Eine Investition in die Zukunft Afrikas

Junge Menschen brauchen reale Chancen zur Entwicklung, um der Armut zu entkommen und ihre Ziele zu verwirklichen. Regierungen, politische Entscheidungsträger, internationale Entwicklungspartner und Spender stehen in der Verantwortung, neue Strategien zu entwickeln.

Foto: Abate Damet, Kora Images

Dr. Essa Chanie Mussa

Dr. Essa Chanie Mussa ist Assistenz-Professor an der University of Gondar. Promoviert hat er am Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn im Bereich der Agrar- und Entwicklungsökonomie. Zusätzlich arbeitet er als Forschungsanalyst des UNICEF Büros für Forschung – Innocenti, Sozial- und Wirtschaftspolitik in einem Projekt zum Aufbau eines integrierten Sicherheitsnetzes für die am stärksten gefährdeten Frauen und Kinder im ländlichen und städtischen Äthiopien.

2006 hat die Afrikanische Union die Afrikanische Jugend-Charta (African Youth Charter) verabschiedet, ein politisches und rechtliches Rahmenwerk, das die strategische Ausrichtung zur Förderung und Befähigung junger Menschen festlegt, um deren aktives Engagement für die Gestaltung der Zukunft Afrikas sicherzustellen. Die junge Bevölkerung des Kontinents - nach der Definition der Charta die Menschen im Alter von 15 bis 35 Jahren - macht ca. 40 % der Gesamtbevölkerung aus. Afrika hat in den letzten Jahren einen regelrechten Jugend-Boom erlebt. Daher wird alles, was für junge Menschen unternommen und unterlassen wird, die Zukunft Afrikas zunehmend bestimmen. Gleichwohl prägen einige alarmierende und deprimierende Zahlen das Bild der derzeitigen afrikanischen Jugend - eine große Sorge und Herausforderung für Regierungen, politische Entscheidungsträger und Entwicklungspartner. Der Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation aus dem Jahr 2015 zeigt, dass im subsaharischen Afrika neun von zehn Jugendlichen (ca. 92 Prozent) arm oder nahezu arm bleiben, während weltweit etwa zwei Drittel - 169 Millionen junge Menschen - von Beschäftigungsarmut betroffen sind. Darüber hinaus zeigt der Bericht, dass junge Menschen, die in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, gegenüber den erwachsenen Arbeitnehmern eher von Armut bedroht sind.

 

Da Investitionen in Bildung, Gesundheit und Ernährung sowie pro-innovative Verhaltensentwicklungen Zeit benötigen, um sich im Lebensverlauf zu manifestieren, muss ein neuer Ansatz zur Bekämpfung vieler Probleme, mit denen junge Menschen im Land und in den Städten Afrikas mehr als in anderen Teilen der Welt konfrontiert sind, zweifellos darin bestehen, in das Wohlergehen der Kinder zu investieren, insbesondere in ländlichen Gebieten, in denen die Mehrheit der afrikanischen Jugend lebt. Hierin liegt eine bislang ungenutzte Chance für Afrika, mit vielversprechenden Lösungen für viele auftretende Probleme. Dieser Artikel liefert wesentliche theoretische Argumente und empirisch erbrachte Nachweise dafür, wie die Bedingungen in der Kindheit ihre Wirkung im späteren Leben entfalten und lebenslange Chancen eröffnen, den Arbeitsmarkt für junge Menschen und die Lebenssituation in Afrika - hauptsächlich in ländlichen Gebieten - zu gestalten.

