Bestandsaufnahme: Was es jetzt wirklich braucht

Künstliche Intelligenzen, Big Data und Blockchains sind in aller Munde. Auch die  Digitalisierung der afrikanischen Landwirtschaft steht in den Startlöchern. Was braucht es, damit die technische Zukunft im großen Stil durchstarten kann?

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Ugandischer Geschäftsmann: Hier werden Photovoltaik-Module verkauft. Foto: picture alliance/imageBROKER

Heike Baumüller

Dr. Heike Baumüller

Dr. Heike Baumüller ist als Senior Researcher am Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), Universität Bonn, tätig und koordiniert die Begleitforschung für landwirtschaftliche Innovationen (PARI).

Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn (ZEF)

Brot für die Welt

Die Diskussionen über Infrastruktur für Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) drehen sich nicht mehr nur ausschließlich um Zugang. Die meisten Menschen sind heutzutage vom 2G-Netz abgedeckt. Forschungen, die in Nigeria, Ghana and Kenia im Rahmen des Program of Accompanying Research for Agricultural Innovation (PARI) durchgeführt werden, haben aufzeigt, dass sowohl die Regierung als auch der private Sektor eine tragende Rolle bei der Ausweitung des Zugangs und der Kostensenkungen gespielt haben. Dabei hat die Regierung durch politische Maßnahmen wie die Freigabe ihrer Lizenzregelungen für Mobilfunknetzbetreiber bereits einen Grundstein dafür gelegt. Außerdem haben sie Anforderungen an diese Mobilfunknetzbetreiber gestellt, was eine geteilte Infrastruktur, Finanzmittel für Universalzugänge oder eine Mitfinanzierung der Infrastruktur betrifft. Der private Sektor hat hingegen maßgeblich in Infrastruktur wie Seekabel, Glasfaserkabel und Telefonmasten investiert.

 

Der aktuelle Stand

Als Folge dessen haben jetzt mehr Endnutzer einen Zugriff auf Handys. Im Hinblick auf die Qualität, Stabilität und Geschwindigkeit der mobilen Netzwerke sowie die Bezahlbarkeit von IKT-Diensten gibt es jedoch noch weiteren Handlungsbedarf. In der Tat werden die Netzwerke in diesen drei Ländern nicht in ihrem kompletten Potenzial genutzt, und auch die Seekabel bleiben hinter ihren eigentlichen Möglichkeiten zurück. Dabei bleibt die Infrastruktur für die letzte Meile, welche die Verbindung zwischen Nutzer und Netzwerk darstellt, auch weiterhin der Flaschenhals, was durch aktuelle Trends der Internetnutzung untermauert wird. Die südafrikanische Denkfabrik Research ICT Africa hat Daten zur Internetnutzung gesammelt, welche den Daten der früheren Handynutzung gleichen. So ist das Internet bei jüngeren, wohlhabenden, gebildeten, männlichen und in der Stadt lebenden Nutzern weiter verbreitet, wohingegen es Unterschiede zu Nutzern aus ländlichen Gegenden und anderen Geschlechts gibt. Dafür sind sowohl die Qualität der Infrastruktur als auch die Kosten verantwortlich. Der Breitbandmarkt ist beispielsweise noch sehr geballt, was die hohen Kosten möglicherweise erklären könnte. Weitere Unterschiede finden sich bei der Bildung sowie bei der Kaufkraft ländlicher Bewohner, bei hohen Transaktionskosten sowie kulturellen Normen, welche die Kontrolle über Handys und die Entscheidungsfindung der Haushalte prägen.

