Gemeinsam stark

Der East Africa Farmers Federation organisiert 20 Millionen Bäuerinnen und Bauern, lobbyiert für ihre Interessen, forscht und treibt Gesetze durch. Was ihnen an finanziellen Mitteln fehlt, gleichen sie mit ihrer beeindruckenden Mitgliederzahl aus, sagt ihre Regionalpräsidentin Elizabeth Nsimadala.

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Bauern mehrerer Dörfer, wie hier im Kongo, beraten sich gegenseitig und unterstützen sich bei der Feldarbeit. © Christoph Püschner/Brot für die Welt

Von Elizabeth Nsimaldala

(c) Dennis Williamson

Elizabeth Nsimaldala, 33, ist Regionale Präsidentin der Eastern Africa Farmers Federation (EAFF) und Vorstandsmitglied der Pan Africa Farmers Organisation (PAFO). Darüber hinaus ist sie derzeit Vorsitzende des Uganda Cooperative College Tororo Governing Council in Uganda und Koordinatorin des CARITAS Cooperative Governing Council in Uganda.

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Eastern Africa Farmers Federation (EAFF)

Welche Rolle spielt der Bauernverband, die Eastern Africa Farmers Federation (EAFF), in Ostafrika?

 

Die EAFF Ostafrika,  ist ein regionales Netzwerk von Bauernverbänden, Kooperativen und Güterverbänden in der Region Ostafrika. Derzeit sind wir in 10 Ländern vertreten, einschließlich Ostafrika inkl. Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Äthiopien und Dschibuti, bei einer Mitgliedschaft von 24 nationalen Apex-Organisationen, durch welche über 20 Mio. Kleinbauern in der Region vertreten werden. EAFF hat die Aufgabe, legitime Anliegen und Interessen von Landwirten in der Region zu vertreten, mit dem Ziel, den regionalen Zusammenhalt und den sozioökonomischen Status von Landwirten zu verbessern. Der Verband bringt die Ansichten und Forderungen der Landwirte zu Fragen der Märkte, der Produktivität, des Kapazitätsaufbaus, der Information und der Förderung der regionalen Integration zum Ausdruck. Wir tun dies beispielsweise durch Handel und Harmonisierung relevanter Politiken

 

Was tun Sie, um dies zu erreichen?

 

Wir erreichen das oben Genannte durch unseren strategischen Plan 2013 - 2020, der eingebettet ist in die Erbringung wirtschaftlicher Dienstleistungen, die Teilnahme an politischen Prozessen, Wissensmanagement, institutionelle Entwicklung und all dies trägt zu unserer Mission bei, die Interessen für ostafrikanische Bäuerinnen und Bauern zu vertreten und ihre Kapazitäten aufzubauen.

 

Wen vertreten Sie?

 

Wir vertreten verschiedene Akteure sowohl des öffentlichen als auch privaten Agrarsektors auf verschiedenen Ebenen.
Um die Möglichkeiten ostafrikanischer Bauern bezüglich ihrer Teilnahme an Politikdialogen und ihrer wirksamen Einflussnahme auf solche für eine bessere Agrarumgebung auszuweiten, ist der EAFF stark in Agrarthemen auf regionaler Ebene eingebunden. Wir haben mehrere Absichtserklärungen unterzeichnet; mit der East African Legislative Assembly (EALA / Ostafrikanische Legislativversammlung) und dem Common Market for Eastern and Southern Africa (COMESA); und wir sitzen auch in verschiedenen Gremien von Forschungseinrichtungen wie dem AGRIFORUM, dem regionalen Forum der Universitäten.

 

Unser größter Erfolg in der Politikarbeit war die Inkraftsetzung des East Africa Cooperative Societies Bill 2014

 

Was war Ihr bisher größter Erfolg in der Politikarbeit?