 

Investitionen und ihre Auswirkungen auf das spätere Leben

Ich bin ein Alternativtext
Kinder verkaufen Kekse und Kaugummis auf der Straße an vorbeikommende Reisende, wenn sie zum Frühstück und Mittagessen Pause machen. Foto: Dr. Essa C. Mussa

Die Ausbildung und Gesundheit junger Menschen sind Schlüsselfaktoren zur gewinnbringenden Nutzung der demografischen Dividende Afrikas - der sicherste Weg zur Verringerung der Armut und Sicherung der ländlichen Entwicklung, zur Beschleunigung des Strukturwandels und zum Erreichen der Ziele einer nachhaltigen Entwicklung in den nächsten Jahren. Investitionen in die Ausbildung und Gesundheit von Kindern haben in diesem Kontext nachweislich profunde und langfristige Auswirkungen auf die Arbeitsmarktbedingungen und das Wohlergehen von Jugendlichen und Erwachsenen. So zeigt beispielsweise eine frühere Studie aus Großbritannien, dass siebenjährige Kinder aus dem höchsten Testergebnis-Quartil spätestens im Alter von 33 Jahren einen um 20 Prozent höheren Verdienst hatten als Gleichaltrige aus dem untersten Testergebnis-Quartil. In den USA fand man heraus, dass sich ca. 12 Prozent der Unterschiede bei den High-School-Abschlüssen und ca. 11 Prozent der Unterschiede bei den College-Abschlüssen durch Testergebnisse und Hintergrundvariablen erklären lassen, die im Alter zwischen 6 und 8 Jahren gemessen wurden. Eine andere Studie zeigt sogar, dass eine Erhöhung des Elternaufwands im Alter von 6 bis 7 Jahren um 10 Prozent den späteren Verdienst um 24,9 Prozent steigert und die Wahrscheinlichkeit eines High-School-Abschlusses um 64,4 Prozent erhöht.

 

Gleichwohl liegen uns nur wenige vergleichbare Belege aus Entwicklungsländern vor, hauptsächlich aufgrund des Fehlens langfristiger Daten, um verstehen zu können, wie die Bedingungen in der Kindheit sich in der Zukunft manifestieren. Im Rahmen der Auswertung der wenigen vorliegenden Belege zu Entwicklungsländern kommen Forscher des Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn zu dem Ergebnis, dass in den ländlichen Gebieten Äthiopiens - wo eine langfristige Beschulung bis zur vollen Grundschulausbildung grundsätzlich seltener ist - Kinder (im Alter von 4-14 Jahren) mit durchgehendem Schulbesuch, d.h., die Arbeit und Schule kombinierten, gegenüber Gleichaltrigen, die ausschließlich arbeiteten, nach sechzehn Jahren drei Jahre Schulbildung mehr vorweisen konnten.

 

Ferner kommen sie zu dem Schluss, dass eine schulische Ausbildung im Alter zwischen 4 und 14 Jahren zu signifikanten Einkommensunterschieden führt: Auf den Arbeitsmärkten für Erwachsene verdienten Kinder mit Schulbildung in selbstständigen, landwirtschaftsfremdenBerufen etwa doppelt so viel wie Kinder, denen Bildung verwehrt blieb und die ausschließlich gearbeitet hatten. Diese Belege zeigen deutlich, dass afrikanische Regierungen aufgefordert sind, die Ausbildung von Kindern zu priorisieren und Wachstum und Entwicklung durch ausgebildete, motivierte und innovative junge Menschen voranzutreiben. Dies ist ein besonders ernstzunehmendes Problem in ländlichen Regionen, die infrastrukturell benachteiligt sind, unzureichend finanziert werden und in denen Kinderarbeit allgegenwärtig ist, was den Schluss nahelegt, dass Bildungssysteme in ländlichen Gebieten besonderer Aufmerksamkeit bedürfen.

Nach allem, was wir bisher wissen, ist es äußerst schwierig, Maßnahmen zu finden, um Menschen in Entwicklungsländern zu helfen, die Entwicklungsrückstände und gesundheitliche Beeinträchtigungen in der Kindheit auszugleichen. Der Aufholprozess zu ihren nicht betroffenen Gleichaltrigen ist jedoch sehr schwierig und gelingt in nur wenigen Fällen. So verringerte sich beispielsweise die Schulzeit des von der Pandemie betroffenen brasilianischen Jahrgangs 1919 um 0,2 Jahre, die Löhne waren um 20 Prozent niedriger und die Wahrscheinlichkeit einer Erwerbslosigkeit der betroffenen Personen lag um ein Fünffaches höher.

