Zusammenarbeit und wirksame Anreize für nachhaltige Landnutzung

Das Expertenpanel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zeigt Handlungsbedarf für Governance auf, um globale Trends der Landdegradation umzukehren.

Frauen pflanzen Setzlinge in einer Baumschule in Äthiopien. Das Expertenforum unterstreicht, dass Ernährungssicherheit, der Erhalt der Biodiversität und Klimaschutz keine gegensätzlichen Ziele sein müssen. © GIZ/Michael Tsegaye 2022

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

GIZ

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist ein weltweit tätiger Dienstleister der internationalen Kooperation für nachhaltige Entwicklung. Sie hat mehr als 50 Jahre Erfahrung in unterschiedlichsten Feldern.  

Im Jahr 2021 hat der Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen (WBGU) auf das Trilemma der Landnutzung hingewiesen: Den möglichen Zielkonflikt zwischen Ernährungssicherung, Erhalt der biologischen Vielfalt und Klimaschutz. Als Lösungsansatz betonte der Beirat nachdrücklich die Rolle von „Governance“ bei der Harmonisierung dieser Ziele und den Übergang zu nachhaltigen Landnutzungssystemen, die mehrere Vorteile bieten.

 

Auf dem Globalen Forum für Ernährung und Landwirtschaft 2022 (GFFA) reflektierten Vertreter:innen lokaler, nationaler und internationaler Institutionen über konkrete Erfolge im Bereich Governance und noch bestehende Lücken. Die Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Bärbel Kofler (BMZ) betonte in ihrer Eröffnungsrede:

 

Das Potenzial für eine Landwende ist da.

 

„Wissen, Erfahrungen, Fachstrukturen und finanzielle Mittel. Aber da ist noch Luft nach oben. Machen wir uns an die Arbeit!"

 

„Der internationale Rahmen ist besser als je zuvor“, erklärte Louise Baker (UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung, UNCCD) und fügte hinzu, dass gesundes Land als Grundlage zur Erreichung aller internationaler Umweltziele endlich anerkannt sei. Allerdings fehle es noch an der Umsetzung von nachhaltigem Land Management in politische Maßnahmen, die wirksame Anreize böten und auch Kleinlandwirt:innen erreichten. Astrid Schomaker (Europäische Kommission) unterstrich den neuen nachfrageorientierten Ansatz des EU-Gesetzesvorschlags zu entwaldungsfreien Lieferketten. Sie wies gleichzeitig auf die Notwendigkeit hin, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in den Erzeugerländern zu unterstützen und Investitionen in die Gemeinden zu lenken, die eine nachhaltige Landbewirtschaftung betreiben.

 

Die befragten Menschen möchten sich aktiver an Food-Governance-Prozessen beteiligen. (c) SLE
Podiumsgäste aus Indonesien und Kenia betonen politische Lücken, unter anderem was Anreize für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und Investitionen in lokale Landbesitzer:innen betrifft. © GIZ 2022

Indra Kumara von der Umweltbehörde von Kapuas Hulu, Indonesien und Laban Kiplagat vom kenianischen Landwirtschaftsministerium kamen zu einem ähnlichen Schluss: Sie betonten den Wert sektorübergreifender politischer Zusammenarbeit und den Nutzen starker Institutionen. Unter Berücksichtigung von Interessen lokaler Akteure entstehen so Triebkräfte für den Erfolg einer nachhaltigeren Landbewirtschaftung. Ihre Forderungen umfassen den Aufbau von Kapazitäten, finanzielle Investitionen und bessere Anreize für Landnutzer:innen. Insbesondere die Verfügbarkeit von Geodaten in ländlichen Gebieten sei ein wichtiges Instrument für informierte Entscheidungsfindung.

 

Am Ende war die Botschaft klar: Globaler Wandel hin zu einer nachhaltigen Landnutzung ist nur dann erfolgversprechend wenn er auf einer starker institutioneller Zusammenarbeit aufbaut, und die Landnutzer:innen von Heute und Morgen einbezieht.

 

Weitere Informationen und die Aufzeichnung des Beitrags auf der GFFA Homepage.

 

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