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Realität in Burkina Faso: Eine Reisverkäuferin zeigt ihre Mobiltelefone. Foto: Jörg Böthling/GIZ

 

Seit den späten 2000ern gab es in Afrika einen rasanten Ausbau von Mobilfunknetzen in ländlichen Gegenden, was zu einem Anstieg der IKT-fähigen landwirtschaftlichen Dienste (ICT4Ag) geführt hat. In Kenia, Nigeria und Ghana wurde der Ausbau durch neue Innovationsstandorte vorangetrieben, welche auch Startups die Möglichkeit bieten, ihre Ideen zu verwirklichen, die sie dann der wachsenden Zahl von „Unternehmensengeln“ oder bei verschiedenen Wettbewerben vorstellen können. Außerdem haben sich auch die technischen Fähigkeiten der Entwickler durch neue Universitätskurse oder Bildungsinstitute verbessert. Kenia führt diesen Trend ganz klar an, was nicht zuletzt an der großflächigen Nutzung von Mobile Money liegt, was die Bereitstellung von Dienstleistungen, die diesen Zahlungsverkehr erfordern, erheblich erleichtert. Laut RIA-Daten verwenden 83 % der Kenianer Mobile Money. In Ghana verwenden dies hingegen nur 54 %. In Nigeria wird Mobile Money hingegen nur selten benutzt, was insbesondere der noch nicht erfolgten Liberalisierung des Marktes geschuldet ist.

 

Ein Überblick der bereits vorhandenen Dienstleistungen in diesen drei Ländern bringt Interessantes zum Vorschein. ICT4Ag-Dienste werden immer komplexer. Viele von ihnen bieten gleich mehrere Dienstleistungen an (wie Informationsbereitstellung, Zugriff auf Beschaffungs- und Absatzmärkte, Supply-Chain-Management oder Finanzdienstleistungen) und sprechen gleichzeitig auch mehrere Stufen der Wertschöpfungskette an. Auch wenn das Leistungsangebot noch von der Informationsbereitstellung dominiert wird, werden sie heutzutage oft mit anderen Dienstleistungen kombiniert, welche den Zugang der Landwirte auf den Markt erleichtern sollen. IKT-basierende Supply-Chain-Management-Tools sowie innovative Finanzdienstleistungen wie Crowdfunding kommen immer mehr in Fahrt. Da detaillierte Informationen zu Dienstleistungen wie Preisgestaltung, Anzahl der Nutzer sowie Auswirkungen nur schwer zu finden sind, kann ihre Reichweite und Wirkung nur schlecht beurteilt werden.

 

Bereits gesammelte Ergebnisse haben jedoch gezeigt, dass die meisten ICT4Ag-Dienste nur schwer Fuß fassen und sich auch nur selten finanziell rentieren. Dafür gibt es mehrere Gründe. Denn die Dienstleister sind von den bereits angesprochenen Schwächen der Infrastruktur betroffen. Zudem bleibt auch der Zugang zu mittelgroßen Finanzierungen für Dienstleistern weiterhin ein Thema. Startups bekommen Unterstützung durch Unternehmensengel sowie Wettbewerbe und Großunternehmen durch formelle Kredite. Aber im Vergleich dazu gestaltet es sich schwer, an finanzielle Ressourcen zu kommen, die es einem Unternehmen erlauben, von einer Startup-Größe auf eine mittlere Geschäftsgröße anzuwachsen.  Außerdem sind viele Dienstleistungen direkt auf Landwirt*innen zugeschnitten, was natürlich einerseits einen großen Markt bedient, aber andererseits auch sehr kostenintensiv und anspruchsvoll für das Marketing ist. Ferner begrenzt dies natürlich auch die Ausgereiftheit der angebotenen Dienstleistungen.

 

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Malawi: Ein Bauer lädt die Batterie seines Mobiltelefons an einem Solarpanel. Foto: Jörg Böthling/GIZ

Ein Blick in die Zukunft

Investitionen in Netzanbindungen von ländlichen Gegenden, Infrastruktur für die letzte Meile und Elektrizität, damit noch mehr Menschen auf digitale Technologien und insbesondere auf Smartphones zugreifen können:

Auch wenn die Anzahl der Smartphone-Nutzer besonders in ländlichen Gegenden noch sehr gering ist, wird dies wahrscheinlich in den nächsten Jahren rapide ansteigen. GSM Association glaubt, dass sich diese Anzahl sogar verdoppeln wird, sodass sie bis 2025 bei 67 % in ganz Afrika liegt. Telefongesellschaften haben bereits zunehmend erkannt, dass Länder mit niedrigem Einkommen den wichtigste Wachstumsmarkt für Smartphones darstellen und entwickeln deswegen kostengünstigere Technologien, die speziell auf diesen Markt zugeschnitten sind. Aber damit dies nicht nur eine Phänomen der wohlbetuchten Stadthaushalte bleibt, muss etwas unternommen werden.