 

Das zeigt deutlich, dass die Regierungen jetzt handeln müssen, um eine frühzeitige Ausbildung zu verbessern und das Wohlergehen junger Menschen in ländlichen Gebieten positiv zu beeinflussen. Auch zeigt uns die Erfahrung, was geschehen würde, wenn Maßnahmen zur Bekämpfung einer der größten Gesundheitsgefahren in ländlichen Gegenden Afrikas getroffen würden: Malaria. Die vollständige Ausrottung von Malaria-Infektionen führte zu einem Anstieg des Einkommens im Erwachsenenalter um 47 Prozent in den USA, 45 Prozent in Brasilien, 45 Prozent in Kolumbien und 41 Prozent in Mexiko. Auch wenn für die ländlichen Gebiete Afrikas kaum stichhaltige Beweise vorliegen, kann zuverlässig behauptet werden, dass Investitionen in die Gesundheit von Kindern, kombiniert mit einer qualitativ guten Ausbildung, verbessertem Zugang zu einer präventiven und kurativen Gesundheitsversorgung von Kindern und der Implementierung effektiver Krankheitskontroll- und Impfprogramme mit entsprechenden Auswirkungen auf das Verhalten von Kindern einen Beitrag zur Verbesserung gesundheitlicher Präventivmaßnahmen für junge Menschen geleistet hätten, was unerlässlich ist, um die Kriminalität, Malaria und die Ausbreitung meldepflichtiger Krankheiten wie z. B. HIV/AIDS unter jungen Menschen zu kontrollieren.

 

Eine gute Ernährung der Kinder ist der Schlüssel

Ich bin ein Alternativtext
Ein Jugendlicher auf dem Land in Äthiopien, der mit Kamelen Waren von urbanen zu ländlichen Gebieten transportiert. Foto: Dr. Essa C. Mussa

So viele Chancen man auch darin erkennen mag, in die Ausbildung und Gesundheit von Kindern zu investieren, um junge Menschen dabei zu unterstützen, ihr Potenzial auszuschöpfen und sie in den nationalen Wirtschaftssystemen zu beschäftigen, so sehr hängen diese Bemühungen von der Ernährung der Kinder ab. Nach Angaben des United Nations Children‘s Fund (UNICEF) sind 165 Millionen Kinder unter fünf Jahren in Entwicklungsländern in ihrem Wachstum gehemmt (zu klein für ihr Alter) und 146 Millionen sind untergewichtig und unterernährt aufgrund einer akuten oder chronischen Hungersnot in diesen Ländern. Andere Schätzungen zeigen auch, dass mehr als 200 Millionen Kinder unter 5 Jahren nicht in der Lage sind, ihr volles Potenzial in der kognitiven Entwicklung auszuschöpfen, hauptsächlich aufgrund von Armut, schlechter Gesundheit und Fehl-/Unterernährung. Darüber hinaus betreffen versteckter Hunger bzw. der Mangel an wichtigen Mikronährstoffen voraussichtlich ca. zwei Milliarden Menschen weltweit, wobei Kinder in ländlichen Gegenden Afrikas am meisten betroffen sein könnten - mit lebenslangen Konsequenzen. Dies ist ein ernstes Problem, das die Bemühungen, das Heranwachsen gesunder, produktiver und ausgebildeter Arbeitskräfte auf dem Kontinent zu fördern, behindert und gleichzeitig kurz- und langfristige Maßnahmen verlangt.

 

In der Literatur finden wir stichhaltige Beweise dafür, dass die Lage der Kinder im subsaharischen Afrika - einer Region mit dem höchsten Anteil benachteiligter Kinder - zu einem um mehr als 20 Prozent verringerten Einkommen im Erwachsenenleben führte, was sich höchstwahrscheinlich auch auf die nächste Generation übertragen wird. Gleichwohl ist dies ein Ansporn für politische Entscheidungsträger in Afrika und Spender in der Entwicklungshilfe, die Investitionen in benachteiligte Kinder - hauptsächlich jener in ländlichen Gegenden und aus armen Familien - zu priorisieren, um den Armutskreislauf auf dem Kontinent zu durchbrechen.

