5 Fragen an Stipendiaten des ersten „Land Governance“ Promotionsstudiengangs

In Afrika sind unsichere Landrechte und eine unklare Bodenordnung noch immer ein wesentliches Entwicklungshindernis. Fünf Stipendiaten des Promotionsstudiengang „Land Governance“ der Bahir Dar Universität erklären ihre Sicht auf Landpolitik. 

 
(c) Gesellschaft Internationale Zusammenarbeit
SLGA Stipendiaten des ersten „Land Governance“ Promotionsstudiengangs an der Bahir Dar Universität, Äthiopien: Solomon Chekole, Abebe Wubie, Firehiwot Anley, Zbelo Embaye, Said Yimam, Asmamaw Gebresellasie

 

In Afrika sind unsichere Landrechte und eine unklare Bodenordnung noch immer ein wesentliches Entwicklungshindernis. Ohne den gesicherten Zugang zu Boden und anderen natürlichen Ressourcen, besteht ein größeres Risiko von Hunger und Armut. Um das Ziel „Eine Welt ohne Hunger“ zu erreichen, sind daher unter anderem die Sicherung, Durchsetzung und Verbreitung von Landrechten essentiell. Um die Kapazitäten im Bereich Land Governance zu stärken, fördert das Globalvorhaben „Strengthening Advisory Capacities for Land Governance in Africa (SLGA)“ der GIZ zusammen mit dem DAAD afrikanische Universitäten sowie Studenten durch Master- und Promotionsstipendien.

 

Im Jahr 2016 wurden die ersten Stipendien an PhD Studenten im Promotionsstudiengang „Land Governance“ der Bahir Dar Universität vergeben. Fünf Stipendiaten erklären ihre Sicht zu Landpolitik in Afrika.

 

 

1. Wieso ist Landpolitik ein entscheidendes Thema für die Entwicklung in Äthiopien?

Abebe: Nahezu 85 Prozent der äthiopischen Bevölkerung sind vom Primärsektor und insbesondere der Landwirtschaft abhängig. Heutzutage wächst die ländliche Bevölkerung Äthiopiens rapide. Land wird zu einem knappen Gut, da es in ungeplanter und nicht nachhaltiger Weise ausgebeutet wird. Neben der landwirtschaftlichen Nutzung ist der zunehmende Bedarf an Landflächen für Stadtentwicklung, Industrialisierung und andere Sektoren ein kritisches Thema. Da alle wirtschaftlichen Aktivitäten stark von Land und seinen Ressourcen abhängig sind, spielt nachhaltige Landpolitik eine entscheidende Rolle für die zukünftige Entwicklung eines Landes.

 

2. Welche Rolle sollte die akademische Bildung in Land Governance Prozessen in Äthiopien und Afrika einnehmen?

Asmamaw: Die Rolle der Forschung im Bereich der Landpolitik ist es, zunächst einmal Forschungsarbeit im Landbereich zu leisten. Die Forschungsergebnisse können dann als Empfehlung für politische Entscheidungsträger und als Information für Experten in diesem Bereich verwendet werden, und ihnen dabei helfen, die Situation aller relevanten Beteiligten zu verbessern. Auf Forschungsarbeit gestützte Beratung ist ein Instrument, das von den Universitäten bei allen relevanten Akteuren beworben werden sollte, um akademische Forschung in den politischen Dialog und Entscheidungsprozesse einzubringen.

 

3.In welcher Weise hilft dir das Stipendium hinsichtlich deines Studiums und deiner professionellen Entwicklung?

Firehiwot: Das Stipendienprogramm ist sehr hilfreich um Kontakte zu internationalen Forschern zu knüpfen. Das ist hilfreich um Erfahrungen zu teilen, Wissen auszutauschen und weiterzugeben. Es unterstützt mich in meiner zukünftigen Karriere als Forscherin. Ich hoffe daher, dass ich – dank des Stipendienprogramms – in der Lage sein werde zur Lösung diverser Probleme und Konflikte in Bezug auf Land in Äthiopien beitragen zu können.

 

4. Wie stellst du dir deine zukünftige Karriere vor und wirst du dein angeeignetes Wissen aus dem Doktorstudium in deiner künftigen Karriere einsetzen?

Solomon: Das PhD Programm ist darauf ausgelegt, dass ich nach meinem Abschluss in der Lage bin das Gelernte auf konkrete Probleme anzuwenden, denen politische Entscheidungsträger im Bereich Landpolitik oder Verwaltung begegnen. Ich möchte mein Wissen in dem Bereich sehr gerne national und international anwenden.

 

5.Was ist das Bemerkenswerteste am BDU-ILA Land Governance Programm?

Zbelo: Das Besondere an dem Land Governance PhD Programm der Bahir Dar Universität ist, dass es sich dabei um ein nachfrageorientiertes Programm handelt. Der Bedarf kommt von beteiligten Akteuren und Studenten und ist nicht von den Interessen der Universität geleistet. Das ist es wohl, was es am meisten von anderen Programmen unterscheidet.

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