Fairer Handel und Klimagerechtigkeit: Alles hängt zusammen

Die #ichwillfair-Kampagne nutzt das Momentum der COP26, um auf Fairen Handel aufmerksam zu machen.

Fairer Handel leistet einen wichtigen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Vor allem dort, wo Rohstoffe wie Bananen und Kakao angebaut werden. © GIZ/ichwillfair

Björn Willms

Björn Willms ist Berater für Kommunikation in der Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA) der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und Teil des Sekretariats der Partnerschaft für Nachhaltigen Orangensaft (PANAO). Er leitet die AG Kommunikation Fairer Handel, die 2020 ins Leben gerufen wurde. In dem Zusammenhang haben er und seine Kolleg:innen die Dachkommunikation #ichwillfair entwickelt und treiben diese erfolgreich voran.

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

GIZ

Pünktlich zur Klimakonferenz der Vereinten Nationen COP26 haben Organisationen des Fairen Handels und die Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA) eine gemeinsame Kommunikation für Fairen Handel gestartet. Die Konferenz wird dabei als kommunikativer Anker für die Kampagne #ichwillfair genutzt. Zwar sind vor allem soziale und ökonomische Gerechtigkeit in den globalen Lieferketten Schwerpunkte des Fairen Handels. Doch der globale Klimawandel hängt auch eng mit den Situationen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie dem Anbau auf Plantagen zusammen.

 

Die befragten Menschen möchten sich aktiver an Food-Governance-Prozessen beteiligen. (c) SLE
Ein Großteil der weltweit produzierten Baumwolle wird von Kleinbetrieben angebaut. Sie sind mehrheitlich von Armut betroffen. Nachhaltig hergestellte Baumwolle trägt daher zu fairen Erträgen und Ernährungssicherheit bei. © GIZ/ichwillfair

Denn die Ausdehnung der Landwirtschaft in tropischen Regionen ist nach wie vor die größte Bedrohung für die Wälder. Laut dem World Wildlife Fund For Nature (WWF) wurden zwischen 2005 und 2017 rund 5 Millionen Hektar Wald pro Jahr in landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sind oft gezwungen ihre Anbauflächen auszuweiten, weil sie von den Erträgen ihrer Nutzflächen nicht leben können. Doch die Bekämpfung des Problems liegt nicht nur in der Verantwortung der Erzeugerländer: Die Abholzung der Tropenwälder und die Umwandlung von Ökosystemen wird vor allem durch den internationalen Handel vorangetrieben.

 

Die wichtigsten Waren die in die EU importiert werden, sind Soja, Palmöl, Mais, Holzprodukte, Kaffee, Kakao, Rindfleisch und Baumwolle. Der Handel ist laut dem WWF für die Abholzung von 1,3 Millionen Hektar Tropenwald im Jahr 2017 verantwortlich, was ungefähr einer Menge von 740 Millionen Tonnen freigesetztem CO2 entspricht. Das ist fast einem Fünftel der gesamten Treibhausgasemissionen der Europäischen Union im Jahr 2021. Zudem zeigen Daten aus Satellitenbildern, die im Juni 2020 von der NGO Global Forest Watch veröffentlicht wurden, dass 2019 in den feuchten Primärwäldern der Tropen 3,75 Millionen Hektar an Baumbestand verloren gegangen sind, was den drittgrößten Verlust an Tropenwald seit dem Jahr 2000 bedeutet.
 

Die Kampagne von Organisationen des Fairen Handels und INA will Bürger:innen in Deutschland für die Auswirkungen ihres Konsums auf das globale Klima sensibilisieren. Ihnen soll nicht vermittelt werden, dass sie das Leid der Welt auf den Schultern tragen, sondern dass sie eine kleine Stellschraube im Gesamtgetriebe globaler Lieferketten sind. Mit ihrem Einkauf, ihrer politischen Stimme und ihrem persönlichen Engagement im Freundes- und Familienkreis kann jede und jeder dazu beitragen, die Welt ein bisschen besser zu machen.