 

Die Folgen von Kinderarbeit

Sauberes Wasser ist für die Gesundheit von Kindern unerlässlich, aber für viele afrikanische Landbewohner ein ernstes Problem. Foto: Dr. Essa C. Mussa

Weltweit sind ca. 152 Millionen Kinder im Alter von bis – 17 Jahren Kinderarbeiter; ca. 72 Millionen von ihnen leben in Afrika (59 Millionen im subsaharischen Afrika). In der Landwirtschaft sind etwa 85 Prozent der Kinderarbeiten in Afrika (71 Prozent weltweit) dokumentiert und beeinträchtigen das Leben von ca. 50 Millionen Kindern durch lange Arbeitszeiten und die mit der Tätigkeit verbundenen Gefahren. Im Gegensatz zu anderen Regionen stieg die Kinderarbeit im subsaharischen Afrika - einer Region mit dem weltweit höchsten Anteil von Kinderarbeit - zwischen 2012 und 2016 von 21,4 auf 22,4 Prozent an. Die Forscher streiten darüber, ob Kinderarbeit auf lange Sicht tatsächlich schadet oder sich sogar positiv auf das spätere Leben auswirken kann. In Brasilien fand man heraus, dass ein Eintritt in den Arbeitsmarkt vor dem Alter von zwölf Jahren das Einkommen im Erwachsenenalter verringert, während eine andere Studie zeigt, dass ein früher Eintritt ins Erwerbsleben geeignet ist, das Lebenseinkommen zu verringern und die Wahrscheinlichkeit von Armut im Erwachsenenleben erhöht.

 

Auf der anderen Seite ergab eine Langzeitstudie, dass in den ländlichen Gegenden Äthiopiens - auch wenn eine Vollzeit-Kinderarbeit die Wahrscheinlichkeit eines Schulabschlusses gegenüber Vollzeit-Schulkindern nach dem 16. Lebensjahr um die Hälfte verringert - jene Kinder, die Arbeit und Schule kombinierten, gegenüber Vollzeit-Schulkindern sogar mehr Schuljahre aufweisen konnten und höhere Einkommen in landwirtschaftsfremden selbständigen Jobs erzielten. Solche widersprüchlichen Belege lassen vermuten, dass Kinderarbeit ein zweischneidiges Schwert ist, das für die langfristige Entwicklung von Kindern eingesetzt werden kann, dessen übermäßiger oder ausschließlicher Einsatz jedoch die langfristige Entwicklung, Produktivität und Löhne mit Sicherheit negativ beeinträchtigt. Das legt den Schluss nahe, dass afrikanische Länder Mechanismen entwickeln sollten, um die schädlichen und die Schulausbildung verhindernden Formen der Kinderarbeit zu beseitigen und von jenen zu trennen, durch die Kinder wichtige Fähigkeiten für ihr Leben erlernen. Auch wenn Armut häufig als ursächlich für die Kinderarbeit angeführt wird, können auch Kultur und opportunistische Verhaltensweisen zu einer Ausbreitung von Kinderarbeit und deren generationenübergreifender Übertragung beitragen, was dazu führt, dass Armut und Ungleichheiten zwischen den Generationen bestehen bleiben.

 

