mädchen auf der Straße verkauften, war die Grundlage für ihre Ernährung zu Hause. In institutioneller Hinsicht gab es keine Möglichkeit, sie zu unterstützen, also begann ich, ihnen selbst zu helfen und ihr Schulgeld zu bezahlen. Langsam wurde mir klar, dass dies der richtige Weg war, und ich trat zurück.

 

Das geschah vor über 20 Jahren. Was ist aus den Mädchen geworden?
Ich stehe immer noch in Kontakt mit ihnen. Eine ist jetzt Lehrerin und die andere studiert an der Universität. Vor zwei Wochen erhielt sie ein Stipendium von einer kanadischen Organisation für eine IT-Ausbildung in der kamerunischen Hauptstadt. Sie verfügen jetzt über viele Fähigkeiten und haben eine klare Vorstellung davon, was sie tun wollen. Und ihre Eltern engagieren sich nach wie vor für die anderen Kinder, die sie haben.

 

Vorhin sagten Sie mir, dass es in Kamerun die Tradition gibt, Männer als intelligenter anzusehen. Und dann sehen Sie die Entwicklung dieser beiden Mädchen...
Die Realität ist anders. Als ich jung war, waren wir als Mädchen die drei von fünf Ersten in der Klasse – immer vor den Jungen. Damals haben sie uns geschlagen und gefragt: „Was spielt ihr euch so auf?“. Wie ich schon sagte: Die patriarchalische Struktur hat mit Macht zu tun, nicht mit Kompetenz oder Leistung. Männer sehen Frauen als Konkurrenten, wie in einem Wettbewerb.

 

Aber es wäre besser, wenn Männer und Frauen gemeinsam eine bessere Welt aufbauen würden.

 

Wenn die politische Elite von Männern kontrolliert wird – wie kann man sie davon überzeugen, dass sie teilen sollten? Dann würden sie ihre Macht verlieren.
Ich denke, es ist ein Prozess. Ein Dialog. Nun, in Kamerun sind 32 % der Parlamentsmitglieder Frauen...

 

...in Deutschland sind es 31 %...
Wirklich? Deutschland könnte auch mit den politischen Führern zusammenarbeiten, um das Wahlsystem zu überarbeiten und sicherzustellen, dass in jeder politischen Partei, auf Listen oder bei Kandidaturen für Parlamente Frauen besser vertreten sind. Wir müssen eine Politik der Gewaltfreiheit an Schulen stärken. Wir haben ein Gesetz gegen Gewalt an Schulen, aber genderspezifische Gewalt ist noch kein Thema an Schulen. Wir brauchen den Willen des Staates, diese geschriebenen Sätze in die Praxis umzusetzen. Und das ist ein Ansatzpunkt für internationale Organisationen, für den deutschen Staat, dies zu unterstützen.

 

Sie sagten, dass eine Erklärung für feministische Politik ein Ausgangspunkt für Dialogprozesse mit anderen Ländern sei. Wie sollte diese aussehen?

Erstens könnte Deutschland ein Handbuch erarbeiten, das die feministische Entwicklungspolitik erklärt, um ihnen diese neue Verpflichtung und den Wandel, den Deutschland in der Zusammenarbeit sehen möchte, verständlich zu machen. Zweitens sollte Deutschland auch mit den politischen Führungspersonen in Kontakt treten und versuchen, ihre Denkweise zu ändern. Das würde Staaten wie dem meinen sehr helfen, denn in der politischen Führung und in den Managementpositionen wollen Frauen ihre Fähigkeiten zeigen und beweisen, dass sie es besser können – und sie sind frustriert.

 

Und was, wenn die angesprochenen Politiker sich nicht engagieren und sich nicht für die Rechte der Frauen öffnen?
Dann muss man nach anderen Wegen suchen. Zum Beispiel ist die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft eine mögliche Strategie. Botschaften sollten flexibler sein und direkt mit Frauen an der Spitze von Organisationen der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten. Es kann eine Menge getan werden, um die Bildung von Mädchen und die Rechte der Frauen vor Ort zu fördern. Die Zivilgesellschaft kann auch ein Gremium ins Leben rufen, welches das Engagement der Staaten weiterverfolgt.

 

Wie wird die Welt, sagen wir in zehn Jahren, in Bezug auf Frauenrechte aussehen?
Erstens müssen wir dafür sorgen, dass alle Jungen und Mädchen zur Schule gehen, was in Kamerun bis heute nicht der Fall ist. Und zweitens ist meine Vision eine klare Politik in den Führungspositionen. In meiner Region gibt es keine einzige Bürgermeisterin. Manchmal findet man eine stellvertretende Bürgermeisterin oder eine zweite stellvertretende Bürgermeisterin. Daher sehe ich Frauen als Bürgermeisterinnen in zehn Jahren. Es ist an der Zeit.

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