 

Quinoa könnte in Zentralasien ein riesiges Potenzial haben, wo das Aralseebecken besonders stark von der Versalzung betroffen ist. Foto: ICBA
Studien zufolge wird 2050 der Kaffee knapp werden: Durch den Klimawandel schrumpfen Anbauflächen und damit die Lebensgrundlage von Millionen Menschen. © GIZ/ichwillfair

Das ist die Botschaft von #ichwillfair, welche sie seit Oktober 2021 deutschlandweit kommuniziert. Auf Megalight-Plakaten an Bahnhöfen in sieben deutschen Großstädten wird die Botschaft mit einfachen Forderungen nach außen getragen. Radiospots regen Hörer:innen dazu an, sich weiter zu informieren. Eine inhaltliche Erläuterung findet sich auf der Website www.ichwillfair.de, sowie in den Social media-Kanälen von #ichwillfair. Darüber hinaus erläutern die Gastgeber diverser Podcasts die Zusammenhänge zwischen Fairem Handel und Klimawandel.

 

Seit 2020 nutzt die INA, gemeinsam mit Organisationen wie Forum Fairer Handel, dem Weltladen-Dachverband, Fairtrade Deutschland, der Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt-Landesnetzwerke und GEPA das gemeinsame Hashtag #ichwillfair, um den Fairen Handel in Deutschland weiter voranzubringen.

 

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(c) Christoph Püschner

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Globale Verantwortung: Ohne Hungerbekämpfung kein Fortschritt

Ein Beitrag von Lisa Hücking (WHH)

Kanzlerin Merkel ist als Ratspräsidentin in ein ambitioniertes europapolitisches Programm gestartet: Kompromisse in den Budgetverhandlungen, ein geordneter Brexit sowie eine angemessene Antwort auf die Corona-Krise. Leider sucht man vergeblich nach jener Position, die sie noch vor kurzem vertrat: Afrikas Wohlstand liegt im Interesse Europas.

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Indonesien / Borneo, März 2000: Nördlich von Palangkaraya liegen inmitten der verwüsteten Landschaft die Basislager illegaler Holzfäller.(c) Christoph Püschner/Zeitenspiegel

Gesundheit ist ohne gesunde Ernährung nicht möglich

Ein Beitrag von Heino von Meyer (SEWOH)

Corona erschwert das Ziel einer Welt ohne Hunger bis 2030 noch mehr. Damit diese Perspektive nicht aus dem Blickfeld gerät, muss Deutschland international eine stärkere Rolle spielen - eine Zusammenfassung des Strategischen Begleitkreises der SEWOH.

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(c) Michael Bruentrup/DIE

Ein Stabwechsel

Ein Bericht von Michael Brüntrup (DIE)

Subsahara-Afrika steht vor Entwicklungsschüben in der Landwirtschaft, ganze technologischen Entwicklungen könnten übersprungen werden. Doch wie sollen diese gelingen?  Über mögliche Rollen digitaler Dienste und ihre Potenziale.

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(c) Privat

Kleine Farmen, großes Geld

Ein Beitrag von Agnes Kalibata (AGRA)

Agnes Kalibata, seit 2014 Präsidentin der AGRA und ehemalige Ministerin für Landwirtschaft und Wildbestände in Ruanda, ist davon überzeugt, dass Afrikas Wirtschaft nur dann nachhaltig wachsen wird, wenn auch kleinteilige Landwirtschaft als Chance begriffen wird.

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Der Reissektor in Westafrika: Eine politische Herausforderung

Neue Einblicke zur Entwicklung des Handels und der Reiswertschöpfungskette in Westafrika

Niedrige Importzölle, Schmuggelaktivitäten, unvorhersehbare Steuerbefreiungen und eine schwache Durchsetzung von Lebensmittelsicherheitsnormen: Das Potenzial lokaler Reis-Wertschöpfungsketten wird in westafrikanischen Ländern untergraben.

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Indonesien / Borneo, März 2000: Nördlich von Palangkaraya liegen inmitten der verwüsteten Landschaft die Basislager illegaler Holzfäller.(c) Christoph Püschner/Zeitenspiegel

Müssen wir ein neues Ernährungssystem wagen?

Ein Beitrag von Dr. Felix zu Löwenstein (BÖLW)

Ausbleibende Saisonarbeitskräfte und Virenexplosion in Schlachthöfen, steigende Gemüsepreise, Klimakrise - all das macht deutlich, was eigentlich schon seit Jahrzehnten klar ist: unser Ernährungssystem ist zwar hoch produktiv. Es ist aber nicht resilient.

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Côte d’Ivoire: Zukunft fängt beim Essen an

Ein Beitrag der GIZ

Wie Ernährungstrainerin Edwige ivorische Kakaobäuerinnen und Kakaobauern fit für eine gesündere Zukunft macht.

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