Der zukünftige Weg

Jugendliche ernten Gerste im ländlichen Äthiopien. Foto: Dr. Essa C. Mussa

Die ländlichen Gegenden Afrikas sollten sich von einem Ort, den junge Menschen verlassen wollen, zu einem Ort der Hoffnung wandeln - angefüllt mit Chancen für junge Menschen, damit diese bleiben und sich erfolgreich entwickeln können. In Anbetracht der entscheidenden Rolle, die der Kindheit für das spätere Leben zukommt, besteht Einigkeit darüber, dass Investitionen in Kinder der Schlüssel dazu sind, um das Heranwachsen motivierter, produktiver, innovativer und ausgebildeter junger Arbeitskräfte langfristig zu fördern, was jedoch in Besorgnis erregender Weise ignoriert wird. Daher sollten Programme zur ländlichen Entwicklung und zum Sozialschutz die Entwicklung von Kindern sensibel berücksichtigen und afrikanische Regierungen müssen daran arbeiten, alle Hemmnisse (auf kurze und auf lange Sicht) für junge Menschen zu beseitigen, um ihnen die Teilnahme am Erwerbsleben zu ermöglichen. Eine qualitativ gute Ausbildung und Gesundheitsversorgung in der frühen Kindheit erleichtern die späteren Humankapitalinvestitionen unter jungen Menschen und ermöglichen einen reibungslosen Übergang von der Schule in das Erwerbsleben. Auf diese Weise können die afrikanischen Länder die Unterbeschäftigung junger Menschen, die Beschäftigungsunsicherheit, die ausbeutende und illegale Beschäftigung, die Arbeitslosigkeit und die Beschäftigungsarmut unter jungen Menschen verringern.

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Grünes aus dem Wachstumscontainer

Ein Beitrag von Maria Smentek (WFP)

Wenn es an fruchtbaren Böden und Regen mangelt, bricht schnell Hunger aus. Maria Smentek vom World Food Programme (WFP) erklärt, wie Bäuerinnen und Bauern sowie Viehhirt*innen dem Klimawandel mit Hydrokulturen begegnen können.

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(c) Kate Holt / Africa Practice

Investitionen mit Hebeleffekt

Ein Beitrag von Heike Baumüller, Christine Husmann, Julia Machovsky-Smid, Oliver Kirui und Justice Tambo

Wer Armut in Afrika verringern will, muss bei der Landwirtschaft ansetzen. Welche Investitionen die größte Wirkung erzielen, lässt sich durch wissenschaftliche Kriterien definieren.

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(c) GIZ

Nachhaltige handwerkliche Fischerei und Aquakultur im ländlichen Raum

Fisch ist aufgrund seiner Nährstoffe ein wichtiges Mittel zur Bekämpfung von Mangel- und Unterernährung. Aber nicht nur das zeichnet ihn aus. Fisch bildet auch die Lebens- und Beschäftigungsgrundlage von 600 Millionen Menschen weltweit.

Ein Projekt der GIZ

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Kleine Fische mit großem Potenzial

Ein Beitrag von Paul van Zwieten

Die afrikanische Binnenfischerei ist zunehmend auf den Fang kleiner Fischarten angewiesen, die sonnengetrocknet über weite Distanzen gehandelt werden. Sie leisten einen wichtigen Beitrag gegen "versteckten Hunger": Im Ganzen verzehrt sind Kleinfische eine wichtige Quelle für Mikronährstoffe. Nur hat dies die Politik leider noch nicht erkannt.

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Building back better: Eine Strategie für resilientere Ernährungssysteme

Ein Beitrag von Jes Weigelt und Alexander Müller

Was ist erforderlich, damit die Ernährungssysteme ausreichende und gesunde Nahrung liefern, ohne dabei unserem Planeten zu schaden? Wie lässt sich Ernährungssicherheit trotz der Bedrohung durch Klimawandel aufrechterhalten? Unsere Autoren betrachten einzelne Aspekte unserer zukünftigen Ernährungssysteme im Kontext der Coronakrise.

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Quinoa could have a huge potential in Central Asia, where the Aral Sea Basin has been especially hard-hit by salinisation.

"Wir müssen alle verfügbaren Ressourcen mobilisieren"

Ein Beitrag von Ismahane Elouafi (ICBA)

Süßwasserdefizite betreffen immer mehr Menschen auf der ganzen Welt. Um dem entgegenzuwirken, wird sich unser globales Ernährungssystem ändern müssen, so unsere Autorin. Ein Plädoyer für mehr Forschung zu alternativen Nutzpflanzen und intelligenten Wasserlösungen.

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© GIZ

Resiliente Kleinlandwirtschaft: Ein Schlüssel bei globalen Krisen

Ein Beitrag von Kerstin Weber und Brit Reichelt-Zolho (WWF)

Biologische Vielfalt und nachhaltige Landwirtschaft sichern die Ernährung von Gesellschaften. Und sie schützen auch besser vor dem Ausbruch von Pandemien. Der Erhalt von Ökosystemen wird so zur globalen Überlebensfrage.