 

Unser größter Erfolg in der Politikarbeit war die Inkraftsetzung des East Africa Cooperative Societies Bill 2014 (Gesetzesvorschlag der Ostafrikakooperative 2014). Dieser Gesetzesvorschlag wurde von uns selbst initiiert. Wir haben eine Studie durchgeführt, im Rahmen derer wir uns die Genossenschaftsgesetze in den verschiedenen Ländern innerhalb unserer Region angeschaut haben. Des Weiteren haben wir die Bewegungsakteure der Kooperative mittels eines Beratungsansatzes verpflichtet, Gebiete zu präsentieren, um das gemeinsame Wachstum und die Entwicklung in der Region zu verbessern. Während dieses Vorgangs haben wir uns um alles gekümmert: die Durchführung der Studien, die Beratungen auf nationaler Ebene in allen fünf ostafrikanischen Mitgliedsstaaten, die regionalen Beratungen, den Entwurf des Dokuments und die Zusammenstellung aller aufgeworfenen Fragen. Und später haben wir sie der East African Legislative Assembly als Gesetzesvorschlag einer ugandischen EALA vorgelegt, und dann an den Gesetzgeber Hon Mike Kennedy Ssebalu, und 2015 wurde er genehmigt.

 

Warum ging es in dem Gesetzesvorschlag?

 

In dem Gesetzesvorschlag geht es darum, Möglichkeiten für Genossenschaften in der Region zu eröffnen, um die regionale Integration voranzutreiben. Er beabsichtigt, Genossenschaften strategisch so zu positionieren, dass sie an grenzüberschreitenden Geschäften teilnehmen. Zum Beispiel kann eine Genossenschaft in Uganda viel leichter mit einer Genossenschaft in Ruanda, Kenia oder Tansania Geschäfte treiben. Mithilfe unserer Mitglieder drängen wir derzeit darauf, dass alle EAC-Regierungschefs, Agrarminister und Kooperativen in allen diesen Mitgliedsstaaten und das EALA-Komitee für Agrarwirtschaft diesem Entwurf zustimmen.

 

Aktuell haben wir ein laufendes Programm, um 10.000 Jugendliche in Uganda, Kenia und Ruanda zu unterstützen, Zugang zu Finanz- und Unternehmensfähigkeiten zu erlangen.

 

Wie wird sich dies auf das Leben der Bauern positiv auswirken?

 

Wenn dieser Vorschlag verabschiedet wird, werden dadurch Möglichkeiten für eine gemeinschaftliche Entwicklung, nicht nur in der Agrarbranche sondern auch in anderen Sektoren, einschließlich Transport-, Gesundheits-, Versicherungs-, Wohnungs- und Finanzsektoren etc. eröffnet werden. Wir glauben, dass Genossenschaften Potential haben, eine starke Wirtschaft zu schaffen, wen sie erst einmal da sind.

 

Woran arbeiten Sie noch?

 

Wir arbeiten an Gender- und Jugendprogrammen. Aktuell haben wir ein laufendes Programm, um 10.000 Jugendliche in Uganda, Kenia und Ruanda zu unterstützen, Zugang zu Finanz- und Unternehmensfähigkeiten zu erlangen.

Wir haben etwas Arbeit in Verbindung mit dem Klimawandel in der Region getan und haben zu diesem Thema eine Position eingenommen 2014 - 2016. Diese Position wurde an die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen und die Southern African Confederation of Agricultural Unions vorgelegt. Wir hatten regionale Beratungen und haben eine Position gefunden, wie wir den Klimawandel abmildern können. D. h. wie wir durch klimagerechte Agrarwirtschaft und andere Interventionen Klimaauswirkungen berücksichtigen.

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Der größte Teil der Mitglieder sind Kleinbauern, die in geringem Umfang produzieren.

 

Warum sind Sie eine Zusammenarbeit mit Südafrika eingegangen?