 

Die sozialen Medien nutzen, um mit Landwirten und der Jugend in Kontakt zu treten:

Durch soziale Medien wird besonders bei der Jugend die Internetnutzung vorangetrieben. Laut RIA-Daten nutzen zwei Drittel der Internetnutzer*innen in Kenia und über die Hälfte der Internetnutzer*innen in Ghana und Nigeria soziale Medien. Daten vom Global Web Index zeigen zudem, dass die Internetnutzer*innen in diesen drei Ländern im Durchschnitt drei Stunden pro Tag (oder drei Viertel ihrer Zeit im Internet) auf sozialen Medien oder Nachrichtendiensten verbringen. Somit könnten soziale Medien dazu genutzt werden, mit der Jugend in Kontakt zu treten, Informationen zu verbreiten, Fachleuten den Wissenserwerb zu vereinfachen und Marketing-Netzwerke zu erstellen. Das könnte dafür sorgen, dass Landwirtschaft in Zukunft vermehrt als Geschäftstätigkeit angesehen wird.

 

Integration von ICT4AG-Dienste auf digitalen Plattformen:

IKT-fähige Dienste im landwirtschaftlichen Bereich sind zahlreich vertreten, aber gleichzeitig auch getrennt voneinander und nicht umfassend. Durch digitale Plattformen können all diese Dienstleistungen gesammelt und ineinander integriert werden, sodass sie in Zukunft über einen einzigen Zugang abrufbar sind. Die verschiedenen Dienstleistungen können sich auch gegenseitig ergänzen, sodass die Dienstleister spezialisieren können, anstatt überall ihre Finger im Spiel zu haben. Solche Plattformen können auch die Transaktionskosten für die Vermarktung einzelner Leistungen senken. Außerdem können die verschiedenen ICT4Ag-Dienste somit einer Qualitätskontrolle unterzogen werden, sodass die Nutzer*innen selbstständig entscheiden können, welche Dienste ihnen wirklich nützen und welche nicht.

 

Eine für Startups freundliche Wirtschaftsumgebung schaffen:

Für solch eine gegenüber Startups freundliche Wirtschaftsumgebung braucht es Elemente, die bereits erwähnt wurden. Dazu gehören beispielsweise ein Zugang zu mittelgroßer Finanzierung, Innovationsstandorte, Investitionen für die Infrastruktur und die Möglichkeit für einen fairen Wettkampf zwischen Mobilfunkanbietern sowie IKT-gestützte Dienstleister. Außerdem wird auch in die Bildung investiert werden müssen, damit Schüler*innen und Studierende IKTs kennenlernen und in speziellen Kursen im Rahmen der Berufsausbildung und des Hochschulwesens den Umgang damit erlernen.

 

Damit auch Kleinbäuer*innen von der Digitalisierung profitieren, müssen ICT4AG-Dienste nicht zwangsläufig auf sie zugeschnitten sein:

In vielen Bereichen können die Landwirt*innen auch indirekt profitieren. Als Beispiele dafür dienen effizientere Lieferketten, bei denen IKTs verwendet werden, um die Lieferungen der Kleinbäuer*innen zu verwalten. Die Betriebe profitieren auch durch besser ausgestattete landwirtschaftliche Fachkräfte, die digitale Technologien verwenden und den Bäuer*innen somit durch die Verwendung von Big Data helfen. Dies nutzen sie zur Planung von Investitionen in Lagerung, Märkte und Straßen. Außerdem profitieren die Landwirt*innen zudem durch sichere Landtitel, die in Blockchain-basierten Registern vermerkt sind.

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