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Karel Prinsloo/Arete/Rockefeller Foundation/AGRA

"Ernährung ist ein Menschenrecht"

Interview mit Joe DeVries (AGRA)

Joe DeVries ist Züchter – und Vizepräsident von AGRA (Alliance for a Green Revolution in Africa). Was sind die Chancen und Risiken einer „Grünen Revolution“ in Afrika? Ein Gespräch zwischen Jan Rübel und ihm über Produktivität, Bedarf und Paternalismus.

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(c) Gudrun Barenbrock/GIZ

Insekten sind das neue Rind

Ein Beitrag von Marwa Shumo

Insekten lassen sich klima- und unweltfreundlich züchten, sind reich an Proteinen und Aminosäuren und ernähren sich von Agrarabfällen. Marwa Abdel Hamid Shumo glaubt: Sie sind die perfekt Waffe gegen den globalen Hunger

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(c) Privat

Landflucht? Landleben!

Ein Beitrag von Dorothea Hohengarten (GIZ)

Eine Gruppe Landloser in Äthiopien verarbeitet Lebensmittel und schafft sich damit eine Zukunft. Dorothea Hogengarten berichtet, wie die GIZ Menschen im nordäthiopischen Bundesstaat Tigray dabei unterstützt, sich besser zu ernähren.

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(c) Thomas Lohnes / Brot für die Welt

Hype um Urban Gardening: Landwirte oder Hobbygärtner?

Ein Beitrag von Stig Tanzmann (Brot für die Welt)

Urban Gardening findet immer mehr Anhänger. Menschen, die sich als Teil einer grünen Bewegung sehen, legen auf städtischen Flächen Nutzgärten an. In Gegenden großer Armut im globalen Süden ist urbane Landwirtschaft Teil einer Ernährungsstrategie.

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5 Fragen an den SEWOH-Beauftragten Dirk Schattschneider

Interview mit Dirk Schattschneider (BMZ)

Seit rund einem Jahr ist Dirk Schattschneider Beauftragter für die Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" (SEWOH) des BMZ. Im Interview blickt er auf die Herausforderungen des vergangenen Jahres zurück und wirft gleichzeitig einen Blick in die Zukunft.

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"Es war noch nie so möglich"

Interview mit Carin Smaller (Ceres2030) über die Macht der Zahlen

Zwei Jahre lang erforschte das Ceres2030-Team Antworten auf die Fragen, wie viel es kostet, SDG 2 zu erreichen - und wo das Geld am effektivsten eingesetzt werden sollte. IISD Senior Advisor und Ceres2030 Co-Direktorin Carin Smaller über Kleinbauern, maschinelles Lernen und die Teilhabe von Frauen.

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Globale Verantwortung: Ohne Hungerbekämpfung kein Fortschritt

Ein Beitrag von Lisa Hücking (WHH)

Kanzlerin Merkel ist als Ratspräsidentin in ein ambitioniertes europapolitisches Programm gestartet: Kompromisse in den Budgetverhandlungen, ein geordneter Brexit sowie eine angemessene Antwort auf die Corona-Krise. Leider sucht man vergeblich nach jener Position, die sie noch vor kurzem vertrat: Afrikas Wohlstand liegt im Interesse Europas.

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Erklärung der Ko-Vorsitzenden: GAFSP und die COVID-19-Pandemie

Ein Beitrag von GAFSP

COVID-19 hat beispiellose Auswirkungen auf die Welt. Wie immer sind die Schwächsten am härtesten betroffen, sowohl zu Hause als auch – und dort besonders – im Ausland. Ein gemeinsamer Aufruf des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) und des Department for International Development (DFID).

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(c) Michael Bruentrup/DIE

Ein Stabwechsel

Ein Bericht von Michael Brüntrup (DIE)

Subsahara-Afrika steht vor Entwicklungsschüben in der Landwirtschaft, ganze technologischen Entwicklungen könnten übersprungen werden. Doch wie sollen diese gelingen?  Über mögliche Rollen digitaler Dienste und ihre Potenziale.