 

Wir haben uns gedacht, dass anstatt eine Position einer Region zu haben, es wichtig wäre, dass wir mit unserem Partner RFO im südlichen Teil kollaborieren, da die Auswirkungen des Klimawandels in Ost- und Südafrika beinahe die selben sind. Wir haben uns gedacht, dass, wenn zwei Organisationen ein Team bilden, um eine Position einzunehmen, die Belastung dadurch wesentlich leichter wird.

 

Wer sind Ihre Ansprechpartner? Mit wem sprechen Sie?

 

Wir sprechen mit verschiedenen Akteuren auf verschiedenen Ebenen, je nach vorliegender Frage.
Auf kontinentaler Ebene interagieren wir mit der Afrikanischen Union durch die Pan Africa Farmers Organization, auf regionaler Ebene mit dem Ostafrikanischen Parlament, Akteuren des Privatsektors wie z. B. East Africa Grain Council, East Africa Business Council.
Wir arbeiten sehr eng mit unseren Mitgliedern auf nationaler und subnationaler Ebene zusammen und schließen Verträge mit den entsprechenden Ministerien für Agrarwirtschaft, Genossenschaften und ostafrikanische Gemeinschaftsangelegenheiten ab. Wir haben gesehen, dass dieses Engagement Ergebnisse bringt, z. B. durch unsere Mitglieder in Uganda; wo es uns möglich war, die ugandische Regierung zu beeinflussen, landwirtschaftliche Betriebsmittel von den Steuern gemäß Umsatzsteuergesetz 2014 zu befreien.
Durch die Budgetanalyse für unsere Mitglieder sind sie in der Lage verschiedene Fachsprachen / -begriffe zu verstehen, die von Finanzministern zur Präsentation von Budgets gebraucht werden und unsere Mitglieder sind in der Lage zu verstehen, worüber gesprochen wird und welche Steuern für sie von Bedeutung sind.

 

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen?

 

Eine der Herausforderungen ist Finanzierung, circa 90 Prozent unserer Abläufe werden von Geldgebern unterstützt; die verfügbare Ressourcenhülle erlaubt es uns nicht, unsere Programme auf alle Länder in gleicher Weise auszudehnen, aber wir hoffen, dass wir in naher Zukunft selbstständig bestehen können.
Des Weiteren wird die Politikarbeit durch Veränderungen des politischen Klimas beeinflusst; und zwar sowohl auf nationaler als auch regionaler Ebene. Führungswechsel kosten uns stets jede Menge Zeit und Ressourcen, da wir wieder ganz von vorn beginnen müssen, unsere Politikentwicklungen zu erläutern.

 

Geraten Sie mit großen Unternehmen in Konflikte?

 

Wir versuchen, unsere Strukturen bestmöglich zu stärken, um bei Verhandlungen mit Privatunternehmen eine kraftvolle Stimme zu haben, bevor unsere Mitglieder auf nationaler und subnationaler Ebene Produktions- und Lieferverträge unterzeichnen, zum Beispiel zur Lieferung von Waren wie Sorghum oder Maniok an eine große Brauerei, oder Mais und Bohnen an das Welternährungsprogramm, wir stellen sicher, dass unsere Mitglieder ihre Kapazitäten ausbauen können und in eine Position gelangen, aus der sie Verhandlungen für bessere Preise führen können.
Der größte Teil unserer Mitglieder sind Kleinbauern, die in kleinem Umfang produzieren, ihre Stärke liegt in ihrer Anzahl und wir ermutigen sie zu Gemeinschaftsproduktion und -marketing.

 

Über den Autoren

Elizabeth Nsimaldala

(c) Dennis Williamson

Elizabeth Nsimaldala, 33, ist Regionale Präsidentin der Eastern Africa Farmers Federation (EAFF) und Vorstandsmitglied der Pan Africa Farmers Organisation (PAFO). Darüber hinaus ist sie derzeit Vorsitzende des Uganda Cooperative College Tororo Governing Council in Uganda und Koordinatorin des CARITAS Cooperative Governing Council in Uganda.

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