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JOERG BOETHLING / GIZ

Kontinent im Aufwärtstrend

Ein Bericht von Dr. Agnes Kalibata (AGRA)

Partnerschaften für Afrikas Jahrhundert: Innovation und Führung als Treiber für Wachstum und Produktivität in ländlichen Gebieten.

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© GIZ / Angelika Jacob

So passen sich Entwicklungsländer besser an Dürren an

Ein Beitrag von Michael Brüntrup (DIE) und Daniel Tsegai (UNCCD)

Dürren sind die Naturkatastrophen mit den weitreichendsten negativen Folgen. Während auch reiche Länder von Dürre noch empfindlich getroffen werden, sind Hungersnöte dort nicht mehr anzutreffen.

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(c) Christof Krackhardt/Brot für die Welt

Vorteil Vielfalt: Ideenreich gegen den Hunger und Armut

Ein Beitrag von Brot für die Welt

Ein Blick durchs Brennglas - der weltweite Klimawandel bringt auch in Äthiopien das Klima durcheinander. Die Antwort von Kleinbauern in der nördlichen Region heißt: Diversifizieren!

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Der Reissektor in Westafrika: Eine politische Herausforderung

Neue Einblicke zur Entwicklung des Handels und der Reiswertschöpfungskette in Westafrika

Niedrige Importzölle, Schmuggelaktivitäten, unvorhersehbare Steuerbefreiungen und eine schwache Durchsetzung von Lebensmittelsicherheitsnormen: Das Potenzial lokaler Reis-Wertschöpfungsketten wird in westafrikanischen Ländern untergraben.

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Herr Marí, was war los beim Alternativgipfel?

Ein Interview mit Francisco Marí (Brot für die Welt)

Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt beteiligte sich nicht am UNFSS Pre-Summit in Rom. Stattdessen nahm die Organisation an einem Gegengipfel teil, der zeitgleich stattfand. Ein Gespräch mit Francisco Marí über die Gründe, den Ablauf – und wie es nun weitergeht.

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UNFSS Pre-Summit: Was hat er gebracht?

Interview mit Martina Fleckenstein (WWF), Michael Kühn (WHH) und Christel Weller-Molongua (GIZ)

Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel: Zum ersten Mal richten die Vereinten Nationen einen Summit zu Ernährungssystemen aus. Im Interview ziehen Martina Fleckenstein, Michael Kühn und Christel Weller-Molongua gemeinsam Bilanz.

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Aus vielem wird Eins: CGIAR-Netzwerk baut um

Ein Beitrag von Jan Rübel

Die internationale Agrarforschung reagiert auf neue Herausforderungen: Deren Beratungsgruppe unterzieht sich einem tiefgreifenden Reformprozess und vereint Wissen, Partnerschaften und Infrastrukturen zu OneCGIAR.

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Wie führt man eine Kampagne zu „Ernährungssystemen“ durch?

Interview mit Paul Newnham, den Direktor des Sustainable Development Goal (SDG) 2 Advocacy Hub.

Auf dem Vorgipfel in Rom ging es um die Umgestaltung der Ernährungssysteme. Wie bringt man das einer breiten Öffentlichkeit nahe? Fragen an Paul Newnham, der als Direktor des SDG 2 Advocacy Hub die Öffentlichkeitsarbeit der Gipfel betreut.

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Was erwarten Sie von diesem Pre-Summit, Herr Haddad?

Interview mit Lawrence Haddad (GAIN)

In Rom kommen aus aller Welt Ernährungsexperten zusammen. Sie destillieren nicht nur 2000 Ideen, um Ernährungssysteme zu verbessern – sie bereiten auch den großen UN-Gipfel im September in New York vor. Was muss getan werden, damit dieser Gipfel nicht scheitert? Ein Gespräch.  

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Biodiversität und Landwirtschaft - Rivalität oder eine neue Freundschaft?

Ein Beitrag von Irene Hoffmann (FAO)

Irene Hoffmann beschreibt, was wir über die Zusammenhänge wissen, welche Rolle die Landwirtschaft bei der nachhaltigen Nutzung und Erhaltung der Biodiversität spielen muss und wie der notwendige Wandel der Agrarsysteme aussehen könnte.

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Herr Campari, wie schaffen wir nachhaltige Ernährungssysteme?

Interview mit Joao Campari (WWF)

Journalist Jan Rübel hat sich mit Joao Campari im Vorfeld des UNFSS Vorgipfel ausgetauscht. Der Vorsitzende von Action Track 3 blickt auf wesentliche Herausforderungen bei der Transformation bestehender Ernährungssysteme hin zu einer naturverträglichen Produktion und teilt seine Erwartungen an den Gipfel.

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Der Waldmacher und sein Regisseur

Doppelinterview mit Tony Rinaudo und Volker Schlöndorff

Tony Rinaudo sorgt mit traditionellen Wiederaufforstungsmethoden für Abermillionen von Bäumen in Afrika – und Volker Schlöndorff dreht eine Kinodokumentation über den Australier. Ein Zwischenergebnis: Ein Lehrfilm im Auftrag des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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(c) Welthungerhilfe

5 Fragen an Shenggen Fan: Wo sind die neuen Wege?

Interview mit Shenggen Fan

Kurz vor dem Ausscheiden aus seinem Amt als Generaldirektor des IFPR spricht Shenggen Fan über nötige Reformen und Vorgehensweisen, um die globale Ernährungssicherheit im kommenden Jahrzehnt zu erreichen. Für SEWOH zieht der Agrarexperte Bilanz - was ist nun zu tun?

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(c) Welthungerhilfe

5 Fragen an F. Patterson: Warum mehr Hungernde?

Interview mit Fraser Patterson

Jeden Oktober veröffentlicht die Organisation „Welthungerhilfe“ den Welthunger-Index, mit dem die Hungersituation erfasst wird. Was sind die Trends – und was muss unternommen werden? Fraser Patterson ist Referent für Welternährung und beschäftigt sich mit dem Index.

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(c) Klara Palatova/WFP

Ein Wegweiser: Wo geht es denn hier zum Markt?

Ein Beitrag des World Food Programme

Bis 2050 müssen neun Milliarden Menschen genügend zu essen haben. Als Weltbevölkerung müssen wir mehr Nahrungsmittel produzieren und weniger verschwenden. Das ist auch die oberste Priorität des UN World Food Programme (WFP).

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Ohne Klimaschutz keine Ernährungssicherheit

Ein Beitrag von Michael Kühn (WHH)

Der Klimawandel ist für die Menschen im Globalen Süden längst im Alltag angekommen. Mit welchen Auswirkungen kämpfen die Betroffenen und welche Forderungen ergeben sich daraus für die Klimakonferenz?

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Ein Klima des Hungers: Wie die Klimakrise den Hunger befeuert

Eine Fotoreportage der Agentur Zeitenspiegel

Jeder Temperaturanstieg um einen Grad Celsius erhöht das Konfliktrisiko um zwei bis zehn Prozent. Die Klimakrise ist eine humanitäre Krise, wie die Fotos von Christoph Püschner und Frank Schultze zeigen.

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Was läuft bei der Ernährung in Deutschland schief, Herr Plagge?

Ein Interview mit Jan Plagge (Bioland)

Vitaminarme Ernährung muss teurer werden, In-Vitro-Fleisch ist kein Allheilmittel und Agrarsysteme sollten dezentraler aufgestellt werden. Bioland Präsident Jan Plagge im Interview über die Herausforderung der (zukünftigen) Welternährung.

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Der Umbau des Ernährungssystems beginnt und endet mit Vielfalt

Ein Beitrag von Emile Frison und Nick Jacobs (IPES-Food)

Die industrielle Landwirtschaft hat es bisher nicht geschafft, Probleme wie Hunger oder Mangelernährung zu lösen. Sie scheint vielmehr weitere Probleme zu verursachen. Emile Frison und Nick Jacobs fordern einen Umbau des Ernährungssystems und betonen die Schlüsselrolle der Vielfalt.

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